FC Bayern: Wechseln Manuel Neuer und David Alaba ins Ausland?
Der FC Bayern München startet Vertragsverhandlungen mit Manuel Neuer und David Alaba - mit ungewissem Ausgang. Während Neuer die Verpflichtung von Alexander Nübel verstimmt hat, nimmt Alaba ein uneingelöstes Versprechen zum Anlass, sich bei europäischen Top-Klubs umzuhören und Interesse abzuklopfen. Stehen die Bayern nun bald ohne ihre beiden Defensiv-Größen da?
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Am Freitag feierten die Bayern ihren Kapitän.
Manuel Neuer bekam zu Ehren seines 34. Geburtstag auf der Homepage des FC Bayern München seine Würdigung. "In allen Belangen eine Wand", stand dort in einer statistischen Eloge auf den Bayern-Kapitän, dessen Daten als FCB-Torhüter wirklich beeindruckend sind.
Manuel Neuer: Beeindruckende Zahlen als Bayern-Keeper
Gerade mal 0,7 Tore im Schnitt hat Neuer in 373 Pflichtspielen kassiert, 75 Prozent Siegquote sind ebenso beeindruckend wie 190 Bundesliga-Spiele ohne Gegentor (126 davon für Bayern).
In der Champions League hielt Neuer bei Bayern seinen Kasten 35-mal sauber – Jan Oblak (Atlético Madrid), Marc-André ter Stegen (FC Barcelona) und Gianluigi Buffon (Juventus Turin) gelang das im selben Zeitraum nur 26-mal.
Und doch ist die Zukunft des gebürtigen Gelsenkircheners in München ungewisser denn je – was im selben Atemzug für David Alaba gilt, den neuen Abwehrchef der Bayern.
Nübel als Zukunft - aber wie lange dauert Gegenwart noch an?
Die Frage, die Bayern-Fans derzeit umtreibt, lautet: Passiert das eigentlich Undenkbare - stehen die Münchner im Sommer tatsächlich ohne ihre zwei Defensiv-Größen da?
Bei Neuer sitzen die Bayern dabei ein bisschen in der Zwickmühle. Die Zukunft im Bayern-Tor soll ja offenbar Alexander Nübel gehören - so suggerierte es zumindest der ablösefreie Transfer in der Winterpause.
Unbestritten ist auch, dass Neuer dieser Vorgriff in Sachen Zukunft nicht wirklich gefallen hat. Die Frage ist noch, wann genau dieser Zukunftsfall in Kraft soll – und wie Neuer als auch Bayern genau dazu stehen.
Neuer verhandelt mit Bayern
"Mein Plan ist, dass ich weiter Fußball spiele für den FC Bayern. Ab Sommer 2020 ist Alexander Nübel da und dann geht's weiter. Und für mich geht's bis 2021 weiter", hatte Neuer Anfang März erklärt.
Neuers Vertrag läuft aber auch nur noch bis 2021, weshalb dieses Frühjahr Vertragsgespräche zwischen Neuers Berater Thomas Kroth und den Münchnern anstehen.
Laut "Bild" befinden sich beide Parteien nach der jüngsten Verhandlungsrunde am Dienstag aber noch sehr weit auseinander – das Gesamtpaket, das die Neuer-Seite fordere, sei dem Klub zu groß.
Durch Nübels Patzer auf Schalke und eigene starke Leistungen zuletzt hat sich Neuers Verhandlungsposition aber gestärkt. Um den Druck auf Bayern zu erhöhen, ist der seit Freitag 34-Jährige nun offenbar auch dabei, das Interesse im Ausland auszuloten. Und siehe da: Laut "Bild" bestehe beim FC Chelsea zumindest Anfangsinteresse.
FC Chelsea mit Interesse an Neuer?
Die Londoner haben mit Kepa Arrizabalaga (25) den vielleicht nicht besten, aber teuersten Keeper der Welt in ihren Reihen.
Der Ex-Bilbao-Schlussmann hatte 2018 80 Millionen Euro gekostet, war im Februar aber bei Trainer Frank Lampard derart in Ungnade gefallen, dass er zwischenzeitlich von Willy Caballero ersetzt wurde (u.a. beim 0:3 gegen die Bayern in der Champions League).
Zuletzt spielte der Spanier wieder, doch nun wurde der Spielbetrieb erstmal für unbestimmte Zeit gestoppt. Auf Dauer soll Kepa bei Chelsea aber keine Zukunft mehr haben - was Neuer ins Spiel bringt.
Chelsea und Neuer - das könnte passen
Auf den ersten Blick scheint es zwar nicht besonders weitsichtig, einen 34 Jahre alten Schlussmann zu verpflichten. Neuer hat jedoch bereits angedeutet, noch mehrere Jahre (zumindest auf Vereinsebene) aktiv sein zu wollen. Und Lampard scheint sehr angetan.
"Lampard will hohe Intensität, einen ballbesitzorientierten Fußball. Seine Spieler sollen die Bälle früh und hoch auf dem Feld zurückerobern", analysiert Marcus Foley von Eurosport.co.uk die neue Chelsea-Philosophie:
Völlig unklar ist jedoch, ob Neuer sich tatsächlich mit Wechselabsichten trägt – oder die aktuellen Überlegungen nur taktischer Natur sind. Klar ist: Einigen sich beide Parteien nicht auf einen neuen Vertrag, wäre der Bayern-Kapitän im Sommer 2021 zu seinem zehnjährigen Bayern-Jubiläum ablösefrei zu haben.
David Alaba: Zukunft als Mittelfeldspieler?
Bei David Alaba stellt sich die Lage ein wenig anders da. Der Weltklasse-Linksverteidiger hat sich in den letzten Monaten bei Bayern auch als Weltklasse-Innenverteidiger erwiesen, wäre im Prinzip aber auch gerne ein Weltklasse-Mittelfeldspieler.
Es dort auf höchstem Niveau nochmal allen beweisen zu wollen, ist einer von mehreren Gründen, wieso der 27-Jährige bereits laut über einen Wechsel nachdachte.
Laut "Sport Bild" sollen die Bayern Alaba 2016 bei dessen letzten Vertragsverlängerung zugesichert haben, ihm in den nächsten Jahren auf seiner Wunschposition im Mittelfeld eine Chance zu geben – was sich nie bewahrheitete. Das mag den Österreicher verstimmt haben.
Was will Alaba mit Zahavi?
Dass ihn Hans-Dieter Flick zuletzt als Abwehrboss bezeichnete, nahm Alaba dafür wohlwollend zur Kenntnis. Seit der Österreicher in der Innenverteidigung aufläuft, hat er an Einfluss aufs Bayern-Spiel gewonnen, tritt auf häufiger als Sprachrohr der Mannschaft auf. Das wiederum sehen sie bei den Münchnern gerne.
Die nun beginnenden Vertragsverhandlungen haben es dennoch in sich. Medienberichten zufolge lässt sich Alaba nun nicht mehr nur von seinem Vater George, sondern auch von Transfer-Strippenzieher Pini Zahavi beraten – was Bayern gegenüber eine deutliche Drohkulisse aufbaut, jedoch nicht zwangsläufig für einen Wechsel sprechen muss.
Zahavi ist allerdings der perfekte Mittelsmann, wenn es darum geht, Interesse bei Real Madrid auszuloten – so hatte es auch Robert Lewandowski 2018 gehalten. Weil die Madrilenen aber nicht anbissen, verlängerte der Mittelstürmer schließlich in München.
Real Madrid und FC Barcelona als Interessenten
Bei Alaba sieht sein ehemaliger Weggefährte Franz Wohlfahrt die Zeichen auf Trennung stehen. Auf "90 Prozent" taxierte der ehemalige österreichische Nationaltorhüter bei "Sport1.de" die Wahrscheinlichkeit für einen Alaba-Abgang.
Das zuletzt kolportierte Interesse aus Madrid und vonseiten des FC Barcelona scheint auf dem zweiten Blick aktuell aber (noch?) nicht besonders stark zu sein. Die beiden spanischen Topklubs scheinen jedenfalls nicht den roten Teppich für Alaba auszurollen.
Zumindest nicht im Mittelfeld; Real hat mit Federico Valverde (21) bereits den Thronfolger für Luka Modric in den eigenen Reihen. Barcelona hätte in der Zentrale vielleicht sogar Bedarf, scheint sich aktuell in Sachen Sommertransfers aber eher auf die Offensive zu fokussieren.
Barcelona hat andere Spieler im Fokus
"Alaba ist mit Sicherheit kein strategisch wichtiges Transferobjekt, das bei Real Madrid oder dem FC Barcelona gerade eine größere Rolle spielen würde", sagt Experte Adrián García von Eurosport.es deshalb:
Was die Frage aufwirft, ob Alaba aktuell nur hoch pokert, um bei Bayern in den Kreis der absoluten Top-Verdiener aufzusteigen - oder ob er wirklich schon auf dem halben Weg zur Tür ist.
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