Jürgen Klopp kritisiert Umgang mit Prof. Dr. Christian Drosten

Liverpool-Trainer Jürgen Klopp hat sich im Interview mit "Sky Sport News HD" zum Umgang der "Bild-Zeitung" mit Professor Dr. Christian Drosten geäußert und den Virologen dabei in Schutz genommen. Das Boulevardblatt solle aufhören, einen Kleinkrieg mit Herrn Drosten zu führen, denn das sei sinnlos. Der 52-Jährige verstehe nicht, wie man daraus ein kindisches Scharmützel machen könne.

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Die "Bild" hatte eine Studie von dem Virologen Christian Drosten über ansteckende Kinder als "grob falsch" betitelt, daraufhin war ein Streit zwischen Deutschlands größtem Boulevard-Blatt und dem Virologen entbrannt.
Klopp äußerte sich dazu im am Sonntagvormittag bei "Sky Sport News HD" ausgestrahlten Interview: "Ich hoffe wirklich, dass die 'Bild'-Zeitung jetzt damit aufhört, so einen Kleinkrieg mit Herrn Drosten zu führen. Das macht einfach überhaupt keinen Sinn. Wenn jemand geforscht hat und ein Ergebnis erzielt und das nicht hundertprozentig richtig ist, das wird in der Zukunft passieren und ist in der Vergangenheit passiert."
Drosten sei ein hochintelligenter Mann, der zu 99,9 Prozent nur das Richtige gesagt habe und 100 Prozent auch immer das Richtige sagen wollte. "Es wäre mir sehr recht, wenn man dort langsam in die Bremse reintreten könnte und jetzt eben nicht so tut, als hätte er bewusst irgendeine Falschmeldung rausgehauen und sich anschließend falsch verhalten", so der 52-Jährige.
Er fügte an: "Wir sind alle keine Medienprofis, zumindest sind wir nicht als solche geboren worden. Also sollte man das auch verdammt nochmal nicht so behandeln. Wenn dann mich, nicht aber einen Virologen, der glücklicherweise die meiste Zeit seines Lebens im Labor verbracht hat und uns jetzt dabei hilft, aus der Situation rauszukommen. Ich verstehe überhaupt nicht, wie man da so ein kindisches Scharmützel draus machen kann."
Wissenschaftler wie Drosten seien vielmehr "unser aller Hoffnung, um das mal klarzustellen. Denn irgendjemand muss einen Impfstoff oder eine Medizin entwickeln. Beides wäre das Beste. Ohne die geht's nicht. Deswegen sollten wir sie hegen und pflegen und nicht so tun, als hätten sie bewusst was falsch gemacht."
Drosten verschaffe "uns nichtswissenden Nullblickern einen Einblick in etwas, was wir nicht verstehen. Nichts anderes ist sein Anliegen. Dafür müssen wir dankbar sein! Ansonsten würden wir dasitzen und dumm gucken und denken: Wann hört's auf oder gar nicht? Sterben wir alle oder niemand? So kriegen wir vernünftige Informationen. Unsere Regierung könnte ohne diese Informationen auch nicht arbeiten. Keiner ist als Virologe auf die Welt gekommen. Da muss man sich schon ein paar Jahre mit beschäftigen."

Darum ist Klopp stolz auf sein Team

Neben der Coronavirus-Pandemie ist die "Black Lives Matter"-Bewegung ein weiteres Thema, welches die Welt - auch die Sportwelt - derzeit beschäftigt. Auch der FC Liverpool hat nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd ein Zeichen gegen Rassismus und Solidarität gesetzt.
Die gesamte Mannschaft kniete sich am Montag vor Beginn der Trainingseinheit am Mittelkreis im Stadion in der Anfield Road symbolisch nieder. Anschließend posteten die Spieler ein Bild auf "Instagram" und schrieben dazu: "Gemeinsam sind wir stark."
Teammanager Jürgen Klopp kommentierte die Aktion: "Ich bin ja schon seit langem ganz stolz auf die Burschen, aber das war nochmal ein außergewöhnlicher Moment. Als ich sie da gesehen habe und dieses Foto gemacht wurde. Da war ich richtig stolz, weil es einfach auch eine wichtige Message ist."

Klopp traut dem FC Bayern den Titel in der Königsklasse zu

Der Deutsche äußerte sich im Interview aber auch über die Champions League und den Bundesliga-Restart. Der Reds-Trainer ist demnach der Meinung, dass der FC Bayern eine gute Chance auf den Champions-League-Titel habe: "Sie sehen im Moment top aus, das kann man sicher nicht anders sagen. Es läuft einigermaßen wie geschmiert und auch Verletzte kommen zurück."
Klopp, der im vergangenen Jahr mit Liverpool die Königsklasse gewonnen hat, merkte aber an: "Um die großen Titel zu gewinnen, musst du auch Glück haben. Im Finale solltest du dann, wenn du soweit kommst, schon deine Top-Elf zur Verfügung haben. Das hatten irgendwie alle Champions-League-Sieger in den letzten Jahren und das ist relativ wichtig."
Der Trainer bewertete den Restart der Bundesliga positiv. Deutschland sei derzeit "das Schlaraffenland, wo irgendwie alles in die richtige Richtung läuft" und "wo man sich jetzt am schnellsten mit der Situation richtig auseinander gesetzt hat und auch die richtigen Maßnahmen ergriffen hat".
In England hätten sie noch ein bisschen Arbeit vor sich, aber es würde auch dort jetzt langsam "in die richtige Richtung gehen".
Klopp äußerte sich über die derzeitigen Geisterspiele der Bundesliga: "Die Fußballspiele sehen normal aus - mit natürlich weitaus weniger Emotionen logischerweise, aber das kann man nicht ändern - aber sonst sieht es gut aus: viele Tore, taktisch gut, Spieler sehen fit aus, also ein rundes Bild."
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