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FC Liverpool: Jürgen Klopp kitzelt seine Mannschaft mit neuem Saisonziel
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Publiziert 10/06/2020 um 11:50 GMT+2 Uhr
Die erste Meisterschaft für den FC Liverpool seit genau dreißig Jahren ist nur noch eine Frage der Zeit. Daran zweifelt vor dem Re-Start der Premier League am kommenden Mittwoch niemand mehr. Aus Champions League und FA Cup ist man raus. Auch deshalb hat sich Trainer Jürgen Klopp auf die Suche nach neuen Zielen für seine Reds begeben. In den Geschichtsbüchern ist er fündig geworden.
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Diese Saison wird historisch.
Dass dies so sein würde, stand auch schon Mitte Februar fest. Da allerdings ging man rund um den FC Liverpool davon aus, dass die Gründe dafür rein sportlicher Natur sein würden.
Ohne Niederlage steuerte die Mannschaft Premier League auf die früheste Meisterschaft aller Zeiten hin. Auch in Champions League und FA Cup waren die Reds mit intakten Titelchancen ausgestattet. Alles schien vorbereitet.
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Dann kam der März und brachte Niederlagen gegen Watford, Chelsea, Atlético Madrid und schließlich eine Pandemie, die die Saison für jeden sichtbar zu einer historischen machte.
FC Liverpool: Die Euphorie ist gewichen
Drei Monate später ist die Mannschaft wieder im Training. Königsklasse und nationale Pokal-Wettbewerbe sind für den LFC Geschichte. Der Traum von der ersten Meisterschaft seit 1990 steht natürlich weiterhin kurz vor der Verwirklichung.
Allein die ganz große Euphorie ist verschwunden. Zu wichtig waren die sportfremden Themen in den vergangenen Wochen, zu weit weg der Rausch, in den sich Mohamed Salah, Roberto Firmino und Co. zu Saisonbeginn und im Winter spielten.
Jürgen Klopp weiß das. Deshalb steuert er dagegen an.
Jürgen Klopp bezweifelt Meisterschaft nicht
Der deutsche Coach zieht die Zügel an. Er will die Spannung zurückbringen und Mannschaft sowie Fans auf das einstimmen, was da - trotz Corona - noch drin ist in dieser dann doch auch sportlich herausragenden Saison.
Bei 25 Punkten Vorsprung auf den ärgsten "Verfolger" Manchester City neun Spieltage vor Schluss ist aus dem puren Meisterschaftsrennen nichts mehr zu ziehen. Die Reds werden den herbeigesehnten Titel einfahren. Zwei Siege reichen dafür.
"Ich werde hier nicht bezweifeln, dass wir das schaffen", sagte der 52-Jährige in einem Interview mit "Sky", auch wenn der Titel erst noch eingefahren werden müsste. Sein Ziel für den Saisonendspurt formuliert er ebenfalls klar.
Klopp will die Saison doch noch zu einer sportlich historischen machen. Es soll eine Bestmarke für die Ewigkeit gesetzt werden. "Ich will nicht nur zwei der verbleibenden neun Spiele gewinnen", sagt er.
"Das hier kann historisch werden. Nicht nur für den Verein sondern ganz generell. Wir haben die Chance, eine unglaubliche Anzahl an Punkten zu sammeln. Darum sollten wir uns kümmern. Deshalb bereiten wir uns akribisch vor. Mal sehen, was am Ende dabei herauskommt."
Mit anderen Worten: Es steht eine Rekordmarke im Raum, die geknackt werden soll.
Liverpool: Peps Punkterekord soll her
Erst in der Saison 2017/18 stellte Manchester City unter der Leitung von Pep Guardiola den Punkterekord für die Premier League auf. 100 Zähler sammelte der Konkurrent aus der Nachbarstadt damals - eine fantastisch anmutende Marke.
Schon damals jagte Klopp mit seiner Mannschaft vergeblich der Meisterschaft hinterher. Auch in der darauffolgenden Spielzeit schaute man in die Röhre, als 97 Punkte und nur eine Niederlage nicht zum Titel reichten (Manchester City holte 98 Zähler).
Nun hat man den Rivalen endgültig hinter sich gelassen. Ein neuer Punkterekord wäre ein riesengroßes Ausrufezeichen. Sechs Siege würden zumindest zur Einstellung der alten Bestmarke reichen - aktuell steht man bei 82 Punkten.
Es scheint also mehr als möglich.
Meisterschaftsfeier soll nachgeholt werden
Anschließend soll gefeiert werden. Denn Klopp denkt auch an das Drumherum. Die epische Party mit Fans in der Stadt soll nicht entfallen. Wenn nicht jetzt, dann eben nach Corona.
"Jeder Liverpool-Fan hat 30 Jahre darauf gewartet", meinte Klopp. Und weiter: "Dass man das dann nicht so feiern kann, wie man sich das immer erträumt hat: Das ist nicht schön. Das verstehe ich total. Das geht mir übrigens auch so."
Allein im Stadion die perfekte Meisterschaft zu feiern, danach einfach heimzufahren "und wenn's hochkommt eine Flasche Bier drauf zu trinken", sei gewiss keine "Idealvorstellung".
Zu ändern sei das aber nicht und deshalb Geduld gefragt. "Es kommt der Tag - und daran glauben wir alle - an dem das Leben wieder normal sein wird. Dann haben wir das Recht, das zu feiern, was wir feiern wollen."
Nämlich eine dann - so oder so - historische Saison.
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