Manchester United: Juventus Turin bietet drei Stars für Paul Pogba

Juventus Turin will Paul Pogba von Manchester United zurückholen und bietet mit João Cancelo, Douglas Costa und Blaise Matuidi gleich drei Spieler im Tausch gegen Pogba an, wie die "Corriere dello Sport" berichtet. Trainer Ole Solskjaer wirkt allerdings nicht unbedingt gewillt, den "Fixpunkt" seines Teams aufzugeben. Wie wahrscheinlich ist also ein Wechsel? Der Transfercheck.

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

Juventus Turin steht nach einer äußerst aktiven Transferperiode mit gut 42 Millionen Euro im Minus. 18 Neuzugänge wurden bereits verpflichtet, doch Wunschspieler Paul Pogba gehört bislang nicht dazu. Das wollen die Bosse jetzt ändern und unterbreiten Manchester United ein Tausch-Angebot, das sie nicht ablehnen können – oder etwa doch?
Ein Paket aus drei Spielern bieten die Italiener den Briten für Paul Pogba an. Außenverteidiger João Cancelo, Flügelstürmer Douglas Costa und Mittelfeldspieler Blaise Matuidi sind die Namen, die in dem Deal enthalten sein sollen. Das berichtet die "Corriere dello Sport". Den Turinern sind finanziell nach dem Transfer von De Ligt ganz offensichtlich die Hände gebunden, das Tauschgeschäft könnte also die letzte Chance auf eine Verpflichtung Pogbas sein. Das Transferfenster schließt sich in England am 8. August.
Aber ist der Deal wirklich für beide Seiten sinnvoll?

Ein Verlustgeschäft für Manchester United?

Auf den ersten Blick sieht es nach einer Win-Win-Situation aus: Juventus reduziert den ohnehin schon aufgeblähten Kader und Manchester wird den zu einem Wechsel (un-)entschlossenen Pogba los und kann einen Topverdiener von der Gehaltsliste streichen.
Das große Aber? Nach dem Tausch hätten die "Red Devils" ein Problem: Es gibt keinen adäquaten Ersatz für Pogba im Mittelfeld. Den Briten würde der kreative Motor verloren gehen. Außerdem schoss Pogba in der vergangenen Spielzeit 13 Tore und bereitete neun vor. Kein Spieler im Team von Ole Solskjaer kann mit diesen Werten konkurrieren. Deswegen wurde auch schon kommuniziert, dass der Franzose eigentlich nicht zum Verkauf steht. "Paul und die meisten unserer Spieler haben langfristige Verträge. Wir sind ManUnited, wir müssen keine Spieler verkaufen," so Solskjaer im australischen Perth. Ein Verkaufsangebot sieht anders aus.
Der Norweger baut voll auf den Franzosen, lobt sein Verhältnis zu ihm und bezeichnete ihn nach zuletzt widersprüchlichen Meldungen gegenüber "Sky Sports" als "Fixpunkt" in seinem Team.

Juventus Turin - Ein unmoralisches Angebot

Für Juventus hingegen hat der Deal eigentlich nur Vorteile: Das Team ist derzeit mit 29 Spielern im Kader stark überbesetzt. Man würde mit dem Tauschgeschäft also zwei Fliegen einer Klappe schlagen: Der Wunschkandidat Pogba käme und gleichzeitig würde der Kader ausgedünnt – ohne eine weitere Ablöse zahlen zu müssen.
Gleichzeitig stoßen die Turiner Douglas Costa ab, der in der vergangenen Saison nicht immer erste Wahl war. Zwar machte er 17 Spiele, schoss aber nur ein Tor und bereitete zwei vor.
Auch der Abgang von João Cancelo könnte durch Mattia De Sciglio (zumindest partiell) aufgefangen werden. Das einzige Problem: Juve hätte nach dem Deal nur noch einen nominellen Rechtsverteidiger im Team.
Eurosport-Prognose: Es ist unwahrscheinlich, dass dieser spektakuläre Deal zustande kommt. Manchester ist auf den Flügeln und in der Außenverteidigung bereits sehr gut besetzt und braucht die Verstärkungen aus Turin eigentlich nicht. Außerdem wollen sie ihren Top-Scorer Pogba, der noch einen Vertrag bis 2021 hat, wohl kaum verlieren, wie Solskjaer bereits andeutete. Es gibt schlicht keinen Anlass für Manchester Pogba abzugeben, solange er bleiben will. Aus dem Geschäft würde Juventus (obwohl man drei Spieler abgibt) klar als Gewinner hervorgehen. Und Manchester müsste sich eine angemessene Alternative für das kreative Zentrum beschaffen, was angesichts des kleinen Zeitfensters unwahrscheinlich wirkt. Außerdem würden die Bianconeri nicht einen Cent an dem Transfer von Pogba verdienen. Zuletzt stand eine Ablösesumme von bis zu 188 Millionen Euro im Raum, wie der englische "Guardian" und anderen Medien berichten. Es ist also höchst unwahrscheinlich, dass man Pogba nun in einem Tauschgeschäft gegen Spieler eintauscht, die man in Manchester eigentlich nicht braucht. Außerdem muss man sich ernsthaft fragen, ob Pogbas Berater Mino Raiola bei den Verhandlungen nicht etwas zu stark aufs Gas gedrückt hat.
Transferwahrscheinlichkeit: 10 Prozent
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung