Newcastle United: Großangriff auf Liverpool und ManCity dank Mohammed bin Salman

In der Premier League wächst ein neuer Gigant heran. Newcastle United könnte nach der Übernahme durch den Staatsfonds Saudi-Arabiens in absehbarer Zeit den Topklubs FC Liverpool und Manchester City an der Spitze ernsthaft Konkurrenz machen. Der Aufschrei in der Öffentlichkeit ist jedoch enorm. Immerhin steht der neue Investor Mohammed bin Salman in seinem Heimatland gar unter Mordverdacht.

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Fast auf den Tag genau vier Jahre ist es mittlerweile her, dass Leicester City eines der größten Märchen im modernen Profifußball schrieb. Vor der Saison 2015/16 noch als Abstiegskandidat gehandelt, krönte sich das Team von Trainer Claudio Ranieri nach 38 Spieltagen damals sensationell zum englischen Meister.
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Eine ähnliche Erfolgsstory könnte schon bald auch Newcastle United in der Premier League schreiben, wenn auch unter völlig anderen Vorzeichen.

Newcastle vor Übernahme durch Kronprinz bin Salman

Der Traditionsklub, der sich seit dem Wiederaufstieg in der Saison 2016/17 im tabellarischen Niemandsland (gegenwärtig Tabellen-13.) befindet, plant Berichten zufolge bereits im kommenden Sommer den Großangriff auf den Thron des FC Liverpool.
Jenes durchaus ambitionierte Ziel möglich machen soll die geplante Übernahme der Magpies durch den höchst umstrittenen saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Englischen Medien zufolge hat Newcastles gegenwärtiger Besitzer Mike Ashley ein entsprechendes Angebot über rund 350 Mil­lionen Euro längst akzeptiert. Der Kauf soll nun abschließend von der Premier League geprüft werden. Hinter vorgehaltener Hand ist jedoch bereits zu hören, dass die Verantwortlichen den Deal zeitnah durchwinken werden.
Einer Übernahme durch den neuen Haupteigentümer, der Staatsfonds Saudi-Arabiens (PIF), der sich damit gleichzeitig 80 Prozent der Klubanteile sichert, steht somit nichts mehr im Wege.
Doch welche Auswirkungen hätte dies für den englischen Spitzenfußball?

Newcastle: Kane und Coutinho im Fokus

Zuallererst sind die finanziellen Möglichkeiten von bin Salman, der gegenwärtig sowohl Thronfolger als auch Verteidigungs- und stellvertretender Premierminister in Saudi-Arabien ist, nahezu unbegrenzt. In Zahlen ausgedrückt soll er über ein astronomisches Vermögen von rund 320 Milliarden Euro verfügen. Sein Kapital übersteigt damit die Besitztümer von Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan, seines Zeichens Eigentümer von Topklub Manchester City, um ein Vielfaches (26 Milliarden Euro).
"Saudi-Arabien tut jetzt mit 25 Jahren Verspätung das, was Dubai, Abu Dhabi und Katar tun", sagte Politikwissenschaftler Danyel Reiche dem "SPIEGEL".
So verwundert es wenig, dass trotz der ungewissen Zukunft der Premier League in Zeiten der Coronakrise schon jetzt zahlreiche prominente Namen durch den St. James Park geistern.
Harry Kane, Arturo Vidal und Edinson Cavani - sie alle wurden bereits mit einem Wechsel in den Nordosten Englands in Verbindung gebracht. Eine weitere Spur soll laut "Mundo Deportivo" nach München zu Philippe Coutinho führen - und das aus gutem Grund: Der Berater des Brasilianers verriet kürzlich, dass sein Klient "es lieben würde" wieder in die Premier League zurückzukehren.
Bei einer derartigen Transferoffensive müssten selbst der FC Liverpool, Manchester City und Co. um ihre Dominanz der vergangenen Jahre bangen.

Fall Khashoggi: Bin Salman unter Mordverdacht

Neben neuem Spielermaterial wollen die Magpies angeblich auch auf der Trainerposition nachjustieren. Zuletzt wurde Mauricio Pochettino, der Ligakonkurrent Tottenham Hotspur in der vergangenen Spielzeit bis ins Champions-League-Finale geführt hatte, als Nachfolger des aktuellen Trainers Steve Bruce gehandelt.
Bei aller sportlichen Perspektive lohnt sich in jedem Fall ein genauer Blick auf den neuen Investor, dem ein äußerst zwielichtiger Ruf nacheilt. Immerhin steht Kronprinz bin Salman unter dringendem Tatverdacht, im Oktober 2018 den Mord am regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi angeordnet zu haben.
Dass bin Salman zudem aus Saudi-Arabien stammt, einem Land, das sowohl Menschenrechte als auch die Pressefreiheit mit Füßen tritt, scheint die Fans zur allgemeinen Verwunderung aber nicht weiter zu stören. Einer Umfrage einer Lokalzeitung zufolge befürworten über 80 Prozent der Anhänger den Verkauf an den saudischen Scheich. Nur vereinzelt wehrten sich die Fans in der Arbeiterstadt gegen die millionenschwere Übernahme.
Dies beweist einmal mehr, dass die moralisch verwerflichen Machenschaften eines wohlhabenden Monarchen in der Fußballwelt schnell in den Hintergrund rücken, wenn die Aussicht auf Erfolg und damit auch auf das große Geld besteht.

Amnesty International warnt vor Übernahme

Dabei liefert die Vita des 34-Jährigen genügend handfeste Skandale.
"Unter Kron­prinz Mohammed bin Salman wurde umfas­send gegen Men­schen­rechte vor­ge­gangen, zahl­reiche Akti­visten wurden inhaf­tiert, es gibt anhal­tende Bedenken wegen sau­di­scher Hacker­an­griffe und auch die von Saudi-Ara­bien geführte Mili­tär­ko­ali­tion im Jemen hat eine blu­tige Bilanz", resümierte Felix Jenkins von Amnesty International gegen­über dem "Guar­dian" und betonte weiter:
"Spieler, Mit­ar­beiter und Fans sollen sehen, was die Masche der Inves­to­ren­gruppe ist. Schlicht und ergrei­fend: Sports­wa­shing".
Selbst wenn das Großprojekt Newcastle in absehbarer Zeit eine ähnliche Erfolgsgeschichte wie Leicester vor vier Jahren schreiben sollte, bliebe damit ein mehr als fader Beigeschmack.
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