Pep Guardiola hakt die Meisterschaft ab: Was Manchester City noch Hoffnung macht

Pep Guardiola hat nach der Niederlage in Wolverhampton den erneuten Gewinn der Meisterschaft bereits nach der Hinrunde ad acta gelegt. Zu groß ist der Rückstand auf den übermächtig erscheinenden FC Liverpool. Dennoch bleiben dem Team des Spaniers noch genug Möglichkeiten, die Saison in ein positives Licht zu rücken. Hoffnung macht vor allem ein Rückkehrer sowie die anstehende Transferperiode.

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Fassungslosigkeit ist wohl das Wort, das am besten die Szenen beschreibt, die sich am Freitagabend im Molineux Stadium in Wolverhampton abspielten.
Ja, natürlich auch bei den Wolves, die ein verrücktes Spiel nach 0:2-Rückstand noch in ein 3:2 gedreht hatten. Aber vor allem bei Manchester City, dem amtierenden Meister, dessen Spieler auf den Boden gesunken waren.
Die Niederlage für die Elf von Pep Guardiola hatte etwas endgültiges. Etwas brutales. 80 Minuten in Unterzahl gekämpft und doch in der 90. Minute verloren. Auf der Pressekonferenz sprach der Trainer der Citizens dann das aus, was in den Medien auf der Insel schon seit Wochen diskutiert wird.
ManCity hakt die Meisterschaft ab. Schon nach der Hinrunde. "Es ist unrealistisch, über Liverpool nachzudenken", musste Guardiola angesichts der 14 Punkte Rückstand auf die Überflieger von Jürgen Klopp eingestehen:
Ein harter Schlag für das Team, das die Reds vergangene Saison mit einem irren Schlussspurt noch einholte und dem sogar zeitweise das historische Quadrupel zugetraut wurde.
Doch auch wenn in der Kabine in Manchester aktuell Geisterstimmung herrschen dürfte, gibt es einige Punkte, die City für die Rückrunde Hoffnung machen.

1. Rückkehr von Laporte rückt näher

Dass die Guardiola-Elf bereits zu diesem Zeitpunkt der Saison fünf Pleiten einstecken musste (gleich zwei gegen die Wolves), hat ohne Zweifel mit der Abwesenheit des Abwehrchefs zu tun: Aymeric Laporte.
Der Ausfall des 25-Jährigen, der bereits seit Ende August mit einem Knorpel- und Meniskusschaden fehlt, hat Manchester hart getroffen.
Weder John Stones, der selbst immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hat, noch Nicolás Otamendi oder der umgeschulte Fernandinho können den Franzosen ersetzen. Folgenschwere Fehler und Unsicherheiten im Stellungsspiel kosteten City schon einige Punkte. Nach 19 Spieltagen stehen in der Liga schon 23 Gegentore zu Buche.
Das Comeback Laportes auf den Rasen wird im Februar erwartet. Neben ihm wird auch Leroy Sané (sofern er nicht im Winter zum FC Bayern wechselt) nach langer Pause zurückkehren und die vom Verletzungspech geplagten Skyblues im Kampf um den Champions-League-Titel und die internationalen Plätze unterstützen.

2. Größerer Fokus auf den ersehnten Henkelpott

Apropos Champions League. Auch wenn Guardiola wenig überraschend versicherte, dass man trotz des großen Rückstands auf Liverpool die Premier League nicht vernachlässigen werde, wird die Königsklasse in den Fokus rücken.
Dass der Henkelpott der große Traum der Klubverantwortlichen ist, ist in Manchester ein offenes Geheimnis. Und dass Guardiola ihn bislang mit den Himmelblauen nicht gewinnen konnte, ist ein schwarzer Fleck in seiner sehr erfolgreichen Ära seit 2016.
Pep wird das Erreichen der Champions League im kommenden Jahr nicht riskieren - und dafür wird ManCity angesichts der vier Punkte Rückstand auf das wiedererstarkte Leicester und gleich mehrerer Verfolger im Nacken noch eine Schippe drauflegen müssen.
Dennoch bleiben dem Spanier im Februar, März oder April, wenn es in der Königsklasse in die heißen Phase geht, eventuell ein paar mehr Möglichkeiten, seine Top-Stars in der Liga zu schonen. Im vergangenen Jahr war dies aufgrund des Titelkampfes bis zum letzten Spieltag schlicht unmöglich.
Wer würde es ihm verübeln? Guardiola weiß selbst: Der CL-Titel könnte eine bislang enttäuschende Saison prompt in eine historische verwandeln.
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3. Transferfenster als Chance

Zwar schloss Guardiola noch vor zwei Wochen Neuzugänge für die kommende Transferperiode aus, doch angesichts der dünnen Personaldecke und offensichtlicher Probleme auf bestimmten Positionen, sollte er dies vielleicht noch einmal überdenken.
Neben der Problemzone Innenverteidigung, wo den Citizens trotz der Rückkehr von Laporte eine weitere Option gut zu Gesicht stehen würde, drückt auch hinten links der Schuh.
Weder Angeliño, Oleksandr Zinchenko noch Benjamin Mendy konnten sich in der laufenden Saison für einen dauerhaften Einsatz empfehlen.
Gerade Mendy, der als große Hoffnung auf dieser Position galt, kommt seit seinem Kreuzbandriss im Herbst 2017 nicht mehr in Tritt. Auch gegen die Wolves erlaubte sich der 25-jährige Franzose einen folgenschweren Aussetzer im eigenen Strafraum, der zum Ausgleich führte.
Im vergangenen Sommer haben es die Verantwortlichen versäumt, die richtigen Antworten auf dem Transfermarkt zu finden. Nun bietet sich eine neue Möglichkeit.
Dass Guardiola, Sportdirektor Txiki Begiristain & Co. trotz eines im Winter nicht gerade prall gefüllten Marktes die oder den richtigen Spieler finden können, haben sie bereits bewiesen. Im Januar 2018 litt City unter ähnlichen Verletzungsproblemen.
Die "Notlösung" damals? Aymeric Laporte.
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