Bale-Rückkehr zu Tottenham: Warum der Waliser nicht zündet

Im September kehrte Gareth Bale Real Madrid den Rücken. Durch seine Rückkehr zur alten Liebe Tottenham Hotspur wollte der Waliser auch wieder zu alter Stärke finden. Doch vor dem Top-Duell heute mit dem FC Liverpool (21:00 Uhr) stellt sich die Frage, warum der verlorene Sohn dem Formtief noch nicht entfliehen konnte. Auch Coach José Mourinho erwartet eine Steigerung des 31-jährigen Leihspielers.

Gareth Bale

Fotocredit: Getty Images

Für Tottenham verläuft die Premier-League-Saison bisher geradezu traumhaft. Sieben Siege und 25 Punkte haben die Spurs nach 12 Spieltagen auf dem Konto. Am Abend erwartet der FC Liverpool (21:00 Uhr im Liveticker) die Londoner zum Topspiel in Anfield.
Die beiden Vereine liegen vor dem 13. Spieltag punktgleich vorne, dank der besseren Tordifferenz führt Tottenham die Tabelle sogar an. Ob einer der größten Namen der Spurs, Gareth Bale, gegen die Reds überhaupt zum Einsatz kommt, ist aber fraglich.
Denn der von Real Madrid ausgeliehene Stürmer hängt weiterhin im Formtief fest. In den letzten Liga-Spielen wurde Bale von Tottenham-Coach José Mourinho nicht mehr eingesetzt, darunter auch in den wichtigen Duellen mit Manchester City, Arsenal und dem FC Chelsea.
Zuletzt gegen Crystal Palace (1:1) fehlte der Waliser sogar gänzlich im Kader. Überhaupt nur drei Einsätze hatte Bale in der Premier League bisher, dabei erzielte er einen Treffer. Mourinho traute dem 31-Jährigen offenbar nicht zu, dem Team in diesen Spielen helfen zu können.

José Mourinho merkt Schwächen von Gareth Bale an

Zumal Bales Konkurrenten in der Offensive, allen voran Harry Kane und Heung-Min Son (zusammen erzielten sie bereits 28 Tore), in Topform sind. Zur Leistung von Bale äußerte sich der Spurs-Trainer auch öffentlich. Der Stürmer habe zwar durchaus "positive Ergebnisse", so Mourinho gegenüber der "AS". Doch Bale müsse auch noch "kleine Dinge" verbessern. Vor allem "die Dynamik und das Selbstvertrauen" fehle dem Stürmer.
Im Gegensatz zur Liga baut der 57-jährige Trainer in der Europa League regelmäßig auf Bale, der in allen sechs Gruppenspielen auf dem Platz stand, allerdings nicht ein einziges Mal über 90 Minuten. Doch auch auf europäischer Bühne konnte der Stürmer, der zu seinen Topzeiten mehr als 20 Tore pro Saison erzielte und fast ebenso viele Vorlagen gab, nicht wirklich überzeugen.
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Mourinho lästert vor Liverpool-Duell über Verletzungssorgen

Quelle: Perform

Nur einen mickrigen Torerfolg verbuchte Bale, beim 3:3 gegen den Linzer ASK. Es war sein insgesamt 200. Karrieretreffer. Seine bisher beste Saison liegt aber schon einige Jahre zurück. Vor seinem Wechsel zu Real im Sommer 2013 erzielte der Waliser für Tottenham in der Saison 2012/13 eindrucksvolle 26 Treffer (dazu 15 Assists).
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Gareth Bale - Jose Mourinho

Fotocredit: Getty Images

Gareth Bale von zahlreichen Verletzungen gestoppt

Auch bei den Madrilenen konnte Bale zunächst – mit Ausnahme einiger Verletzungen – sein Können abrufen. Die erste Spielzeit mit Real beendete der Stürmer bei 22 Toren und 19 Vorlagen. Doch wiederkehrende Wadenprobleme in den Folgejahren sowie eine Sprunggelenksverletzung (2016/17) läuteten den Formabfall bei Bale ein.
Aus diesem Tief konnte sich der einstige Torjäger bis heute nicht herauskämpfen. Auch Pete Sharland von Eurosport UK hat Zweifel, ob Bale wieder seine alte Form findet, selbst in seiner Wohlfühloase Tottenham.
"Angesichts der vielen schweren Verletzungen und wie viele Spiele er verpasst hat, ist es kaum vorstellbar, dass er wieder der 'alte' Bale wird. Wenn man bedenkt, wie athletisch er zu seinen besten Zeiten war, scheint es, als wären diese Tage vorbei", erklärte der britische Eurosport-Redakteur.
Es dürfte in jedem Fall einige Zeit dauern, bis Bale wieder annähernd in körperlicher Topform ist, so Sharland. Bei seinem Comeback auf dem Platz Mitte Oktober sei eindeutig gewesen, "wie eingerostet er ist".

Ex-Teamkollege hat Zweifel an Comeback

Auch Bales ehemaliger Spurs-Teamkollege Darren Bent ist sich nicht sicher, zu welchen Leistungen der Stürmer noch fähig ist. "Er hat seit ungefähr drei Jahren nicht mehr konstant gespielt und hatte auch größere Verletzungen, sodass er womöglich nie mehr der Alte sein wird", sagte der 36-Jährige gegenüber "Talksport".
Die Rückkehr zur alten Liebe könnte sich somit sowohl für Bale als auch für Tottenham zu einem Fehlschlag entwickeln. Denn die Leihe des Walisers kostet die Spurs nicht gerade wenig. 22 Millionen Euro Gehalt müssen die Engländer angeblich übernehmen, dazu noch eine nicht bekannte Leihgebühr.
Und auch Bale droht seine vielleicht letzte Chance auf das große Comeback bei ausbleibenden Leistungen zu verpassen. Traut Mourinho dem Stürmer noch die Trendwende zu, könnte er gegen Liverpool möglicherweise zum Einsatz bekommen, wenn wohl auch nur kurz.
Das könnte bei den Reds bittere Erinnerungen wecken: Als Einwechselspieler gegen Liverpool erlebte Bale einst seine größte Sternstunde, als er im Champions-League-Finale 2018 mit einem Doppelpack für den Real-Triumph sorgte.
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Klopp über Mourinhos Tottenham: "Ergebnis-Maschine"

Quelle: Perform

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