Chelsea begann erneut ohne Timo Werner, dafür aber mit Antonio Rüdiger und Kai Havertz bei Leicester City, das mit einem Sieg vorläufig die Tabellenführung übernehmen konnte. Doch bevor die beiden Nationalspieler und ihre Kollegen überhaupt im Spiel waren, zappelte der Ball schon im Netz.
Nach einer kurz ausgeführten Ecke der Foxes, verpasste zunächst Harvey Barnes, doch der Ball landete direkt vor den Füßen von Wilfred Ndidi, der unter Mithilfe des linken Innenpfostens zum 1:0 traf (7.).
Chelsea wirkte in der Anfangsphase überfordert und war viel zu passiv im Anlaufen. So ließ die Blues-Verteidigung kurz darauf auch James Maddison wenige Meter vor dem Strafraum viel zu viel Platz, doch der Spielmacher traf nur den Querbalken (16.).
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Die Gäste fanden anschließend etwas besser ins Spiel und kamen durch Reece James (20.) und Thiago Silva (21.) nach einer Ecke zu ihren ersten Chancen, doch Kasper Schmeichel wurde in beiden Aktionen nicht ernsthaft geprüft.
Nach einer guten halben Stunde verpasste dann Calum Hudson-Odoi eine weitere vielversprechende Gelegenheit. Der Shootingstar traf aus spitzem Winkel nur das Außennetz (33.).
Kurz vor der Halbzeit wurde es dann richtig bitter für das Team von Frank Lampard. Nachdem Schiedsrichter Craig Pawson nach Fouls von Jonny Evans an Christian Pulisic zunächst auf den Punkt zeigte, korrigierte ihn der VAR und es gab nur Freistoß für Chelsea. Dessen Ausführung aus vielversprechender Position missglückte Mason Mount deutlich (41.).
Und quasi im Gegenzug erzielten die Foxes die 2:0-Pausenführung. Ein langer Ball landete im Strafraum der Blues direkt vor den Füßen von Maddison, der technisch ansprechend einnetzte (41.).
Nach dem Seitenwechsel musste sich Chelsea dann glücklich schätzen, dass die Partie nicht frühzeitig entschieden wurde, doch James Justin setzte einen Kopfball unbedrängt knapp neben den Pfosten (50.).
Chelsea dominierte in der Folge den Ball, kam aber kaum zu Chancen. Kleinere Torannäherungen gab es - wenn überhaupt - nach Eckbällen. Die Foxes hingegen verpassten es weiterhin, den Sack frühzeitig zuzumachen. Youri Tielemans scheiterte aber aus aussichtsreicher Position an Edouard Mendy (57.).
Mitte der zweiten Hälfte nahm Lampard den unauffälligen Havertz vom Feld und brachte zeitgleich Werner, der jedoch ebenfalls keine Akzente setzen konnte und auch im elften Premier-League-Spiel in Folge ohne Treffer blieb (67.). Besonders bitter: Ein vermeintlicher Treffer Werners kurz vor dem Ende fand aufgrund einer hauchdünnen Abseitsposition keine Anerkennung (87.).
Zum Ende hin plätscherte die Partie dann nur noch vor sich hin und Leicester sicherte sich ungefährdet den 2:0-Heimsieg und die vorübergehende Tabellenführung der Premier League.

Die Stimmen:

James Maddison (Leicester City): "Es klingt schön, für wahrscheinlich 24 Stunden Tabellenführer der Premier League zu sein, nicht wahr? Wir hatten von allem ein wenig: taktisches Geschick, Qualität, wenn nötig, wir arbeiten immer hart daran, den Gegner hart zu bearbeiten und das haben wir heute brillant gemacht. Ich habe geschaut, wo ich noch mehr Tore schießen kann, zum Beispiel durch Eindringen in den Strafraum und durch Antizipieren, wo der Ball ankommen könnte. Das ist etwas, woran ich weiter arbeiten werde."
Brendan Rodgers (Trainer Leicester City): "Es war eine sehr gute Leistung von uns. Chelsea ist sehr talentiert und verfügt über viel individuelle Qualität, aber als Team waren wir exzellent. In der ersten Hälfte waren wir offensiv sehr stark. Harvey Barnes war sensationell, unglaublich. Wir waren sehr gefährlich und haben zwei sehr schöne Tore erzielt. Wir haben uns diesen Sieg verdient."
Frank Lampard (Trainer FC Chelsea): "Wir wurden von der besseren Mannschaft geschlagen. Sie wirken wie ein Team voller Selbstvertrauen und wir wie eine Mannschaft, die nicht in Form ist. Das erste Tor war eine Standardsituation, beim zweiten Tor haben wir geschlafen. Die Grundlagen sind zu laufen, den Gegner zu decken, abseits des Ball zu arbeiten und vielen Spielern fehlte die Schärfe. Wir haben nicht unser Spiel gezeigt."

Der Tweet zum Spiel:

José Mourinho wurde einst nach einer 1:2-Niederlage in Leicester entlassen.

Das fiel auf: Verunsicherte Blues

Nicht nur Lampards-Stuhl an der Stamford Bridge wackelt, auch seine Hintermannschaft. Seit seinem Amtsantritt kassierte in der Premier League einzig Newcastle United auswärts mehr Gegentreffer als die Blues. Jene Unsicherheit war seiner Mannschaft deutlich anzumerken. Zu große Abstände zu den Gegenspielern und vor allem viel zu zaghaftes Anlaufen machten es Leicester leicht, zu Torchancen zu kommen. Doch nicht nur die Abwehrarbeit enttäuschte, auch ofensiv viel den Blues trotz teils deutlicher Überlegenheit am Ball wenig ein. Schwere Zeiten für die Londoner und die deutschen Nationalspieler im Trikot der Blues.

Die Statistik: 34

Gegen 34 Mannschaften trat Brandon Rodgers als Trainer in der Premier League bislang an. Gegen 33 Mannschaft siegte er bereits. Einzig gegen Chelsea mochte ihm bis heute noch kein Sieg gelingen. Dies änderte sich mit dem heutigen Abend.
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