Mit einem Lächeln auf den Lippen umarmte Thomas Tuchel am Sonntagnachmittag seine Spieler des FC Chelsea. Es wirkte herzlich. Nach dem 2:0-Sieg gegen den FC Burnley, dem ersten dreifachen Punktgewinn des neuen Trainers, der auf Frank Lampard folgte, waren die Blues in Hochstimmung.
Auch die Chelsea-Fans rieben sich die Augen ob der Souveränität, die ihr Team an den Tag legte. Zuletzt schien sie komplett abhandengekommen zu sein. "Unsere Performance war aus meiner Sicht komplett. Sowohl defensiv als auch offensiv. Wir haben nur einen Torschuss zugelassen, das ist beeindruckend", resümierte der ehemalige Coach von Paris Saint-Germain.
Nicht schlecht gestaunt hatten die Chelsea-Fans sogar schon vor Anpfiff, als sie registrierten, dass Routinier Marcos Alonso sein Comeback als Linksverteidiger gab. Unter Lampard spielte der 31-Jährige keine Rolle mehr, er vertraute voll auf Ben Chilwell.
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Doch genau diese mutige Maßnahme sollte letztlich mit ausschlaggebend gewesen sein, dass Chelsea den Sieg einfuhr. Alonso lieferte eine sehr gute Partie ab und krönte seine Leistung mit dem sehenswerten Tor zum 2:0 (84.).

Tuchel nennt Gründe für Alonso-Nominierung

"Ich hatte meine Gründe, ihn aufzustellen. Ich war nicht unglücklich mit Chilly (Chilwell; Anm. d. Red.), absolut nicht, aber ich wollte ein bisschen mehr 'Größe', um Standards von Burnley besser zu verteidigen", erklärte Tuchel danach und ergänzte: "Ich wusste, dass Marcos die Rolle gewohnt ist, alleine auf der linken Seite. Zudem hat er ein gutes Timing bei Vorstößen in den Strafraum." Beim 2:0 stellte er genau das unter Beweis.

Marcos Alonso

Fotocredit: Getty Images

Taktisch nahm Tuchel Anpassungen vor und ließ seine Mannschaft in einem flexiblen 3-4-3-System auflaufen. Alonso und Callum Hudson-Odoi deckten die Außen ab - vorne und hinten. Thiago Silva war der Fels in der Abwehrzentrale, während Antonio Rüdiger und César Azpilicueta energisch nach vorne verteidigten und bei Ballbesitz das Spielgerät auch nach vorne tragen durften. Das Resultat: Ein Haufen guter Möglichkeiten.
"Sorgenkind" Timo Werner boten sich im halblinken Angriffsfeld ebenfalls einige Möglichkeiten, doch blieb ihm das Pech auch im zwölften Ligaspiel ohne Torerfolg treu. Tuchel hat registriert, dass der Star-Neuzugang in der Krise steckt, stärkte ihm aber demonstrativ den Rücken.

Was wird aus Werner und Havertz?

"Es ist wie bei jedem Stürmer", sagte er bei "Sky", "er braucht wieder ein Tor. Der Ball muss einfach mal wieder über die Linie, sei es auch dreckig." Er nahm aber auch Werners Kollegen in die Pflicht: "Wir haben ihn ein paar Mal übersehen in Umschaltpositionen", kritisierte er und versprach daran arbeiten zu wollen, ihn künftig öfter in bessere Positionen zu bringen. Es dürfte Werner, der taktisch insgesamt näher Richtung gegnerisches Tor rückte, gefallen, dass mit Tuchel ein smarter Trainer mit Plan für ihn am Werk ist. Inwiefern dieser auch Kai Havertz mit einschließt, muss sich allerdings erst noch zeigen. Der ehemalige Leverkusener wurde erst in der 80. Minute eingewechselt.

Thomas Tuchel und Timo Werner - FC Chelsea

Fotocredit: Imago

Tuchel braucht gewiss noch Zeit, seine beste Elf zu finden. Doch das Spiel gegen Burnley zeigte, auf was der Deutsche auf der Insel zunächst Wert legt: Stabilität. "Die Wahl zu treffen ist super-hart oder möglicherweise auch super-easy, weil ich jedem Spieler die Chance gebe, sich mir zu zeigen", kündigte er an.
Viel Zeit, seinen Erfolg zu genießen, hat Tuchel nicht, ab Montag beginnt bereits die Vorbereitung auf das Prestigederby gegen Tottenham Hotspur mit José Mourinho. Die Augen von Tuchel glänzten, als er darauf vorausblickte: "Wegen solcher Spiele sind wir hier. Das ist exakt die Herausforderung, die wir wollen."
Gelingt es ihm, einen Sieg nachzulegen, wäre sein Start bei den Blues bereits ein Traumstart für ihn. Und das Lächeln in seinem Gesicht hielte sicher ebenfalls an.
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