FC Liverpool erobert mit Sieg gegen Tottenham Tabellenführung

Der FC Liverpool ist neuer Tabellenführer in der Premier League. Die Mannschaft von Jürgen Klopp setzte sich im Topspiel des 13. Spieltags dank eines Last-Minute-Treffers 2:1 (1:1) gegen Tottenham Hotspur durch und erobert damit die Spitzenposition. Mohamed Salah brachte die Reds in Führung (26.). Nachdem Heung-min Son ausgleichen konnte (33.), sorgte Roberto Firmino für den späten Sieg (90.).

Roberto Firmino - FC Liverpool

Fotocredit: Getty Images

Im Spitzenspiel am 13. Spieltag der Premier League wollten sowohl der FC Liverpool als auch Tottenham Hotspur ein Zeichen im Meisterrennen setzen.
Vor allem die Reds legten auch dementsprechend los. Das Liverpooler Angriffspressing drückte die Gäste anfangs tief in die eigene Hälfte, befreiende Aktionen gelangen den Spurs nur selten. Gleichzeitig stand Tottenhams Abwehr jedoch gut geordnet, sodass größere Torraumszenen auf sich warten ließen.
Fast logischerweise resultierte die erste Chance aus einer Standardsituation. Nach einem Freistoß kam Roberto Firmino relativ frei zum Kopfball, da Gegenspieler Emil Hojbjerg ausgerutscht war. Spurs-Keeper Hugo Lloris hielt den Ball aber sicher fest (11.). Auch Mohamed Salah schoss aus dem Rückraum zu zentral auf den Franzosen (21.).
Ein ganz krummes Ding brachte dann aber schließlich die 1:0-Führung für den amtierenden Meister. Curtis Jones dribbelte sich im Strafraum fest. Der Abpraller gelangte aber zu Salah, der direkt abzog. Von Toby Alderweirelds Bein wurde der Ball unhaltbar ins lange Eck abgefälscht (26.).
Liverpool war das klar bessere Team. Jones hatte nach einer Balleroberung gegen Serge Aurier noch eine weitere Abschlusschance (29.). Doch dann kam Tottenham wie aus dem Nichts mit dem ersten vernünftigen Angriff zum 1:1-Ausgleich.
Heung-Min Son startete genau im richtigen Moment, lief frei auf das Tor von Alisson Becker zu und vollstreckte ins kurze Eck (33.). Die Hacke von Rhys Williams hatte das Abseits hauchdünn aufgehoben.
Liverpool ließ sich durch den Ausgleichstreffer nicht schocken und blieb weiterhin am Drücker. Doch bei den Abschlüssen von Firmino (35.) und Sadio Mané (41.) war der starke Lloris zum wiederholten Male zur Stelle.
Doch in Halbzeit zwei zeigte Tottenham zunächst ein gänzlich anderes Gesicht und spielte deutlich aktiver. Steven Bergwijn setzte sich auf der linken Seite durch und schoss mit der Fußspitze knapp am langen Pfosten vorbei (46.). Harry Kane kam gleich auf zwei Abschlüsse aus der Distanz (49., 51.).
Liverpool brauchte ein paar Minuten, um den eigenen Rhythmus wiederzufinden. Ein Aufsetzer von Salah war die erste vernünftige Chance der Reds (57.).
Auf der Gegenseite war es aber erneut Bergwijn, der nach einer zweifachen Kopfballverlängerung von Kane und Son frei durchstartete und den Ball aus halblinker Position an den Pfosten setzte (63.). In der gleichen Minute hatte auch noch Kane nach einem Eckball eine große Kopfballchance aus kurzer Distanz, traf den Ball aber nicht sauber.
Das Spiel blieb offen mit Offensivaktionen auf beiden Seiten. Mané zog nach einer tollen Bewegung um Gegenspieler Serge Aurier herum ab, sein Schuss streifte noch die Querlatte (73.). Auf der anderen Seite verfehlte Kane nach einem Konter knapp das lange Eck (79.).
Tottenham war in der Schlussphase vor allem auf die Absicherung des Unentschiedens bedacht und ging kein großes Risiko mehr ein. Auch den Reds fehlten zusehends die Kräfte.
Als sich fast alle schon mit dem Unentschieden abgefunden hatten, bekam Liverpool noch einen Eckball zugesprochen. Firmino kam aus dem Rückraum angerauscht, stieg am höchsten und köpfte den Ball zum 2:1-Siegtreffer ein (90.).
Tottenham fehlten Zeit und Kraft, um nochmal zurückzuschlagen. Durch das Last-Minute-Tor katapultierte sich Liverpool an die Spitze der Premier League, Tottenham rutschte auf Rang zwei ab.

Die Stimmen zum Spiel:

Jordan Henderson (FC Liverpool): "Es war ein gutes Spiel, sehr taktisch. Vermutlich so, wie man es vermutet hat, dass wir den Ballbesitz dominieren und uns Chancen erspielen. Wir konzentrieren uns darauf, bis zum Schlusspfiff weiterzumachen. Ich bin überglücklich mit den Jungs. Wir haben die drei Punkte verdient. Es war eine der besten Leistungen in dieser Saison."
José Mourinho (Trainer Tottenham Hotspur): "Wenn es ein Unentschieden geworden wäre, wäre ich vor Freude in die Luft gesprungen. Das Unentschieden wäre das Minimum, für das gewesen, was wir geleistet haben. Das Spiel zu verlieren, ist hart. Wir hatten Chancen in dem Moment, als sie geschwächelt haben. Ballbesitz ist für mich, was man mit dem Ball anfängt. In der zweiten Halbzeit sind wir zwei, drei Mal vor dem Torwart aufgetaucht und hätten treffen müssen. Einfach das Tor schießen, drei Punkte mitnehmen, nach Hause fahren und kein weiteres Gerede."

Der Tweet zum Spiel:

Wer bei Tottenhams Ausgleichstreffer zum 1:1 die Abseitssituation abschätzen wollte, brauchte schon ein Vergrößerungsglas. Für Liverpool war das vor allem aus dem Grund ärgerlich, da zuletzt ein Tor von Mané gegen Everton knapp aberkannt worden war. Dennoch war die Entscheidung, Sons Tor zählen zu lassen, in Ordnung.

Das fiel auf: Eiskalte Effizienz

Die erste Halbzeit war eine perfekte Schablone für die diesjährige Saison von Tottenham Hotspur. Liverpool-Trainer Jürgen Klopp hatte noch vor der Partie über die Stärke der Spurs gesprochen: "Sie holen die Resultate, sie spielen gut und wenn sie nicht gut spielen, gewinnen sie trotzdem." Genau nach diesem Muster verlief auch die erste Hälfte gegen die Reds. Liverpool war klar spielbestimmend, hatte die besseren Chancen und auch die Statistiken sprachen für den Gastgeber: 79 Prozent Ballbesitz, 8:1 Torschüsse. Doch die entscheidende Statistik, der Spielstand, lautete 1:1, weil Son bei der einzigen Torchance eine eiskalte Effizienz an den Tag legte. In der zweiten Halbzeit steigerte sich Tottenham und kam auch zu durchaus guten Chancen. Ein Tor wollte den Spurs dann allerdings nicht mehr gelingen. Und so ging das Spitzenspiel durch den Last-Minute-K.o. durch Firmino noch verloren.

Die Statistik: 75

Tottenham brachte in der ersten Halbzeit gerade einmal 75 Abspiele bei einer Passquote von 63 Prozent an den Mann. Weniger gelang einer von José Mourinho trainierten Mannschaften in einem Liga-Spiel zuletzt im Jahr 2012. Damals kam Real Madrid im Spiel gegen Pep Guardiolas FC Barcelona auf gerade einmal 54 erfolgreiche Pässe – und gewann das Spiel am Ende mit 2:1.
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Mourinho nach Liverpool-Niederlage: "Wir wurden bestraft"

Quelle: Perform

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