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Jürgen Klopp und der FC Liverpool stecken in einer Krise: Muss der Titel schon abgehakt werden?
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Publiziert 22/01/2021 um 21:08 GMT+1 Uhr
Der FC Liverpool steckt spätestens seit der Heimniederlage gegen Burnley am Donnerstagabend in einer echten Krise. Der einstige Tabellenführer ist auf Platz vier abgerutscht und droht den Anschluss an die Spitze zu verlieren. Seit fünf Spielen sind die Reds sieglos, in 2021 gelang in der Premier League noch überhaupt kein Tor. Auch Jürgen Klopp sieht die Warnsignale und schlägt Alarm.
Jürgen Klopp
Fotocredit: Getty Images
In den vergangenen Tagen hatte sich Jürgen Klopp noch heftig gewehrt gegen all die Fragen und Berichterstattungen, die sich rund um das Thema "Krise" drehen.
Seine eigene Mannschaft wollte er bitte nicht mit diesem verpönten Ausdruck in Verbindung gebracht sehen. Noch am Mittwoch ließ er ausrichten, er wisse, "dass in diesem Geschäft nur Ergebnisse zählen, dafür bin ich lange genug dabei".
Für Ergebnisse aber brauche "man Leistungen, und die letzte gegen Manchester United war wirklich gut".
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Journalisten warf er vor, nicht sehen zu wollen, dass er mit seiner Mannschaft weiterhin nach dem erneuten Titelgewinn strebe.
Wie gesagt, dass war am Mittwoch - und der amtierende Welttrainer des Jahres bezog sich auf das torlose Remis im Spitzenspiel gegen Manchester United. Eineinhalb Tage und eine Heimniederlage gegen Mittelklasse-Team Burnley später, stellt sich die Situation anders dar.
Klopp hat das Narrativ geändert. "Das ist ein Tiefpunkt", erklärte er ohne Umschweife. Die waren auch gar nicht nötig. Dann das, was dort grad beim FC Liverpool vor sich geht, hat mittlerweile historische Ausmaße angenommen.
Klopp will nicht über das Titelrennen sprechen
Erstmals seit Mai 2000 haben die Reds - vergangene Saison noch haushoch überlegen und mit 18 Punkten Vorsprung Meister - in vier aufeinanderfolgenden Ligaspielen kein Tor erzielt. Der bis dato letzte Treffer datiert vom 27. Dezember vergangenen Jahres. Damals traf Sadio Mané beim 1:1 gegen West Bromwich.
Auch gegen Burnley blieb die eigene Anzeigetafel blank. Das führte zur Beendigung der Serie ungeschlagener Spiele an der Anfield Road - nach drei Jahren, acht Monaten und 29 Tagen, oder vorzeigbaren 68 Spielen.
Tabellenführer Manchester United ist mittlerweile auf sechs Punkte enteilt, Liverpool seit fünf Partien sieglos und selbst nur noch auf dem vierten Platz gelistet. Im Moment erscheint eine Wiederholung der Meisterschaft äußerst unwahrscheinlich.
Klopp formuliert es drastischer: "Wie dumm wäre es, jetzt über das Titelrennen zu sprechen", fragt der 53-Jährige durchaus rhetorisch. Vielmehr treibt den Deutschen um, wie er sein Team wieder auf Kurs bringen kann. Die Schuld für die aktuelle Misere sucht er ohnehin bei sich.
Klopp ist auf Betriebstemperatur, was sich auch in einer lautstarken Auseinandersetzung mit Gäste-Trainer Sean Dyche beim Gang in die Halbzeitpause zeigte.
Klopp nimmt Schuld für Misere auf sich
"Es wäre zu billig zu sagen, wir haben kein Glück", stellt er klar. "Das Problem sind die Entscheidungsfindungen im letzten Drittel, und die Entscheidungen basieren auf Informationen, die ich gebe, und darauf, in welcher Gemütslage, also wie selbstbewusst du bist."
Es sei sein Job, dass sich die Spieler "gut fühlen, sie sich selbstbewusst fühlen. Das ist meine Verantwortung."
Klopp will daran arbeiten, seiner Mannschaft auch wieder die letzten, derzeit fehlenden zehn Prozent Selbstvertrauen zu verpassen, die aktuell fehlen. Offensichtlich sei das - und eben sein Job. "Das ist mein Fehler", so Klopp.
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Ashley Barnes (FC Burnley) erzielt vom Punkt den Siegtreffer gegen den FC Liverpool
Fotocredit: Getty Images
Er habe seinen Spielern schon "die richtigen Informationen" gegeben, "aber ich war vielleicht nicht überzeugend genug oder konnte nicht genug Selbstvertrauen vermitteln." Im richtigen Moment zu schießen statt zu passen oder umgekehrt - vielleicht müsse er da noch deutlicher werden. "Das ist keine Hexerei."
Der Tournaround ist beim Potential der Mannschaft absolut möglich.
Alles ist für Liverpool noch möglich: Spitzenspiele stehen an
Abhaken müssen Klopp und der FC Liverpool die Titelverteidigung zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison deshalb längst noch nicht. Dafür sind auch die anderen Spitzenteams durch die Bank zu inkonstant.
Um aber realistische Chancen aufrecht zu erhalten, muss der Welttrainer möglichst schnell den Hebel finden, der die - gewohnt fein geölte - Maschinerie seines Teams wieder ans Laufen bringt.
Schon in der kommenden Woche stehen mit Manchester United im FA Cup und Tottenham in der Liga zwei weitere große Herausforderungen auf dem Programm. Nach diesen Spielen dürfte abzusehen sein, in welche Richtung die Reise geht.
Auch diese Aufgaben sollen mit dem aktuell angestellten Personal bestritten werden. An Neuzugänge denkt Klopp nicht. "Mit diesen Spielern können wir viel besser Fußball spielen, darüber denke ich nach", sagt er.
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Klopp bremst Journalisten ein: "Das ist nichts für Leute wie euch"
Quelle: Perform
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