"Unsere Fans sind begeistert von Manchester United und wir erkennen das Recht auf freie Meinungsäußerung und friedlichen Protest voll und ganz an", erklärte der Verein auf seiner Webseite.
Man bedaure allerdings "Aktionen, die andere Fans, Mitarbeiter und die Polizei in Gefahr" gebracht hätten.
Der englische Rekordmeister kündigte überdies an, die Polizeibehörden "bei späteren Ermittlungen unterstützen" zu wollen.
Premier League
Thiago trifft bei Reds-Sieg: Liverpool schlägt Southampton klar
VOR 13 STUNDEN
Der FC Liverpool stellte derweil auf seiner Webseite klar, dass man "mit der Entscheidung, das heutige Spiel aufgrund des aktuellen Geschehens in Old Trafford und der Umgebung zu verschieben, voll und ganz einverstanden" sei.
"Die öffentliche Sicherheit" für alle Menschen vor Ort müsse gegeben sein. "Dies konnte heute aufgrund einer schnell eskalierenden Lage eindeutig nicht garantiert werden", heißt es in der Erklärung der Reds weiter.

Neville kritisiert Klub-Bosse scharf

Nach Schätzungen verschafften sich 200 bis 300 Personen illegal Zugang ins Stadioninnere und stürmten auf den Rasen, andere hinderten am Mannschaftshotel den Teambus an der Fahrt zur Arena.
"Ich verstehe, warum die Fans jetzt auf die Situation reagieren, aber es macht mich traurig, dass einige das Demonstrationsrecht gebrochen haben und ins Old Trafford eingedrungen sind. Das halte ich für falsch", erklärte Klub-Legende Peter Schmeichel bei "Sky".
Gary Neville, der während seiner gesamten Karriere das Trikot der Red Devils trug und dabei zweimal die Champions League gewann, sah in den Vorkommnissen "das Ergebnis des Handelns der Besitzer von Manchester United vor zwei Wochen".

Chaotische Szenen in Manchester: United-Fans stürmen Old Trafford

Die Glazers und andere Klubbosse hätten die Super-League-Pläne "hinter aller Rücken" verfolgt, "um mit den Kronjuwelen abzuhauen".

Reizwort Super League

Nachdem bekannt wurde, dass die Besitzer den Verein in der höchst umstrittenen und inzwischen auf Eis gelegten Super League antreten lassen wollten, hatten sich die Fronten zwischen Klubführung und Fans verhärtet. Erschwerend kam hinzu, dass Investor Joel Glazer gar als Vizepräsident der Super League vorgesehen war.
Die explosive Stimmung entlud sich nun in massiven Protestaktionen vor dem Heimspiel gegen Liverpool.
Einige der Protestierenden warfen Stühle, andere bemächtigten sich der Eckfahnen oder zündeten Rauchtöpfe in den ursprünglichen Klubfarben gold und grün. Ein Kamerateam wurde mit Bier beworfen, etwa ein halbes Dutzend Anhänger schaffte es bis in den Spielertunnel, aber wohl nicht in die Kabinen.

Manchester United: Sicherheit nicht zu gewährleisten

Die Spieler waren zu diesem Zeitpunkt ohnehin noch nicht da - und kamen auch nicht mehr.
"Nach Gesprächen zwischen der Polizei, der Premier League, dem Trafford Council und den Vereinen wurde unser Spiel gegen Liverpool aus Sicherheitsgründen im Zusammenhang mit dem heutigen Protest verschoben", teilte Manchester United auf seiner Homepage mit.
Dass die berittene Polizei gegen 17:00 Uhr Ortszeit mithilfe der Stadion-Ordner den Vorplatz am Old Trafford geräumt hatte, nützte nichts mehr. Auch im weiteren Umfeld des Stadions attackierten Fans vorbeifahrende Autos, die Behörden konnten die Sicherheit nicht gewährleisten und sahen sich gezwungen, das Spiel auf einen noch unbestimmten Zeitpunkt zu verlegen.
Dadurch ist die Entscheidung im Meisterrennen vertagt. Tabellenführer Manchester City hätte den siebten Titel bei einem Liverpooler Sieg vier Spiele vor Saisonende sicher gehabt.
Das könnte Dich ebenfalls interessieren: Doppelpack Havertz - Chelsea auf Champions-League-Kurs
Premier League
Rangnick übernimmt Manchester United - Anwälte klären letzte Details
GESTERN AM 09:58
Champions League
Beleidigung für Afrika-Cup? Klopp stellt Missverständis klar
GESTERN AM 09:34