Im Heimspiel gegen den Meister musste Saints-Trainer Ralph Hasenhüttl auf wichtige Leistungsträger verzichten: Stammkeeper Alex McCarthy (Coronavirus), Oriol Romeu (Oberschenkel) und Che Adams (Gehirnerschütterung) wurden durch Fraser Forster, Ibrahima Diallo und Theo Walcott ersetzt.
Die Reds standen nach zwei sieglosen Partien unter Druck, auch, weil die Teams aus Manchester mit großen Schritten Richtung Tabellenspitze kommen. So warf Jürgen Klopp seine beste Elf ins Rennen, baute jedoch sein Dreier-Mittelfeld komplett um. Thiago, Alexander Oxlade-Chamberlain und Georginio Wijnaldum spielten für James Milner, Neco Williams und Curtis Jones. Jordan Henderson agierte als Innenverteidiger.
Der Ex-Münchner Thiago führte sich bei seinem Startelf-Comeback gleich mit zwei Fouls ein. Eines davon führte zum frühen Treffer durch den Ex-Liverpooler Danny Ings, der eine Freistoßflanke in Weltklassemanier über Alisson Becker zum 1:0 ins Netz hob (2.). Die Reds agierten danach angestachelt und drückten mächtig aufs Tempo. Southampton stellte sich im klassischen 4-4-2 den Angriffen des Meisters entgegen und ließ den Gegner nicht zur Entfaltung kommen. Liverpool tat sich sehr schwer im Spielaufbau gegen die kompakte Elf von Ralph Hasenhüttl. Kurz vor dem Pausenpfiff hatte der eingewechselte Nathan Tella die große Chance zum 2:0 (41.), ehe Mo Salah quasi mit dem Halbzeitpfiff über den Kasten köpfte (47.).
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FC Southampton - FC Liverpool

Fotocredit: Getty Images

Die Reds zeigten nach dem Wiederanpfiff ein komplett anderes Gesicht. Die Aktionen wurden nun mit viel mehr Geschwindigkeit und Bewegung ausgeführt. Southampton kam nicht mehr aus der eigenen Hälfte und hatte großes Glück, dass beim Handspiel von Jack Stephens die Pfeife stumm blieb (50.). Nach einer knappen Stunde hatte dann Sadio Mané die große Chance, doch Jack Stephens warf sich in dessen Schuss und verhinderte den Einschlag (57.). Die Szenen im Saints-Strafraum nahmen zu, die sich kaum noch befreien konnten, doch sich mit allen Männern gegen den Ausgleich stemmten. Nach einer starken Drangphase ließ der LFC jedoch mit zunehmender Spieldauer nach, wodurch sich Southampton immer wieder befreien konnte. Liverpool kam zu keiner großen Chance, verzeichnete lange Zeit keinen Schuss direkt aufs Tor. Der Underdog ließ nur Halbchancen zu und hatte kurz vor Schluss sogar das 2:0 auf dem Fuß, als der kurz zuvor eingewechselte Yan Valery den weit aus seinem Kasten Alisson Becker überwinden konnte, doch Jordan Henderson den Ball kurz vor der Linie stoppte (84.). Dem sehr müde wirkenden Meister fiel im zweiten Durchgang nicht wirklich viel ein. Southampton verteidigte mit viel Leidenschaft und hat sich den Sieg durchaus verdient.
Nach dem Spiel sah man einen emotionalen Ralph Hasenhüttl, der völlig überwältigt auf dem Boden kniete und seine Tränen nicht unterdrücken konnte. Die Saints haben nach vier sieglosen Spielen den Bock umgestoßen, während Liverpool seit drei Partien ohne Dreier ist.

Stimmen zum Spiel

Danny Ings (FC Southampton): "Ja, ein bisschen viel Planung. Wir alle wissen, wie gut Ward-Prowse bei Standardsituationen ist. Wir arbeiten die ganze Woche daran, um zu sehen, wo wir etwas einbringen können. Alle Teile kamen zusammen und zum Glück habe ich das Tor gemacht."
Jordan Henderson (FC Liverpool): "Der Start hat nicht geholfen, langsam anzufangen ist nicht unsere Art, aber wir sehen das im Moment zu oft. In der zweiten Halbzeit waren wir sehr gut, aber wir haben wieder kein Tor geschossen. Wir hatten gute Chancen und haben sie nicht reingemacht - das ist ein weiteres Problem."

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Mit diesem tollen Tor brachte Danny Ings die Saints früh mit 1:0 in Front. Es war der 50. Treffer des Ex-Liverpoolers in der Premier League, noch dazu sein frühestes Tor überhaupt nach 1 Minute und 51 Sekunden.

Das fiel auf

Der Meister ist überspielt: Die Maschine des FC Liverpool hat ordentlich Sand im Getriebe. Die drei Starstürmer Salah, Firmino und Mané wirken müde, aus dem Mittelfeld kommen keine Impulse und auch die Außenverteidiger Alexander-Arnold und Robertson spielen aktuell weit unter ihrer Form. Jürgen Klopp fehlen aktuell – defensiv wie offensiv – die Alternativen. Diogo Jota konnte die „Fab 3“ im Sturm zu Beginn der Saison sehr gut entlasten, erzielte wichtige Tore. Nun ist der Meister schon seit drei Spielen sieglos und zum zweiten Mal ohne eigenes Tor. Dennoch ließ Klopp die beiden Alternativen Minamino und Origi 90 Minuten auf der Bank.

Statistik zum Spiel: 2

Zum zweiten Mal in Folge bleiben die Reds ohne eigenen Treffer. Aus den letzten drei Partien holte der Meister nur zwei Zähler. Das 0:1 in Southampton war bereits die zweite Auswärtsniederlage in dieser Spielzeit, dem gegenüber stehen auch nur zwei Erfolge in der Fremde.
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