In den 1980er-Jahren erlangte die TV-Serie "Das A-Team" Kultstatus. Auch, weil die von George Peppard gespielte Hauptfigur Hannibal Smith nach jeder erfolgreichen Mission zufrieden feststellte: "Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert."
Was das mit Martin Ödegaard zu tun hat?
Nun, der 22-Jährige ist, wenn man so will, in London ebenfalls Teil eines A-Teams geworden - und auch der junge Norweger hebt nach seiner Vorstellung bei Arsenal die Bedeutung einer guten Planung hervor. "Wann immer man irgendwo neu hinkommt, ist es wichtig, dass es sich gut anfühlt und dass es einen Plan gibt."
Premier League
Deal perfekt: Ödegaard wechselt von Madrid nach London
27/01/2021 AM 11:42
Ödegaard hat nun ein knappes halbes Jahr Zeit, diesen umzusetzen. Für den offensiven Mittelfeldspieler geht es darum, Spielpraxis zu sammeln, sich einen Platz in der Stammformation zu erkämpfen und den Beweis anzutreten, dass aus dem Supertalent ein Superprofi geworden ist.

Arsenal die falsche Wahl für Ödegaard?

Allerdings gibt es durchaus Zweifel daran, dass das hochambitionierte "A-Team" Arsenal die richtige Wahl ist. "Er kommt jetzt auf Basis einer Kurzzeit-Leihe zu einem neuen Verein und kann sich keine zwei Monate nehmen, um sich anzupassen. Ödegaard muss sofort funktionieren", sagt der norwegische Fußball-Experte Kenneth Fredheim, der als TV-Kommentator für TVNorge und Eurosport arbeitet.
Fredheim sieht nur geringe Chancen, dass Ödegaard bei den Gunners regelmäßig über 90 Minuten zum Einsatz kommt. "Das kann ich mich nur sehr schwer vorstellen. In der Gunst von Trainer Mikel Arteta dürfte er zwar vor Bukayo Saka stehen, aber er muss sich auch gegen Emile Smith Rowe behaupten, der in den vergangenen Wochen einen hervorragenden Job gemacht hat", so der Eurosport-Experte.
Dennoch: Fredheim sicher, dass Ödegaard seine Chancen bekommen wird. "Er und Smith Rowe sind mit 22 beziehungsweise 20 Jahren sehr jung und werden nicht die Saison Partie für Partie durchspielen."
Nur: Ödegaard muss diese Chancen sofort nutzen.
"Es wird davon abhängen, wie schnell er sich an die neue Liga, den anderen Spielstil anpassen kann. Die Premier League ist nicht zwingend besser als La Liga, wenngleich das Tempo im Schnitt ein wenig höher ist", sagt Fredheim und ergänzt: "Ich bin mir ziemlich sicher, dass Arteta einfach hofft, dass er die Real-Sociedad-Ausgabe von Ödegaard bekommt."

Ödegaard: Warum nicht wieder Real Sociedad?

Tatsächlich darf die Saison 2019/2020 bei Real Sociedad in San Sebastián als die gelungenste in der Laufbahn des Mittelfeldspielers gelten. Ödegaard steuerte in 31 Ligaspielen vier Tore und sechs Assists bei und verhalf seiner Mannschaft damit zu Platz sechs. Noch besser lief es in der Copa del Rey. Ödegaard hatte mit drei Treffern und drei Vorlagen maßgeblichen Anteil am Finaleinzug.

Martin Ödegaard im Triot von Real Sociedad

Fotocredit: Getty Images

Für Experte Fredheim wäre Real Sociedad daher auch die erste Wahl bei einer weiteren Leihe gewesen. "Ödegaard hat dort einen großartigen Ruf, man kennt ihn bestens. Es wäre leichter für ihn gewesen."
Arsenal ist für den Nationalspieler indes Chance und Risiko zugleich. "Ich mag den Klub und die Art und Weise, wie er Fußball spielen will", so Ödegaard. Die fußballerische Philosophie von Coach Arteta decke sich mit seiner eigenen. "Ich glaube, dass dieser Verein sehr gut zu mir passt."

Haaland macht Ödegaard Mut

Landsmann Erling Braut Haaland sieht das ganz ähnlich. "Wenn er Selbstvertrauen mit dem Ball bekommt, können die unglaublichsten Dinge geschehen", betont der BVB-Angreifer im Gespräch mit der norwegischen Zeitung "Verdens Gang".
Ödegaards Fahrplan steht also fest: Spielpraxis sammeln, Selbstvertrauen aufbauen, Klasse unter Beweis stellen - um dann in der kommenden Saison zur festen Größe zu reifen, ob nun bei Real Madrid, Arsenal oder einem anderen A-Team. Ein guter Plan, wenn er denn funktioniert ...
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