Seit nun mehr zwei Jahren ist der Name Callum Hudson-Odoi den meisten Fußball-Fans in Deutschland ein Begriff. Der junge Engländer hatte es im Sommer 2019 als Wunschspieler des FC Bayern München seinen medialen Durchbruch in der Bundesrepublik.
Der heutige Sportvorstand Hasan Salihamidzic machte damals in der Öffentlichkeit deutlich, dass man den damals 18 Jahre alten Flügelspieler als potentiellen Nachfolger für die Vereinsikonen Arjen Robben und Franck Ribéry verpflichten wollte.
Doch aus dem Geschäft wurde nichts, es zerplatzte auf der Zielgeraden. Ein Jahr später holte der Rekordmeister stattdessen Leroy Sané nach München, der nach etwas Anlaufzeit nun konstant abliefert.
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Während der FC Bayern die Planstellen auf den offensiven Außenbahnen fürs erste also geschlossen hat, scheint die Zukunft von Hudson-Odoi weiterhin unklar. Das suggerieren zumindest die täglich neuen Gerüchte um den heute 20-Jährigen. Kurz vor Ende des Sommer-Transferfensters habe der BVB zuschlagen wollen, um den Abgang Jadon Sanchos zu Manchester United zu kompensieren, nun soll der FC Liverpool Interesse angemeldet haben. Auch Manchester United, ManCity und Real Madrid wurden schon mit dem Engländer in Verbindung gebracht.
Stellt sich die Frage, warum all diese Vereine so scharf auf Hudson-Odoi sein sollen. Immerhin konnte sich dieser bis dato bei den Blues weder unter Frank Lampard noch unter Thomas Tuchel auf absolutem Topniveau durchsetzen.

Hudson-Odoi: Fraglos großes Entwicklungspotentzial

Zunächst einmal gilt es festzuhalten: Callum Hudson-Odoi ist noch immer erst 20 Jahre alt - und damit beispielsweise ganze acht Monate jünger als Jadon Sancho. Der Grund, warum es dennoch so wirkt, als befinde sich der Youngster seit Monaten in der Schaffenskrise, sind seine unübersehbaren Veranlagungen.
"Er hat Qualitäten, die zu unserem Spiel passen. Er ist dribbelstark, trickreich, hat guten Zug zum Tor und ist ein junger Spieler, der großes Potenzial besitzt, sich noch weiterzuentwickeln. Hudson-Odoi ist ein Spieler, der uns gut zu Gesicht stehen wird", schwärmte Salihamidzic im Winter-Trainingslager des FC Bayern 2019 in Doha noch siegessicher in Sachen eines Transfers.
Es ist in der Tat die Kombination aus Tempo und Dribbelstärke, die Zuschauer und natürlich auch Vereinsverantwortliche auf der ganzen Welt in ihren Bann zieht. Spieler mit diesen Attributen versprechen Spektakel, werden nicht selten zu Publikumslieblingen und lassen sich bestens vermarkten.

Thomas Tuchel im Gespräch mit Callum Hudson-Odoi

Fotocredit: Getty Images

Beim FC Chelsea glaubt traut man dem Eigengewächs grundsätzlich eine solche Entwicklung zu, ließ es deshalb im Sommer eben nicht, zum Beispiel nach Dortmund, ziehen. Auch wenn sich Hudson-Odois Situation derzeit kompliziert darstellt - denn unter Tuchel ist er allenfalls Ergänzungsspieler.

Callum Hudson-Odio: Das bekannte Spiel der Berater

Fakt ist: junge Spieler brauchen Spielzeit, um sich entwickeln zu können. Bleibt diese aus, brodelt die Gerüchteküche. Nicht selten kocht dann auch die Beraterseite mit und wirft den einen oder anderen angeblichen Interessenten in den Topf, um den Druck auf den Verein zu erhöhen.
Wer die Mechanismen des Profifußballs kennt, wird sich daher über immer wiederkehrende Namen im Wechselfenster nicht wundern. Vor allem, wenn es sich dabei um so talentierte Profis wie Hudson-Odoi handelt.

Callum Hudson-Odoi

Fotocredit: Getty Images

Auch beim angeblichen Interesse des FC Liverpool scheint es sich nur um heiße Luft zu handeln, wie Chelsea-Experte Pete Sharland von Eurosport in London erklärt: "Die Geschichte mit Hudson-Odoi und dem FC Liverpool ist mit großer Vorsicht zu genießen. Es gibt keine verlässlichen Quelle, die darüber berichten. Anders als das beim Interesse des FC Bayern oder BVB war."
Laut Sharland fühle es sich aktuell zumindest so an, als habe sich der Spieler seine schwierige Situation angenommen und wolle beim amtierenden Champions-League-Sieger um einen Stammplatz kämpfen.
"Auch, wenn es schwer zu sagen ist, was er will, da er nicht viel redet", merkt Sharland an.

Callum Hudson-Odoi: Das nächste Transferfenster kommt bestimmt

In der Premier League schaffte es Hudson-Odoi in der laufenden Spielzeit an den ersten fünf Spieltagen nur einmal auf das Spielfeld. Beim 3:0-Heimsieg gegen Aston Villa durfte er 82 Minuten lang wirbeln, blieb dabei ohne Torbeteiligung. Ansonsten schmort der talentierte Flügelspieler auf der Ersatzbank.
Sharland sieht das kritisch: "Ich denke, Hudson-Odoi muss zu einem Team wie Borussia Dortmund wechseln. Es ist bei Chelsea nur schwer vorstellbar, dass sich etwas grundlegendes an seiner Situation ändert. Reece James und Cesar Azpilicueta werden unter Tuchel auf dem rechten Flügel bevorzugt. Zudem stehen Mason Mount, Christian Pulisic, Kai Havertz und auch Timo Werner alle vor ihm in der Hierarchie. Er braucht regelmäßige Spielpraxis und da hätte er mehr Möglichkeiten in Dortmund oder auch in Leipzig."
Laut Eurosport-Informationen lässt sich Hudson-Odoi mittlerweile von seinem Bruder Bradley beraten. Dieser wird, sollte der englische Nationalspieler weiter nur Ergänzungsspieler sein, auch in den kommenden Transferfenstern versuchen, seinen Bruder bei dem einen oder anderen Verein ins Gespräch zu bringen.
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