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Tottenham Hotspur: Antonio Conte lässt epische Wutrede ab - emotionaler Motivationsversuch oder erzwungene Entlassung?
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Publiziert 24/03/2023 um 00:42 GMT+1 Uhr
Die Wutrede von Antonio Conte weckte Erinnerungen an den legendären Ausbruch von Giovanni Trapattoni. Doch der Tottenham-Coach ließ nicht nur seinen Ärger über einen einzelnen Spieler aus. Vielmehr sorgte der 56-jährige Italiener mit seinem Rundumschlag für einen Eklat, dessen Folgen noch unklar sind. Was hinter dem Wutausbruch des Trainers stecken könnte.
Sorgte mit einer Wutrede für Aufsehen: Antonio Conte
Fotocredit: Getty Images
Für über neun Minuten ließ Conte während der jetzt schon legendären Wutrede seinen Frust heraus. Anlass für den Ausbruch war das 3:3 beim Tabellenletzten Southampton, die Spurs gaben den Sieg nach 3:1-Führung noch aus der Hand. Auf der anschließenden Pressekonferenz holte Conte zum Rundumschlag aus - und zog über die Einstellungen seiner Spieler sowie die Mentalität des Vereins her.
"Elf selbstsüchtige Spieler, die sich gegenseitig nicht helfen wollten und ohne Herz spielten", bilanzierte Conte und schob nach: "Wir sind kein Team. Kein Feuer in den Augen. Hier ist man das schon seit langer Zeit gewohnt." Eine zerschmetternde Beurteilung, die viele Fragen aufwirft.
Als Trainer gewann Conte vier Meisterschaften in Italien und eine in England. Als Spieler triumphierte der Italiener in der Champions League. Die Bilanz des 53-Jährigen ist beeindruckend. Dass ein so renommierter Coach so heftig ausbricht, erscheint verwunderlich. Was wollte Conte also mit der Explosion erreichen?
Die Spekulationen darüber sind breit gefächert. Manche unterstellen dem Trainer, er habe seine Entlassung forcieren wollen. Die Rede ist von einer satten Abfindung, die Conte im Falle einer Kündigung zustehen würde. Mehrere Medien berichten bereits, dass der 53-Jährige in London vor dem Rausschmiss steht.
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Wutrede: Conte rechnet mit Tottenham ab - "Ist inakzeptabel"
Quelle: Perform
Contes Wutausbruch: Ein verzweifelter Weckruf?
Andere glauben, der Trainer habe aus Frust gehandelt und den Verein aufwecken wollen. Fakt ist: Trotz überdurchschnittlichen Kader-Investitionen hat Tottenham seit dem Ligapokal 2008 keinen einzigen Titel mehr gewonnen. Auch höchst erfolgreiche Trainer wie José Mourinho oder nun Antonio Conte konnten die Titelflaute nicht beenden. Möglicherweise nimmt das Problem nicht auf der Trainerbank Platz, sondern liegt tiefer in den Strukturen des Vereins.
Die Konkurrenz läuft Tottenham seit Jahren davon. Egal ob Chelsea, Liverpool, Manchester City oder sogar kleinere Vereine wie Leicester City oder Wigan Athletic: Alle Klubs haben seit 2008 Titel gesammelt. Tottenham scheitert trotz teurer Verstärkungen Jahr für Jahr.
Und so scheint auch Conte daran zu zweifeln, dass die Gründe für die anhaltende Titeldürre marginal sind. Möglicherweise nahm der Italiener mit seiner Hetztirade die eigene Entlassung in Kauf. Dass seine Kritik deshalb an den Haaren herbeigezogen ist, heißt das aber nicht.
"Jeder muss nun Verantwortung übernehmen, nicht nur der Klub, der Trainer und der Staff, sondern auch die Spieler. Tottenham muss sich ändern." Wenn man so weitermachen wolle, "dann können sie gerne wieder den Trainer wechseln, noch viele Trainer, aber das ändert nichts an der Situation", stellte Conte fest. Möglicherweise unternahm der Italiener einen letzten verzweifelten Motivationsversuch. Eine Explosion, um unter seinen Spielern ein Feuer zu entfachen.
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Thomas Tuchel und Antonio Conte
Fotocredit: Getty Images
Mit Schimpftirade eine Grenze überschritten?
Als impulsiver Coach hat Conte schon öfters Aufsehen erregt. Es ist nicht das erste Mal, dass der Italiener durch vorgelebte Emotionalität versucht hat, seine Spieler anzuspornen. Doch möglicherweise sind die Methoden des 53-Jährigen veraltet. Heute ist es für einen Trainer wichtiger denn je, die Spieler mit Respekt zu behandeln. Ob Conte nach diesem Auftritt noch das Vertrauen der Mannschaft genießt, erscheint höchst fraglich.
So empfand Ex-Bayern-Profi Pierre-Emile Höjbjerg die Wutrede seines Trainers als unangebracht: "So etwas tut man nicht, wenn man das Viertelfinale der Champions League erreicht hat und im Halbfinale des FA Cups steht", erklärte der Däne. Ex-Mitspieler Matt Doherty vertrat eine andere Meinung und sprang Conte zur Seite. Conte sei "absolut ehrlich zu seinen Spielern" und "sagt der Presse nichts, was er nicht auch uns sagen würde".
Möglicherweise hat Conte höhere Ziele im Kopf als das Viertelfinale der Champions League. Doch ob der Italiener diese mit Tottenham angreifen wird, daran besteht seit seinem Wutausbruch berechtigter Zweifel.
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Quelle: Perform
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