Manchester City - FC Liverpool - Drei Dinge, die im Topspiel auffielen: Guardiola-Elf lässt die Reds am Leben

Manchester City und der FC Liverpool haben es im Topspiel verpasst, ein Ausrufezeichen im Titelrennen zu setzen. Nach intensiven 90 Minuten hieß es 2:2 (2:1) - ein schmeichelhafter Punktgewinn für die Reds, die eine Halbzeit zum Vergessen erlebten. Obwohl City über weite Strecke dominierte und auch Pep Guardiolas Trumpf stach, mussten sich die Skyblues Kritik gefallen lassen. Was uns auffiel.

"Wen kümmert das?" Klopp reagiert auf ManCity-Stil

Quelle: Perform

Tabellenführer gegen Verfolger, Pep Guardiola gegen Jürgen Klopp, oder wie es Liverpool-Ikone Jamie Carragher bezeichnete, das "Duell der beiden besten Mannschaften der Welt."
An Superlativen wurde im Vorfeld des Titel-Showdowns zwischen Manchester City und dem FC Liverpool wahrlich nicht gespart - doch das Topspiel sollte halten, was es versprach.
Die zu Beginn wie entfesselt aufspielenden Citizens gingen zweimal durch Kevin De Bruyne (5.) und Gabriel Jesus (36.) in Front. Diogo Jota (12.) und Sadio Mané (46.) sicherten dem FC Liverpool und Startrainer Jürgen Klopp ein unter dem Strich glückliches 2:2-Remis.
Drei Dinge, die uns beim Spitzenspiel auffielen.

1. City lässt Liverpool am Leben

Ganz Fußball-England blickte am Sonntag gespannt nach Manchester.
Wie so häufig stellte sich jedoch im Vorfeld des Titel-Showdowns die Frage, ob es das von Klopp prognostizierte Spektakel oder eine eher taktisch geprägte Partie werden sollte. Die mehr als überdeutliche Antwort darauf lieferten die Citizens bereits nach nicht einmal fünf Minuten, als Raheem Sterling freistehend an Reds-Keeper Alisson Becker scheiterte.
Besser machte es De Bruyne wenige Augenblicke später, als er im Mittelfeld an Fabinho vorbeispazierte und mit etwas Glück (abgefälscht von Marvin Matip) zum 1:0 traf. Auch in der Folge gelang es den Hausherren immer wieder, mit chirurgisch präzisen Pässen aus dem Halbfeld die Liverpooler Hintermannschaft zu überlisten. Beim zweiten Treffer der Skyblues durch Jesus war es ein Geniestreich von João Cancelo, der den Brasilianer mit einem perfekt getimten Chippass in Szene setzte.
"Ich denke, dass wir heute sehr gut gespielt und das Spiel dominiert haben. Wie wir heute gespielt haben, war sehr, sehr gut. Wir müssen mehr Tore machen, das ist das einzige Manko. Ansonsten haben wir gut gespielt", konstatierte ein merklich enttäuschter De Bruyne im Anschluss bei "Sky".
Die Statistiken spiegeln die Aussagen des Belgiers gut wieder: Eine Bilanz von 7:2 Torschüsse und eine Zweikampfbilanz von fast 63 Prozent verdeutlichten die Überlegenheit der Hausherren im ersten Durchgang. Einzig die Chancenverwertung war die eines englischen Meisters nicht würdig. "Wir haben das Gefühl, eine große Chance ausgelassen zu haben. Wir waren die bessere Mannschaft und hätten im gegnerischen Drittel viele Entscheidungen besser treffen können.", haderte Guardiola.
Nachdem sich beide Teams in den zweiten 45 Minuten dann weitestgehend neutralisierten, waren es in der Schlussphase erneut die Citizens, die den Lucky Punch gleich mehrere Male auf dem Fuß hatten. Der eingewechselte Riyad Mahrez traf mit einem direkten Freistoß jedoch erst nur den Pfosten (90.) und kurz darauf im gegnerischen Strafraum die falsche Entscheidung (90.+4).
"Liverpool muss über den Punkt froh sein, weil City über 90 Minuten dominanter war und die besseren Chancen hatte", brachte es "Sky"-Experte und Ex-Liverpool-Profi Dietmar Hamann auf den Punkt.
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Phil Foden - Manchester City

Fotocredit: Getty Images

2. Liverpools Halbzeit zum Vergessen

Klopp schüttelte immer wieder ungläubig den Kopf und auch die Anhänger der Reds dürften ihre Mannschaft in den Anfangsminuten kaum wiedererkannt haben.
Die Gäste hatten zunächst keinerlei Spielkontrolle und entsprechend kaum einmal längere Ballbesitzphasen. Grund dafür war das hohe Pressing von City, mit dem sie den Gegner schier permanent unter Stress setzten.
Doch nicht nur im eigenen Aufbauspiel offenbarte Liverpool Schwächen, sondern auch im Spiel gegen den Ball übte die Klopp-Elf zu wenig Druck auf die ballführenden Gegenspieler aus, sodass diese mit langen Bällen immer wieder die extrem hoch stehende Abwehrkette der Liverpooler aushebeln konnte.
"Wir haben am Anfang viel Druck von City bekommen zu Beginn. Es war alles hektisch", räumte Liverpool-Kapitän Jordan Henderson nach der Partie ein. Gerade einmal zwei Torschüsse brachte Liverpool, bei denen sich selbst Stars wie Thiago und Fabinho teilweise äußerst fehleranfällig präsentierten, in Halbzeit eins zustande. Entsprechend schmeichelhaft war der Pausenstand von 1:2.
Es dauerte bis zu Beginn der zweiten Halbzeit und dem Treffer von Mané zum 2:2-Endstand, ehe der Champions-League-Sieger von 2019 im Topspiel richtig ankam und City auf Augenhöhe begegnete. "Es war wie ein Boxkampf. Du hast für eine Sekunde deine Arme unten und bekommst einen massiven Schlag und du zitterst ein bisschen“, sagte Klopp und führte weiter aus: "Das war ein tolles Spiel und ein Ergebnis, mit dem wir leben müssen und leben können."
Bei aller Kritik ist jedoch positiv hervorzuheben, dass Liverpool trotz aller Rückschläge große Moral bewies. "Wir haben nicht verloren und haben Charakter gezeigt. Wir sind zweimal nach einem Rückstand zurückgekommen", freute sich Henderson.
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Virgil van Dijk, Thiago und Diogo Jota (von links) - FC Liverpool

Fotocredit: Getty Images

3. Peps Trumpf sticht

Trainerfuchs Guardiola hatte wieder einmal alle Experten im Vorfeld des Titelshowdowns verblüfft.
Anstelle des formstarken Mahrez durfte Jesus, der mit zwei Saisontreffer in der laufenden Spielzeit bislang nicht gerade als ausgewiesener Torjäger in Erscheinung getreten ist, in der offensiven Dreierreihe beginnen.
"Das ist ein Stück weit überraschend", wunderte sich Hamann. Der ehemalige Nationalkeeper René Adler pflichtete seinem Experten-Kollegen bei. "Er hatte bislang keine gute Saison, deshalb wundert mich das schon."
Guardiola hatte sich bei der Nominierung des 25-Jährigen aber durchaus seine Gedanken gemacht, wie er verriet. "Er ist sehr erfahren und hat bereits einige Spiele gegen Liverpool gemacht, deshalb haben wir uns für ihn entschieden", begründete er seine Entscheidung. Der Erfolg sollte dem Starcoach recht geben.
Jesus war an vorderster Front ein ständiger Aktivposten und sorgte mit seinen tiefen Läufen immer wieder für Gefahr. Seine imponierende Leistung krönte er mit einem technisch anspruchsvollen Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1. "Ein sensationeller Abschluss", schwärmte Hamann.
Der Brasilianer verbuchte bis zu seiner Auswechslung in der 83. Minute (für Jack Grealish) die meisten Torabschlüsse (vier), ließ jedoch wie auch seine Teamkollegen die eine oder andere gute Möglichkeit liegen. Alles in allem hat sich der Angreifer aber ohne Zweifel für weitere Aufgaben empfohlen.
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Guardiola erklärt nach Topspiel: Dann werden wir nicht Meister

Quelle: Perform

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