Worauf wartet er?
Diese Frage dürften sich dieser Tage viele stellen, die es mit dem FC Liverpool halten.
Seit Wochen befinden sich die Reds und Stürmerstar Mohamed Salah in Gesprächen über eine Vertragsverlängerung - auf eine Unterschrift des Ägypters wartet man bisher vergeblich.
Premier League
Nach langer Hängepartie: Zukunft von Liverpool-Star Salah geklärt
VOR 7 STUNDEN
"Wir können nicht viel mehr tun, so ist es nun mal", sagte Trainer Jürgen Klopp am vergangenen Freitag und gab das Heft des Handelns sinnbildlich an seinen Spieler weiter: "Es ist Mos (Mohamed Salah, Anm. d. Red.) Entscheidung. Der Verein hat getan, was der Verein tun kann."
Eine Aussage, für die Berater Ramy Abbas Issa nur sieben lachende Smileys übrig hatte und damit die Stimmungslage in Liverpool maßgeblich beeinträchtigte.

Salahs Berater sorgt für Verwirrung

Unter dem Tweet des Salah-Beraters sammelten sich binnen Minuten mehrere Tausend Kommentare.
Zum einen, weil allein die Möglichkeit, dass die Reds ihren Superstar trotz der großen finanziellen Möglichkeiten aus Gründen der Knausrigkeit ziehen lassen könnten, bei so manchem Anhänger für schlechte Stimmung sorgte.
Andere wiesen Abbas Issa in Kommentaren unter dem Tweet darauf hin, dass man notfalls auch Salah verzichten könne. Der Klub stehe nämlich über allem.

Mohamed Salah und Jürgen Klopp

Fotocredit: Getty Images

Klopp macht sich über Dinge, die auf Twitter passieren "keine Sorgen", sondern findet, "dass es im Moment so ist, wie es sein sollte. Die unentschlossenen Parteien stehen in Kontakt und den Rest werden wir sehen."
Woran es hakt, dürfte klar sein. Der "Daily Mirror" berichtete schon im vergangenen September davon, dass Salah satte 30 Millionen Euro Jahresgehalt fordere - eine Summe, die seine aktuellen Bezüge fast verdreifachen würde.
Damit könnte der Stürmer zu hoch gepokert haben.

Salah auf dem Weg zur Vereinsikone

Kaum ein Spieler hat die jüngere, äußerst erfolgreiche Vergangenheit des FC Liverpool so sehr geprägt wie Mohamed Salah. Im Jahr 2017 wechselte der Stürmer vom AS Rom zu den Reds und war fortan der Goalgetter schlechthin. In nur einer Saison seit seiner Ankunft blieb Salah unter der 20-Tore-Marke in der Premier League (2019/20; 19 Treffer).
In der klubinternen Torschützenliste in der Premier League steht der Ägypter mit 115 Ligatreffern hinter Robbie Fowler (128), Steven Gerrard (121) und Michael Owen (118) bereits auf Rang vier. Es ist nicht ausgeschlossen, dass er noch in dieser Saison an der Spitzenposition in diesem Ranking kratzt.
Die Top-Torschützen des FC Liverpool in der Premier League
PositionNameSpieleToreTore/Spiel
1.Robbie Fowler2661280,48
2.Steven Gerrard5041210,24
3.Michael Owen2161180,55
4.Mohamed Salah1711150,67
5.Sadio Mané187860,46
6.Roberto Firmino226700,31
Salah und der FC Liverpool, das war bisher eine Liebesbeziehung ohne Makel und sollte am Karriereende für den 29-Jährigen mit Legendenstatus in Anfield enden. Doch das Denkmal könnte zu bröckeln beginnen, ehe es komplett fertiggestellt ist.
Rio Ferdinand brachte es kürzlich bei "BT Sports" wie folgt auf den Punkt: "Salah hat die Wahl. Will er in Liverpool zu einer absoluten Ikone werden oder geht es ihm nur ums Geld?"

Salah: Es dreht sich nur ums Geld

Glaubt man Salah, würde er "nichts Verrücktes" fordern, wobei "verrückt" angesichts der kolportierten 30 Millionen Euro Jahresgehalt ja auch immer Definitionssache ist.
Premier-League-Experte Pete Sharland von Eurosport UK in London bringt etwas Licht ins Dunkel: "Bei Salahs Vertrag dreht sich alles um Geld. So einfach ist das. Trotz einiger Flirts mit Real Madrid in den letzten Jahren gab und gibt es keine Anzeichen dafür, dass Salah Liverpool verlassen will. Das Problem ist, dass er höchstwahrscheinlich um ein Vertragsangebot bittet, das die Lohnstruktur der Reds zerstört."
Laut Statista ist Salah schon aktuell Topverdiener beim LFC, verdient rund 13 Millionen Euro im Jahr - deutlich zu wenig, wie er selbst findet.

Mohamed Salah

Fotocredit: Getty Images

"Ich glaube, er und sein Agent haben Salahs Marktwert abgefragt", sagt Sharland weiter. "Sie wollen, dass er so bezahlt wie es sich für einen der fünf besten Spieler der Welt gehört. Das Problem ist, dass Liverpool das unter FSG (die amerikanische Investorengruppe "Fenway Sports Group") nicht zahlen wird."

Salah spielt mit Legendenstatus

Fakt ist: Es wird nicht viele Vereine geben, die Salahs Gehaltswunsch erfüllen können und wollen. Eigentlich werden solche Summen nur bei PSG und den beiden Reds-Kontrahenten aus Manchester gezahlt. Wechselt er innerhalb der Insel die Lager, dürfte es mit Salahs Legendenstatus in Liverpool problematisch werden.
Bliebe also Paris, wo frische Superstars nach dem frühen Champions-League-K.o. und dem wahrscheinlichen Abgang von Kylian Mbappé gebraucht werden könnten.
Bayern-Star Alphonso Davies kann die ganze Aufregung um Salah übrigens nicht so recht verstehen und tat kürzlich in einem Livestream für seine Fans seinen Lösungsansatz für die Situation öffentlich kund.
Er lautet: "Gebt dem Typen sein Geld."
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