PSG nach Champions-League-Aus ein Häufchen Elend: Bricht das Team um Neymar, Messi und Mbappé jetzt auseinander?

Paris Saint-Germain ist nach dem frühen K.o. im Achtelfinale der Champions League nur noch ein Häufchen Elend. Beim Ligaheimspiel gegen Girondins Bordeaux gab es gellende Pfiffe gegen die Superstars Neymar und Lionel Messi, die nun mit einem Abgang in Verbindung gebracht werden. Die Ultras fordern in einem öffentlichen Statement gar Veränderung an der Spitze des Klubs. Fliegt PSG nun auseinander?

NEymar Jr. (l.) und Lionel Messi von PSG

Fotocredit: Getty Images

Sie konnten einem fast schon leidtun.
Bei jedem Ballkontakt der Superstars Neymar und Lionel Messi hallten beim 3:0-Heimsieg gegen Girondins Bordeaux gellende Pfiffe durch den Pariser Prinzenpark. Selbst beim Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0, den Neymar höchstpersönlich erzielte, wurde der Brasilianer ausgepfiffen.
Das unerwartet frühe Ausscheiden im Champions-League-Achtelfinale gegen Real Madrid hat den stolzen Hauptstadtklub in ein Häufchen Elend verwandelt und die Fans gegen die eigene Mannschaft aufgebracht. In gewisser Weise nachvollziehbar, denn im Sommer rüstete PSG seinen ohnehin schon hochkarätig besetzten Kader spektakulär auf.
Unter anderem landeten Sergio Ramos, Georginio Wijnaldum, Achraf Hakimi, Gianluigi Donnarumma und kein geringerer als Lionel Messi im Einkaufswagen. Ein beispielloser Großangriff auf den Henkelpott, der jäh scheiterte und das Konstrukt PSG ganz grundsätzlich in Frage stellt.
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Pfeifkonzert für PSG-Stars: Eigene Fans strafen Messi und Neymar ab

Quelle: Perform

PSGs bittere Erkenntnis: Erfolg kann man nicht kaufen

Eine alte Fußball-Weisheit besagt: Erfolg kann man nicht kaufen. Am Beispiel von Paris Saint-Germain, das seit dem Einstieg der Investorengruppe Qatar Sports Investments im Jahr 2011 rund 1,4 Milliarden Euro in den Kader pumpte, kann der Wahrheitsgehalt dieser Aussage jährlich überprüft werden.
In Bezug auf die französische Meisterschaft darf sie getrost als unwahr deklariert werden, denn in acht der elf Jahre mit Taschen voller Geld schnappte sich PSG den nationalen Meistertitel. Drei Mal wurde man Zweiter.
Doch blickt man auf das eigentlich angestrebte Ziel der Investoren, den Gewinn der Champions League, trifft die Weisheit vollumfänglich zu. Ein Finale (2020, 0:1 gegen den FC Bayern), ein Halbfinale (2021), vier Mal Viertelfinale (2013, 2014, 2015, 2016) und nun auch vier Mal Achtelfinale (2017, 2018, 2019, 2022) lautet die magere Bilanz des Klubs in der geldsorgenlosen Ära seit 2011.
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Lionel Messi

Fotocredit: Getty Images

Kein K.o. der Vergangenheit tat jedoch so sehr weh wie der diesjährige, denn der personelle Aufwand übertraf von den Namen alles zuvor Dagewesene.
Wie also jetzt weitermachen, wo selbst die größte Transferoffensive in der Geschichte des Fußballs schon im Achtelfinale verpuffte?

PSG: QSI wird Dinge verändern

"Die Lage des Klubs macht eine vollständige Neuorganisation auf allen Ebenen und eine alltägliche Präsenz seines Präsidenten notwendig", schrieb das "Collectif Ultras Paris" vor dem Duell mit Bordeaux auf Twitter und machte damit den Standpunkt der organisierten Fanszene deutlich.
Die Forderung sei nicht als persönlicher Angriff auf Al-Khelaifi zu verstehen, heißt es in dem Statement. Man sei dem Vereinsboss dankbar für die Investitionen der vergangenen Jahre, die PSG zurück in die Riege der absoluten Topklubs gebracht hätten. Man vergesse nicht so schnell.
Jedoch müsse man feststellen, "dass er nicht der Mann der Stunde ist".

Leonardo vor dem Aus

PSG verdiene Menschen, "die dem Klub dienen und sich nicht an ihm bedienen", hieß es weiter.
PSG-Experte Vincent Bregevin von Eurosport Frankreich in Paris sieht im Sommer Veränderungen in der Vereinsführung kommen - dass Al-Khelaifi persönlich seinen Platz räumen muss, sei aber eher unwahrscheinlich.
"Nasser Al-Khelaifi und Sportdirektor Leonardo wurden harsch kritisiert und die Investorengruppe hätte gute Gründe, die Richtung zu ändern und sich von ihnen zu trennen", sagt Bregevin.
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Mauricio Pochettino, Leonardo, Nasser Al-Khelaifi (PSG)

Fotocredit: Getty Images

In erster Linie erwarte man in Frankreich aber den Abgang von Leonardo. Auch ein grundsätzlicher Rückzug von QSI stehe trotz der herben Enttäuschung nicht zur Debatte. "Der Prozess hat gerade erst begonnen, das Hauptziel bleibt dasselbe", sagt Bregevin. Ergo: Champions League.

PSG: Es wird Veränderungen geben

Als sicher gilt jedoch, dass dieses Hauptziel mit einem auf einigen Positionen veränderten Kader angegangen werden wird. Die gemeinsame Zeit von Kylian Mbappé, Lionel Messi und Neymar als Sturmtrio dürfte am Saisonende nach nur einem Jahr vorbei sein.
Mbappés Vertrag endet am 30. Juni 2022, ein Wechsel zu Real Madrid zeichnet sich immer mehr ab, auch wenn der Franzose seine Entscheidung noch nicht offiziell bekanntgemacht hat und PSG mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln versucht, sein wertvollstes Asset zu halten.
Auch kursieren wie schon in den vergangenen Jahren erneut Abwanderungsgerüchte um Neymar, dem die Pfiffe im Heimspiel gegen Bordeaux besonders zugesetzt haben und den Wunsch nach einem Abschied gestärkt haben sollen.
Berichte um eine mögliche Messi-Rückkehr nach Barcelona machen seit dem Champions-League-Aus selbstverständlich ebenfalls die Runde.
Als relativ sicher gelten die Abgänge von Ángel Di María, der seinen Startelfplatz in dieser Saison verlor, und Transferflop Sergio Ramos. Auch ist unwahrscheinlich, dass Paris sowohl mit Donnarumma als auch Keylor Navas im Tor weitermacht.

Der Fluch der großen Verträge

Dem Umbruch im Wege stehen wie so oft die großen Verträge der Superstars. Diese machen es für aufnahmewillige Vereine annähernd unmöglich, einen Transfer zu realisieren.
Und so wird auch im kommenden Jahr ein Großteil der bei PSG unter Vertrag stehenden Spieler dem großen Ziel, dem Henkelpott, nachjagen - und womöglich von kostspieliger Verstärkung dabei unterstützt werden.
Fest in dem Glauben, dass man Erfolg eben doch kaufen kann.
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Quelle: Perform

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