Jürgen Klopp denkt voller Ehrfurcht an seine erste Begegnung mit Sir Alex Ferguson. "Wir hatten ein gemeinsames Frühstück. Für mich war es so, als würde ich den Papst treffen", erzählte der Trainer des FC Liverpool. Superstar Cristiano Ronaldo bezeichnet Ferguson noch heute als "Vaterfigur". Und für Jupp Heynckes ist die britische Teammanager-Ikone schlicht "stilbildend".
38 (!) Titel holte Ferguson mit seinem Herzensverein Manchester United, darunter den legendären Triumph in der Champions League 1999 gegen den FC Bayern. Für die Münchner war es "die Mutter aller Niederlagen", für Ferguson ein wichtiger Teil seiner Legende. Längst trägt die Nordtribüne des berühmten Old Trafford seinen Namen, vor der Arena ist er als Bronze-Statue verewigt. Am Freitag feiert Sir Alexander Chapman Ferguson nun seinen 80. Geburtstag.
Geboren wurde er 1941 im Glasgower Arbeiterstadtteil Govan. Ferguson ist gelernter Werkzeugmacher, war nach seiner Karriere als Profi bei mehreren schottischen Klubs kurze Zeit sogar Kneipenwirt, ehe er über den FC East Stirlingshire, den FC St. Mirren und den FC Aberdeen am 6. November 1986 bei Manchester United landete.
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Ferguson prägte die erfolgreichste Ära der Vereinsgeschichte. 1999 schlug ihn Queen Elizabeth II sogar zum Ritter. Als er am 19. Mai 2013 nach 27 Jahren zum letzten Mal auf der United-Bank saß, hatte er sein Team in 1500 (!) Pflichtspielen betreut.

Fußball, die Leidenschaft des "Verrückten"

Der knorrige "Fergie" pflegte im Umgang mit seinen Stars einen autoritären Führungsstil, setzte auf harte Arbeit und Disziplin. Wer nicht mitzog, flog raus - selbst wenn man David Beckham oder Roy Keane hieß.
Ferguson konnte laut werden, cholerische Ausbrüche waren keine Seltenheit. "Wenn du verlierst und Sir Alex glaubt, dass du dein Bestes gegeben hast, gibt es kein Problem. Aber wenn du dich hängen lässt und verlierst, solltest du auf deine Ohren aufpassen", sagte Stürmer Andy Cole einmal.
Legendär sind auch Fergusons Sprüche. "Sie sollten nicht versuchen, in das Gehirn eines Verrückten zu schauen", sagte er einst über sich selbst. Auf die Frage, was er nach seiner Karriere machen werde, antwortete der kauzige Schotte trocken: "Ich bin so ein verdammt talentierter Kerl. Vielleicht fange ich an zu malen oder sowas."

Ferguson hinterlässt riesige Fußstapfen

An seinem Vermächtnis bei Manchester United scheiterten in José Mourinho, Louis van Gaal oder zuletzt Ole Gunnar Solskjaer schon einige prominente Trainer. Aktuell versucht Ralf Rangnick, die riesengroßen Fußstapfen von Ferguson auszufüllen.
Welchen Helden-Status Ferguson bei United genießt, zeigte sich auch vor drei Jahren. Als die Klubikone nach einer Notoperation wegen einer lebensbedrohlichen Hirnblutung und mehreren Wochen zwischen Hoffen und Bangen erstmals wieder in sein Old Trafford zurückkehrte, gab es minutenlang Standing Ovations von den Fans. Die ganze Fußball-Welt sei "glücklich darüber", sagte auch Mourinho anschließend, "dass Sir Alex Ferguson zurück und gesund ist".
Ferguson selbst mag es allerdings nicht, wenn er zu sehr in den Mittelpunkt gestellt wird. Auch die vielen persönlichen Auszeichnungen waren ihm nie so wichtig. Es sei "völlig egal", sagte er vielmehr, "wer was in diesem Klub macht. Ewig bleiben wird nur der Name Manchester United." Aber immer verbunden mit Sir Alexander Chapman Ferguson.
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