Drei Dinge, die bei FC Liverpool – Manchester United auffielen: Der historische Rausch

An der Anfield Road ereignete sich am Sonntagabend Historisches: Der FC Liverpool bezwang Rekordmeister und Erzrivalen Manchester United 7:0 (1:0). Damit feierten die Reds, die sich in der zweiten Halbzeit in einen Rausch spielten, den höchsten Sieg gegen die Red Devils in der Geschichte des englischen Fußballs. Drei Dinge, die beim Wahnsinn an der Mersey auffielen.

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Quelle: SID

Allzu viele Punkte hatte Manchester United in den vergangenen Jahren nicht im Gepäck, wenn es von der Anfield Road zurück in Richtung Old Trafford ging. Der bis dato letzte Sieg beim Erzrivalen an der Mersey datiert vom Januar 2016.
Nach langer Zeit waren die Vorzeichen jedoch an diesem Sonntag anders: Elf Partien in Serie hatte die Mannschaft von Trainer Erik ten Hag nicht mehr verloren, die Red Devils schickten sich bisweilen gar an, wieder ins Rennen um die Meisterschaft einzugreifen. Zwar zeigte die Formkurve der Liverpooler zuletzt auch wieder nach oben, insgesamt verläuft die aktuelle Saison jedoch nicht unbedingt nach Plan.
Kurz gesagt: United legte die knapp einstündige Fahrt ans Meer als Favorit zurück - und ahnte nicht, dass es Stunden später historisch gedemütigt wieder von dannen ziehen würde. 0:7 hieß es am Ende aus Sicht des Rekordmeisters, nie zuvor verlor ein United-Team höher gegen Liverpool.
Sah zum Pausenpfiff noch alles nach einem halbwegs normalen Duell der beiden Spitzenklubs aus (Gakpo hatte Liverpool 1:0 in Führung gebracht), entwickelte sich die zweite Hälfte für United zu einem echten Horrorfilm, der gleich sechs Schreckmomente bereithalten sollte.
Drei Dinge, die beim Wahnsinn an der Anfield Road auffielen.

1.) Das berauschende Trio

Es waren diejenigen, die in dieser Spielzeit nicht immer gut wegkamen, die einem regnerischen, tristen Sonntagabend unvergleichliche Magie verliehen. Beispielsweise Darwin Núñez. Der Uruguayer kam mit reichlich Vorschusslorbeeren für 100 Millionen Euro im Sommer von Benfica Lissabon auf die Insel und steht seither regelmäßig im Zentrum der Kritik.
Núñez, zwischenzeitlich mit der Plakette "Chancentod" versehen, erzielte gegen United zwei Kopfballtreffer (47., 75.), insbesondere sein Tor zum 5:0 war technisch höchst anspruchsvoll. Mohamed Salah, ebenfalls in den vergangenen Monaten ein ums andere Mal gescholten, steuerte ebenfalls einen Doppelpack bei (66., 83.).
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Darwin (l.) und Mohamed Salah

Fotocredit: Getty Images

Doch nicht nur das - Salah zog zunächst mit Liverpools bisherigem Premier-League-Rekordtorschützen Robbie Fowler gleich, nur um später zum alleinigen Halter der Bestmarke zu avancieren. 129 Mal traf der Ägypter in 205 Partien, die Reds-Legende benötigte für seine 128 Tore immerhin 61 Spiele mehr. "Ich würde lügen, wenn ich sage, dass dies nicht speziell für mich ist", sagte der sichtlich überwältigte Salah im Nachgang bei "Sky".
Komplettiert wurde das berauschende Trio von Cody Gakpo. Der niederländische Nationalspieler, der nach einer starken WM (drei Tore in fünf Spielen) nach Liverpool gekommen war, eröffnete den Torreigen (43.) und stellte im Anschluss mit einem sehenswerten Lupfer aus spitzem Winkel auf 3:0 (50.). Seine Tore drei und vier im achten Liga-Einsatz.
Die insgesamt sechs Tore des Dreigestirns waren auch aus historischen Gründen bemerkenswert: Erst zum vierten Mal überhaupt in der Premier League gelang drei Spielern einer Mannschaft ein Doppelpack. Zuletzt hatten die einstigen United-Größen Andy Cole, Dwight Yorke und Ole Gunnar Solskjaer Derartiges vor 24 Jahren vollbracht (Februar 1999).

2.) Kleiner Mann ganz groß

Harvey Elliott lief gemeinsam mit Jordan Henderson und Fabinho in einem Dreier-Mittelfeld auf. Neben den drei treffsicheren Angreifern war der Youngster der auffälligste Mann aufseiten der Hausherren.
Elliott, mit einer Körpergröße von 1,70 Metern der kleinste Spieler bei Liverpool, trieb nicht nur unermüdlich an, sondern gewann etliche wichtige Zweikämpfe in der Defensive.
Sieben seiner zehn direkten Duelle entschied der Engländer für sich, darunter sogar ein Kopfballduell. Darüber hinaus verbuchte er die meisten Tackles (4) von allen eingesetzten LFC-Profis und neun Balleroberungen.
Das 2:0 durch Núñez bereitete der 19-Jährige mit einer punktgenauen Flanke vor. Ein rundum gelungener Abend für den FC Liverpool, ein rundum gelungener Abend für Elliott.
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Harvey Elliott glänzte gegen Manchester United

Fotocredit: Getty Images

3.) Auch ten Hag verzettelt sich

Natürlich war ten Hag nach der beispiellosen Klatsche mächtig bedient, immerhin stellte das 0:7 auch für ihn einen Negativrekord dar. Es war die höchste Niederlage in ten Hags Karriere als Profi-Trainer.
"Man kann ein Spiel verlieren, aber nicht auf diese Weise", sagte der frühere Ajax-Coach. Er ergänzte: "Es geht nicht um einen oder zwei Spieler, sondern ums gesamte Team. Ich habe elf Individuen gesehen, die ihre Köpfe verloren und sich nicht an den Plan gehalten haben."
Sein hartes, abschließendes Urteil: "Das ist nicht Manchester United."
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Erik ten Hag war angefressen

Fotocredit: Getty Images

Nein, das war wahrlich nicht Manchester United. Besonders nicht das Manchester United, das ten Hag in den vergangenen Monaten mit Akribie zurück zu alter Stärke geführt hatte.
Doch gänzlich frei von Schuld war ten Hag beim desolaten Auftritt in Liverpool auch nicht. Der 53-Jährige bot Wout Weghorst, dessen Kernkompetenzen nun wirklich nicht darin liegen, Schnittstellenpässe oder generell Torchancen zu kreieren, als Zehner hinter Angreifer Marcus Rashford auf. Ähnlich hatte es ten Hag eine Woche zuvor gegen Leicester gemacht.
Trug die unkonventionelle Entscheidung gegen die Foxes noch Früchte (3:0), ging der Plan diesmal in die Hose. Weghorst hing als offensiver Mittelfeldspieler komplett in der Luft (21 Ballaktionen, Passquote: 71,4 Prozent), auch der in diesem Kalenderjahr überragende Rashford fasste in Liverpool zu keinem Zeitpunkt Fuß.
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Quelle: Perform

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