FC Chelsea immer tiefer in der Krise: "Elf Oliven ohne Taktik" - wer tut sich diese Blues noch an?
Der FC Chelsea schlittert unter Frank Lampard immer tiefer in die Krise. Sechs Pleiten in sechs Spielen stehen seit der Entlassung von Graham Potter zu Buche. Das 1:3 gegen Arsenal war nur der jüngste Akt einer beispiellosen Talfahrt. Die Blues sind dem Abstieg mittlerweile näher als dem internationalen Geschäft. Es braucht einen Neuanfang: Aber wer tut sich dieses Chelsea überhaupt noch an?
FC Chelsea
Fotocredit: Getty Images
Eine Frage schwebt aktuell wie ein Damoklesschwert über dem Abstiegskampf in der Premier League: Erwischt es in diesem Jahr tatsächlich einen der sechs Liga-"Dinos", die seit Gründung 1992 dauerpräsent im englischen Oberhaus sind? Oder doch einen ehemaligen Meister?
Nein, keine Angst, noch sind wir nicht beim FC Chelsea. Der FC Everton (29 Punkte/Platz 19) und Leicester City (30 Punkte/Platz 16) stecken noch viel tiefer im Tabellenkeller und sind tatsächlich hochgradig gefährdet, den Gang in die Championship antreten zu müssen.
Ganz so prekär ist die Lage bei den Blues zwar noch nicht, doch langsam aber sicher muss auch der Londoner Gigant nervös über die Schulter blicken. Vor allem, da an den letzten drei Spieltagen mit Manchester City, Manchester United und Newcastle noch drei der Top Vier der Liga warten.
Mit 39 Punkten steht Chelsea aktuell auf Platz zwölf - und Rang 18 ist deutlich näher als das internationale Geschäft. Eine Schande für den Klub, der noch vor zwei Jahren unter Thomas Tuchel die Champions League gewann und sich zu Beginn der Saison ernsthafte Hoffnungen auf den ersten Meistertitel seit sechs Jahren gemacht hat.
Chelseas Bilanz: Wie eine Horror-Geschichte von King
Stattdessen liest sich Chelseas Bilanz der vergangenen Wochen und Monate wie eine Schauergeschichte von Stephen King: Konnten die Blues unter Graham Potter zumindest noch hin und wieder Punkte sammeln, setzte es seit der Amtsübernahme von Interimscoach Frank Lampard sechs Niederlagen in Folge. Jüngst gegen den FC Arsenal, gegen den Chelsea bereits zur Halbzeit 0:3 zurücklag (Endstand 1:3).
Zur Einordnung: Einem so hohen Pausen-Rückstand musste Chelsea in einem London-Derby in der Premier League erst einmal hinterherrennen: 2016, damals ebenfalls im Emirates gegen die Gunners.
Wie "elf Oliven ohne Taktik", seien die Blues über den Platz geirrt, befand ein geschockter Cesc Fabregas bei "Sky Sports". Jamies Carragher sprach von einem "absoluten Chaos", in dem sich der Klub aktuell befinde: "Das ist peinlich für Chelsea."
Chelsea: Neue Eigentümer in der Kritik
"Die Spieler müssen in den Spiegel schauen und sich fragen, ob das alles ist“, ergänzte Fabregas, der von 2014 bis 2019 selbst an der Stamford Bridge spielte. Der 36-Jährige erkannte seinen ehemaligen Verein gar nicht mehr wieder und stieß damit in ein ähnliches Horn wie jüngst Didier Drogba.
"Ich kannte diesen Klub aus der Abramowitsch-Ära mit einer gewissen Klasse", sagte der Ex-Blues-Stürmer bei "Canal+": "Heute kann ich die nicht mehr finden."
Aus diesen Zeilen lässt sich mindestens erahnen, wen der Ivorer für den beispiellosen Absturz seines Klubs verantwortlich macht: Das neue Eigentümer-Konsortium um Todd Boehly, das den Verein im Mai 2022 vom damaligen Besitzer Roman Abramowitsch übernommen hatte.
Seither wurden über 600 Millionen Euro in neue Spieler wie Enzo Fernández (121 Millionen) oder Mykhailo Mudryk (70 Millionen Euro) investiert, die bisher jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurückbleiben.
Zudem wurde Tuchel, der den Klub 2021 aus dem Sumpf gezogen und den Blues noch im gleichen Jahr den Henkelpott beschert hatte, im September vergangenen Jahres aus schwer nachvollziehbaren Gründen entlassen.
Seitdem geht es bergab. Auch die Fans gehen mittlerweile auf die Barrikaden. Während des Liga-Spiels gegen Brighton Mitte April lieferten sich einige aufgebrachte Anhänger eine gestenreiche Auseinandersetzung mit Klub-Boss Boehly.
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Chelsea am Scheideweg: Silva kritisiert Vereinsführung
Quelle: Perform
Lampards Bilanz des Grauens
Lampard, da sind sich die englischen Experten einig, trifft dagegen wenig Schuld - verspricht aber auch keine Besserung. Die Vereinslegende, die bereits von 2019 bis 2021 an der Seitenlinie der Blues gestanden hatte, fand im April eine desillusionierte Ansammlung von Spielern vor.
Ergebnistechnisch manövrierte er die angeschlagenen Westlondoner weiter in die Krise. Lampards Statistik ist sogar noch verheerender als die der Blues: Aufsummiert mit seinem Engagement beim FC Everton, wo er zu Saisonbeginn noch in der Verantwortung stand, verlor er 31 der letzten 41 Pflichtspiele als Cheftrainer. Sein Punkteschnitt in der Premier League? Mit 0,63 Zählern pro Partie unterirdisch.
Ob sich der der 44-Jährige angesichts dieser Zahlen des Grauens in Zukunft noch Hoffnungen auf einen Job als Teammanager in der Premier League machen darf, ist fragwürdig. Mit der Interimsstelle bei seinem Herzensklub hat er sich für die eigene Karriere auf jeden Fall keinen Gefallen getan.
Chelsea: Mit Pochettino nur noch Details zu klären?
Kein Wunder auch, dass Julian Nagelsmann laut übereinstimmenden Medienberichten die Stelle als Chelsea-Coach dankend ablehnte. Bleibt die Frage: Welcher Trainer, der etwas auf sich hält, tut sich Chelsea im aktuellen Zustand überhaupt noch an?
Glaubt man den englischen Gazetten, ist Mauricio Pochettino der Top-Kandidat. Mehr noch: Eine Einigung soll nur noch an Kleinigkeiten hängen. Der "Evening Standard" berichtet, dass der Argentinier aktuell mit dem Klub über Befugnisse feilsche, die über die der täglichen Trainingsarbeit hinausgehen - der 51-Jährige möchte das zukünftige Chelsea nach seinem Gusto formen.
Pochettino sei auf der Suche nach einem langfristigen Projekt, das er bei PSG, wo er nach nur einer Saison wieder entlassen wurde, nicht vorfand. Ob Chelsea dann der richtige Klub ist? Fraglich. Tuchel und Potter würden auf jeden Fall Gegenteiliges behaupten.
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Quelle: Perform
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