FC Arsenal bleibt an der Spitze der Premier League: Warum die Gunners aktuell das bessere Liverpool sind

Der FC Arsenal verteidigt die Tabellenführung durch einen 3:2-Sieg im Topspiel gegen den FC Liverpool. Während Reds-Trainer Jürgen Klopp an immer mehr Baustellen gleichzeitig arbeiten muss, haben die Gunners den Liverpool-Stil erfolgreich adaptiert und lassen Jahre der Tristesse im Norden Londons vergessen. Für die Pleite im Emirates Stadium machte Klopp nicht nur seine Spieler verantwortlich.

Der FC Arsenal ist Tabellenführer der Premier League

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Michael Oliver hatte Redebdarf. Die Nachspielzeit war gerade angelaufen, als sich der Schiedsrichter Jürgen Klopp vorknöpfte.
Warum es ging? Der Trainer des FC Liverpool verweigerte im Interview mit "Sky" nach dem Spiel, den Inhalt des Gesprächs wiederzugeben. "Da kann ich leider nichts zu sagen, das wird man anders regeln müssen", sagte Klopp schmallippig und ließ Raum für Spekulationen offen.
Fakt ist, dass Klopp so gar nicht mit der Olivers Entscheidung in der 75. Minute einverstanden war. Thiago hatte Gabriel Jesus am Fuß getroffen, als er den Ball aus dem Reds-Sechzehner wegschlagen wollte. Oliver gab Elfmeter, den Bukayo Saka mit seinem zweiten Tor zum 3:2-Siegtreffer für Arsenal verwandelte.
"Ich kann es zwar nicht nachvollziehen, aber da mag Kontakt gewesen. Wenn der Spieler nach de angeblichen Foul aber erst mit beiden Beinen auf dem Boden steht und dann runtergeht ... Ich finde, da könnte man ganz kurz nachdenken, ob man das wirklich pfeifen will", schimpfte Klopp.

Arsenal plötzlich 37 Punkte besser als Liverpool

Olivers strittige, aber grundsätzlich nicht falsche Entscheidung entschied ein rassiges Spiel zugunsten der Gunners. Während die Londoner die Tabellenführung verteidigten, dümpelt Liverpool mit gerade mal zwei Siegen aus acht Spielen im Mittelfeld der Premier League herum.
14 Punkte trennen beide Teams bereits, wobei Arsenal ein Spiel mehr absolviert hat. Die vergangene Saison beendete die Mannschaft von Trainer Mikel Arteta noch 23 Punkte hinter Liverpool und vor dem Sieg am Sonntag hatten die Gunners in sechs Pflichtspielen gegen die Reds kein einziges Tor geschossen.
Im Herbst 2022 ist vieles anders. Während Arsenal mit temporeichem Offensivfußball, gepaart mit enormer Pressing-Aggressivität die Liga aufmischt, versucht Liverpool krampfhaft, endlich Boden unter die Füße zu bekommen.

Liverpool fremdelt mit dem neuen System

"Wir haben offensichtlich viele Probleme zu lösen", gab Klopp zu. Weil sich die Gegner in der laufenden Saison immer besser auf das Liverpooler 4-3-3 einstellen, war Klopp gezwungen, am System zu tüfteln. Das 4-2-3-1 bringt aber noch nicht den gewünschten Erfolg.
"Wir haben den Jungs ein neues System zur Hand gegeben, daran lagen die Gegentore jetzt schon mal nicht. Wir haben Arsenal in der ersten Hälfte auch sehr gut beschäftigt, waren sehr flexibel. Da war viel gutes Zeug dabei", sagte Klopp.
Nach der Pause habe es seine Mannschaft Arsenal "zu leicht" gemacht. "Wir waren zu oft mit vier Mann auf einer Linie vorne. Da müssen sich mindestens zwei Leute auch mal in die Halbräume fallen lassen und anspielbar sein", bemängelte der Coach.
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Die Liverpooler Spieler beschweren sich bei Schiedsrichter Oliver über die Elfmeter-Entscheidung

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Arsenal beraubt Liverpool seiner Stärken

Was Klopp aber noch mehr zu schaffen macht, ist die fehlende Bereitschaft seiner Spieler, richtig dagegenzuhalten: "Arsenal kommt nach der Pause raus, ist sehr aggressiv und spielt im Mittelfeld Mann gegen Mann. Und das ist das Problem: Das machen wir nicht mehr."
Ein Satz, der vieles aussagt. Der FC Liverpool ist derzeit nicht in der Lage, ihre Qualität der letzten zwei, drei Jahre auf den Rasen zu bringen: Die permanente Jagd nach Ball und Gegner, aggressives Pressing und knallhartes Umschaltspiel.
Den Fußball, den Liverpool lange verkörperte, spielt auf einmal der Gegner vom Sonntag. Als hätten die Gunners die Reds in Ketten gelegt und deren Stärken beraubt.
In Artetas 4-3-3 funktioniert momentan sehr viel. Granit Xhaka und Thomas Partey werfen sich im Mittelfeld in jeden Zweikampf, Martin Ödegaard ist für die feine Klinge zuständig. In den Halbräumen wirbeln Saka und Gabriel Martinelli und im Sturmzentrum steht mit Jesus ein erstklassiger Knipser.

Granit Xhaka: Haben eine neue Qualität

"Es ist großartig, vor allem, wie wir das Spiel heute gewonnen haben und wie wir aufgetreten sind. Alles, unsere Zuordnung auf dem Feld, wie wir gepresst haben, wir haben jeden Zweikampf für uns entschieden. Es war ein sehr starkes Spiel von uns gegen einen sehr starken Gegner. Ich bin sehr, sehr glücklich", sagte Arteta.
Auch Liverpool-Verteidiger Virgil van Dijk musste anerkennen, dass "die Arsenal-Spieler wahrscheinlich gerade die beste Zeit ihres Lebens haben".
Neben der erfolgreichen "Kopie" des FC Liverpool sind die Gunners auch mental voll auf er Höhe. Zweimal mussten sie den Ausgleich schlucken und zweimal waren sie in er Lage, den Druck aufrechtzuerhalten und in Form von Toren zurückzuschlagen.
"Dass wir nie aufstecken und uns von Gegentoren aus der Ruhe bringen lassen, ist sicher eine Qualität, die wir in den letzten Jahren nicht hatten", sagte Xhaka, der bereits seine siebte Saison bei den Gunners spielt.
Noch hat Arsenal in dieser Saison nichts erreicht. Aber nach vielen Jahren mit viel Tristesse im Norden Londons rollt der Gunners-Zug endlich wieder mit Geschwindigkeit in die richtige Richtung.
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Quelle: Perform

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