FC Liverpool: Der unantastbare Jürgen Klopp will das Ruder bei den Reds herumreißen

Jürgen Klopp und der FC Liverpool legten einen katastrophalen Start in die Saison hin. Ein fremdbestimmtes Ende seiner Amtszeit, wie es Thomas Tuchel kürzlich wiederfuhr, hat "The normal One" aber nicht zu befürchten - im Gegenteil. Nachdem Klopp das Schiff wieder auf Kurs gebracht hat, soll ein lange gehegter Plan weiter verfolgt werden. Der Nachfolger in spe steht ohnehin längst fest. Oder?

urgen Klopp manager of Liverpool reacts after the UEFA Champions League group A match between Liverpool FC and AFC Ajax at Anfield on September 13, 2022 in Liverpool, United Kingdom

Fotocredit: Getty Images

Jürgen Klopp, so die allgemeine Annahme hierzulande, kann sich beim FC Liverpool nur selbst entlassen. Ein Ende der überaus erfolgreichen Ära des Baden-Württembergers werde einzig und allein aus dessen eigenem Antrieb erfolgen - so wie es schon im Sommer 2015 in Dortmund geschah.
Keine allzu kühne These - und doch haben die jüngsten Geschehnisse beim FC Chelsea mal wieder gezeigt, wie unberechenbar das Fußballgeschäft ist. Vor allem in einer von Großinvestoren beherrschten Liga wie der Premier League.
Der Rauswurf von Thomas Tuchel, der mit den Blues nur anderthalb Jahre zuvor Europas höchsten Fußballthron erklomm und die Champions League gewann, ist auch ein friendly reminder für alle Fußballtrainer auf vermeintlich sicheren Stühlen.
Es kann halt doch alles ganz schnell gehen - zumindest rein theoretisch.

Liverpool ist nicht Chelsea - Klopp ist unantastbar

Denn in der Tat dürfte Klopp trotz des mehr als dürftigen Saisonstarts mit den Reds (neun Punkte nach sechs Spielen; Platz 8) einen der sichersten Arbeitsplätze in der Premier League haben. Kloppo gilt schon jetzt als Vereinsikone, zeichnete für fünf der insgesamt 49 Pokale der Liverpool-Historie verantwortlich. Das sind immerhin knapp zehn Prozent - kein allzu schlechter Wert.
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Jürgen Klopp for der Wall of Champions

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Unter Klopp gewann der LFC die erste Meisterschaft nach 30 Jahren Dürre (2020), stand in zwei aufeinanderfolgenden Champions-League-Finals (2018 und 2019) und holte im zweiten Anlauf den Titel. Dass es nun in seinem siebten Jahr in Liverpool zum Start kriselt, nimmt man ihm auf der Insel nicht übel.
"Klopp ist unantastbar", schätzt auch Liverpool-Experte Pete Sharland von Eurosport UK in London die Situation ein. Liverpools Führung sei mit der des FC Chelsea nicht zu vergleichen. "Sie werden ihm die Zeit geben, die Dinge geradezurücken. Selbst wenn er die Champions-League-Plätze verpassen würde, würden sie ihn nicht entlassen", so Sharland weiter.
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"Exzellent!" Klopp spottet über Vorschlag von Chelsea-Boss

Quelle: Perform

Liverpool hat seit knapp sieben Jahren Konstanz auf der Trainerposition - und das, obwohl die Erwartungshaltung und damit auch der Druck auf die sportliche Führung ob der Erfolge der vergangenen Jahre enorm ist. An der Merseyside weiß man das zu schätzen. Klopp ist ein Glücksfall für den Klub, den man, so lange es eben geht, auskosten will.

Liverpools langfristiger Plan: Folgt Gerrard auf Klopp?

Eine frühzeitige Entlassung würde zudem womöglich auch die langfristigen Pläne der Reds erschweren, wie Sharland erklärt: "Ursprünglich wollte Klopp bei Liverpool bis 2024 am Steuer bleiben und dann Vereinslegende Steven Gerrard installieren, wenn dieser sich idealerweise in der Premier League bewährt hat."
Klopp könnte dann das von ihm angekündigte Jahr Pause machen, bevor er sich neuen Aufgaben widmet. Das Problem: Die Trainerkarriere von Gerrard läuft nicht so reibungslos wie erhofft. Seit seinem Amtsantritt bei Aston Villa im November 2021 holte der 42-Jährige nur 1,25 Punkte pro Spiel. Aktuell steht er mit dem Birminghamer Klub nur auf Rang 15.
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Jürgen Klopp und Steven Gerrard

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Das könnte auch der Grund sein, warum Klopp seinen ursprünglich 2024 endenden Vertrag noch einmal um zwei Jahre verlängert hat. Liverpool hat dadurch mehr Zeit, einen geeigneten Nachfolger zu finden.

FC Liverpool: Wichtige Duelle vor der Brust

Zunächst einmal geht es für Liverpool aber darum, den schwachen Saisonstart abzuschütteln und den Motor auf Touren zu bringen. In den zwei Wochen nach der Länderspielpause bietet sich dafür die perfekte Gelegenheit, warten neben Brighton & Hove Albion doch Tabellenführer FC Arsenal und Manchester City auf die Reds.
"Wenn sie in diesen Spielen vier oder mehr Punkte holen, können wir sagen, dass die Talfahrt vorbei ist", schätzt Sharland ein. Aktuell beträgt der Rückstand auf die Gunners an der Spitze ganze neun Punkte, auf ManCity, den größten Rivalen der vergangenen Jahre, sind es acht.

Lazarett lichtet sich: Thiago und Henderson kehren zurück

Positiv: Das bisweilen prall gefüllte Lazarett der Reds dürfte sich während der Nations-League-Pause etwas leeren. Vor allem die Rekonvaleszenten Thiago Alcantara, der sich im ersten Saisonspiel beim FC Fulham eine Oberschenkelverletzung zuzog, und Jordan Henderson, der ebenfalls nach überstandener Oberschenkelverletzung zurückkehrt, dürften die LFC-Fans hoffnungsfroh stimmen.
Während Thiago das Offensivspiel der Reds belebt und für die besonderen Momente sorgt, ist es besonders Kapitän Henderson, der unabdingbar für die Stabilität der Mannschaft ist. Aus der Zentrale heraus gibt er den Rhythmus vor, reguliert, komponiert.
"Ich weiß, dass alle nur darauf achten, wie viele Tore wir schießen", sagte Klopp vor einigen Wochen angesprochen auf die Probleme seiner Mannschaft. "Aber dass wir schwer zu spielen und vor allem schwer zu schlagen waren, war der Grundstein von allem, was wir in den letzten Jahren erreicht haben. Es wäre also sinnvoll, wenn wir wieder dahin zurückkämen."
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Nach fragwürdigem Tuchel-Aus: Klopp sendet Spitze in Richtung Chelsea

Quelle: Perform

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