Juventus Turin in der Krise: Abgesang auf Trainer Allegri hat begonnen - hat jemand Tuchel gesagt?

Juventus Turin hat den Start in die neue Saison gehörig in den Sand gesetzt. Negativer Höhepunkt war die 0:1-Niederlage bei Schlusslicht AC Monza. Die italienische Presse reagierte empört und begann bereits mit dem Abgesang auf den Schuldigen, Massimiliano Allegri. Auch, weil ein geeigneter Nachfolger vermeintlich bereitsteht. Juve-Boss Arrivabene hält aber (noch) nichts von Aktionismus.

Massimiliano Allegri

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Platz acht in der Liga, jede Menge Verletzte und eine Presselandschaft, die der Alten Dame gehörig aufs Dach steigt. Juventus Turin hat den Start in die Serie-A-Saison komplett verkorkst.
Von einem "Trümmerhaufen" schreibt die Tageszeitung "La Repubblica" nach der 0:1-Niederlage bei Aufsteiger AC Monza, der "Corriere dello Sport" sieht den "Todeskampf einer Mannschaft ohne Seele, Persönlichkeit und Qualität" und die "Gazzetta dello Sport" eine "mutlose Mannschaft, die in einer tiefen Identitätskrise steckt".
Schlagzeilen, die bei der ersten Saisonpleite etwas überzogen wirken, das Dilemma, in das sich Juve im Rekordtempo manövriert hat, aber anschaulich verdeutlichen.
Die Presse bereitet sich bereits auf den Abgesang der Schuldigen für die Krise vor: allen voran Massimiliano Allegri.

Allegri im Kreuzfeuer der Kritik

Der Trainer steht gemäß der Mechanismen des Profifußballs als erstes im Kreuzfeuer der Kritik, sollte es einmal nicht laufen. Noch schneller treffen kompromisslose Medienurteile die Funktionäre, wenn vermeintlich geeignete Alternativlösungen frei und verfügbar sind.
Genau wie beim FC Bayern, wo Julian Nagelsmann derzeit nach vier Spielen ohne Sieg in der Kritik steht, schwirrt nun auch rund um den Renommierklub aus dem Piemont der Name Thomas Tuchel.
Der deutsche Top-Trainer wurde erst kürzlich ad hoc beim FC Chelsea vor die Tür gesetzt - nachdem er in eineinhalb Jahren in London zuerst die Champions League, dann UEFA Supercup und die FIFA Klub-WM gewann.
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Leonardo Bonucci von Juventus Turin (l.) tröstet seinen Teamkollegen Danilo

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Sicherlich eine Kurzschlussreaktion der neuen Besitzer der Blues. Gleichwohl aber eine Erinnerung daran, wie unverzeihlich das Fußballgeschäft sein kann. Tuchel gilt europaweit als einer der besten seiner Zunft, hat bei Klubs wie Borussia Dortmund, PSG und auch dem FC Chelsea gezeigt, dass er große Mannschaften voller Stars und Egos führen kann.
Passt doch perfekt zu Juventus, oder?

Juve hat Probleme - aber die heißen nicht Allegri

Sicherlich, Geschäftsführer Maurizio Arrivabene will von blindem Aktionismus, wie er bei Chelsea zuletzt zu beobachten war, zunächst aber nichts wissen und stärkte Allegri schon vor Anpfiff in Monza den Rücken. Bei "DAZN" sagte er: "Unsere Verantwortung ist es, dafür zu sorgen, dass Juventus funktioniert. Vorschnelle Entscheidungen durchzuführen und einen Schuldigen zu suchen, hilft unserem Verein nicht dabei, diszipliniert an den Zielen zu arbeiten. Massimiliano hat einen Plan, der über einen Zeitraum von vier Jahren entwickelt werden soll. (…) Wenn es einen Schuldigen zu identifizieren gibt, dann bin ich es, denn als Vorstandsvorsitzender stehe ich an der Spitze des Klubs und wenn etwas nicht funktioniert, liegt es an mir, es zum Laufen zu bringen."
Durchaus bemerkenswerte Worte, die der Juve-Boss nach Abpfiff noch einmal unterstrich: "Wir haben Probleme, die man jedoch nicht löst, indem man den Trainer alleinlässt. Jetzt den Trainer zu wechseln, wäre ein Wahnsinn", urteilte Arrivabene.
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Massimiliano Allegri (Juventus Turin)

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In der Tat sind die Leistungen der Alten Dame nicht direkt an Allegri festzumachen, wie ein Blick ins Lazarett beweist. Mit Federico Chiesa, Paul Pogba, Manuel Locatelli, Wojciech Szczesny, Alex Sandro und Adrien Rabiot fehlen gleich mehrere Stammkräfte teils langfristig.
Gegen Monza mussten unter anderen Innenverteidiger Federico Giatti (kam im Sommer vom Zweitligisten Frosinone Calcio) und das erst 19 Jahre alte Eigengewächs Fabio Miretti im zentralen Mittelfeld die Kohlen aus dem Feuer holen. Vorne müssen Ángel Di Maria, Dusan Vlahovic und Filip Kostic ohne Pause ran, denn bis auf den zuletzt glücklosen Moise Kean hat Allegri keine Alternativen.
Kurzum: Juventus fehlt die Kadertiefe, um auf drei Hochzeiten erfolgreich mitspielen zu können. Ein Problem, das mit einem Trainerwechsel nicht einfach so verschwinden würde.

Allegri braucht dringend Argumente

Doch trotz allem Verständnis für die knifflige Situation weiß Allegri, dass er in naher Zukunft gute Argumente braucht, wenn er seinen Job bei Juventus behalten will - und mit Argumenten sind ausschließlich Siege gemeint.
In der Champions League verloren die Bianconeri ihre ersten beiden Spiele bei PSG und zu Hause gegen Benfica jeweils 1:2. Wettbewerbsübergreifend ist Juventus seit fünf Partien ohne Dreier (drei Niederlagen, zwei Remis). In der Serie A ist der Rückstand auf Tabellenführer SSC Neapel bereits auf sieben Punkte angewachsen.
Die Länderspielpause dürfte der Alten Dame jetzt gelegen kommen. Der mediale Wirbel wird sich fürs Erste legen.
Damit er ganz verschwindet, müssen nun aber Ergebnisse geliefert werden. Am besten so schnell wie möglich
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Quelle: Perform

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