FC Liverpool schielt nach verkorkster Saison noch auf Europa - was für die Reds und Jürgen Klopp spricht

Der FC Liverpool setzte beim furiosen 6:1-Auswärtssieg bei Leeds United ein langersehntes Ausrufezeichen im Kampf um die internationalen Plätze. Der Rückstand auf Rang fünf beträgt im Bestfall nur drei Punkte, sogar das Erreichen der Champions League bleibt im Bereich des Möglichen. Acht Spiele für das ultimative Happy End - Liverpool lebt noch. Und wie!

Klopp begeistert nach Leeds: "Bestes Spiel der Saison"

Quelle: Perform

Die Erleichterung stand Jürgen Klopp nach Spielende ins Gesicht geschrieben.
Nach zuletzt fünf Pflichtspielen ohne Sieg setzte sein FC Liverpool bei Leeds United ein echtes Ausrufezeichen und sendete ein Lebenszeichen im Kampf um die internationalen Plätze.
"In Sachen Gegenpressing war es definitiv das beste Spiel, das wir in dieser Saison gemacht haben", sagte ein sichtlich gelöster und leicht grinsender Jürgen Klopp auf der Pressekonferenz nach dem 6:1-Sieg seiner Reds und fügte nach kurzer Denkpause an: "In Ballbesitz wahrscheinlich auch."
Eine dringend nötige Leistungssteigerung, die sich nicht nur in der Höhe des Ergebnis widerspiegelte. Liverpool spielte endlich wieder Klopp-Fußball, voller Leidenschaft und Laufbereitschaft.

Liverpool muss wieder Klopp-Fußball spielen

"Am besten hat mir die 92. Minute gefallen", freute sich Klopp: "Ich glaube, es stand schon 6:1, wir haben den Ball verloren, und vier Spieler sind dem armen, armen Spieler von Leeds hinterhergejagt." Eine Einstellung, welche die "Grundlage des ganzen Spiels" gewesen sei, verlieh sie seiner Mannschaft doch die in den letzten Wochen so schmerzlich vermisste Stabilität.
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Mohamed Salah (r./FC Liverpool) trifft gegen Leeds United

Fotocredit: Getty Images

Dass der LFC seit dem furiosen 7:0 gegen Manchester United Anfang März in der Liga nur einen Punkt sammelte, hat den Traditionsklub in eine sportlich prekäre Lage gebracht.
Bei noch acht verbleibenden Spieltagen in der Premier League ist der Rückstand auf Champions-League-Rang vier bereits auf neun Punkte angewachsen. Immerhin, der Europa-League-Rang fünf, auf dem aktuell Tottenham Hotspur rangiert, ist im Bestfall nur noch drei Punkte entfernt.
Die Londoner sammelten zwar bereits 53 Punkte - und damit sechs mehr als Liverpool (47) - Liverpool hat jedoch ein Spiel weniger auf der Habensseite.

Das Restprogramm spricht für die Reds

Hinzu kommt, dass der FC Liverpool ein vergleichsweise einfaches Restprogramm vor der Brust hat. Der Durchschnittswert, der sich aus den Tabellenplatzierungen der letzten acht Gegner ergibt, ist 13,14.
Liverpool hat demnach das zweitleichteste Restprogramm der gesamten Premier League. Klopp trifft mit Tottenham (5.), Brentford (9.) und Aston Villa (6.) nur noch auf drei Teams, die auf einem einstelligen Tabellenplatz stehen.
Zum Vergleich: Das Programm der Spurs ist mit dem durchschnittlichen Gegner-Tabellenplatz 8,29 das drittschwerste der Liga. Auch Aston Villa und Brighton & Hove Albion, die derzeit noch vor dem LFC stehen, haben auf dem Papier kompliziertere Aufgaben vor der Brust. Aston Villa sieht sich mit dem zweitschwersten Restprogramm konfrontiert (7,86), Brighton (11,00) bekommt es unter anderem noch mit den Meisterschaftskandidaten Manchester City und dem FC Arsenal zu tun.
In der Theorie spricht der Restspielplan also für die Reds - doch was ist schon theoretisch im Fußball? "Ich habe keine Ahnung, wo wir am Ende dieser Saison landen werden. Ich weiß es einfach nicht, weil es massiv von allen anderen Teams um uns herum abhängt", ordnet Klopp ein. Man müsse einfach "das, was wir heute gemacht haben, wieder und wieder tun", so der 55-Jährige: "Dann werden wir sehen, wo wir am Ende stehen."

Zwei Sorgenkinder sind zurück

Essentiell für einen starken Endspurt ist ein gesunder Kader. Mit Luis Díaz kehrte gegen Leeds ein Schlüsselspieler auf dem linken Flügel nach rund sechsmonatiger Leidenszeit nach einer Knieverletzung zurück und trug sich mit seinem Treffer zum 6:1-Endstand umgehend in die Torschützenliste ein. Klopp freute sich: "Es ist einfach schön, ihn wieder spielen zu sehen. Wir haben ihn sehr vermisst."
Außer den jungen Ergänzungsspielern Calvin Ramsay (19 Jahre, Knie-OP) und Stefan Bajcetic (18 Jahre, Adduktorenverletzung) kann der ehemalige BVB-Coach in der wichtigsten Saisonphase aus dem vollen Schöpfen. Nicht selbstverständlich Mitte April.
Zudem beendete auch Diogo Jota eine Leidenszeit der anderen Art. Mit zwei Treffern und einem Assist avancierte der Portugiese nicht nur zum Mann des Tages, sondern auch eine 372 Tage lange Torflaute beendete.
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Diogo Jota erzielte seine ersten beiden Saisontreffer beim 6:1-Sieg beim Leeds United

Fotocredit: Getty Images

Der Kantersieg in Leeds oder die Leistungsexplosion gegen Erzrivale Manchester United täuschen freilich nicht über die Tatsache hinweg, dass Liverpool eine "wirklich schlechte Saison" spielt, wie Klopp zum Schluss der Pressekonferenz bilanziert.
Umso erstaunlicher, dass es lediglich einen Lauf zur rechten Zeit braucht, um die Saison womöglich doch noch mit einem Happy End zu beenden. Oder wie Klopp es ausdrückt:
"Ich möchte einfach, dass wir erstklassigen Fußball spielen und Spiele gewinnen. Dann werden wir sehen, wo wir landen."
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Kurioser Vergleich: Klopp reagiert auf Bellingham-Gerüchte

Quelle: Perform

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