Liverpool und Jürgen Klopp nach Debakel in Brighton am Boden: "Ein absoluter Tiefpunkt"
Der FC Liverpool hat den vorläufigen Tiefpunkt dieser Saison erreicht. Die Reds kassierten am Samstag bei Premier-League-Tabellennachbar Brighton and Hove Albion eine auch in der Höhe verdiente 0:3 (0:0)-Klatsche und rutschten auf Platz acht ab. Die Champions-League-Ränge rücken für den Meister von 2020 damit in weite Ferne. Selbst Jürgen Klopp wirkte nach dem neuerlichen Rückschlag ratlos.
Klopp nach Debakel selbstkritisch: "Meine Verantwortung"
Quelle: Perform
Es war eine Geste, die Bände sprach.
Jürgen Klopp faltete vor den mitgereisten Anhängern des FC Liverpool entschuldigend die Hände vor seinem Gesicht zusammen und senkte dabei den Kopf, ehe er genau wie seine tief enttäuschten Schützlinge in den Katakomben des AMEX Stadiums zu Brighton verschwand.
"Schlimm. Wirklich schlimm", beurteilte der 55-Jährige am "BBC-Mikrofon" kurz und knapp die Leistung seiner Mannschaft nach der ernüchternden 0:3 (0:0)-Klatsche am Samstag bei Tabellennachbar Brighton and Hove Albion.
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26/07/2025 um 21:12 Uhr
"Ich kann mich an kein schlimmeres Spiel erinnern, nicht nur mit Liverpool. Es hat ein organisiertes Team gegen ein unorganisiertes Team gespielt. Das ist jetzt ein absoluter Tiefpunkt", führte Klopp weiter schonungslos aus und ergänzte, dass er "massiv frustriert" sei.
Anstatt den ohnehin beachtlichen Rückstand von sieben Zählern auf die Champions-League-Plätze zu verringern, verloren die Reds weiter an Boden und zudem ihren Optimismus.
Liverpool-Kapitän Henderson nimmt Teamkollegen in die Pflicht
"Von Anfang bis Ende lief alles schief. Brighton war in allen Bereichen besser als wir", gestand Liverpools Kapitän Jordan Henderson.
In der Tat wirkte der Meister von 2020 gegen Brighton im Spiel nach vorne nahezu komplett ideenlos. Weder Premier-League-Debütant Cody Gakpo, der vor wenigen Tagen von der PSV Eindhoven verpflichtet wurde, noch Mohamed Salah konnten dem Spiel zu irgendeinem Zeitpunkt ihren Stempel aufdrücken.
Ganz anders dagegen die Hausherren, die mit ihrer mutigen Herangehensweise bereits in Halbzeit eins klare Feldvorteile hatten und nach dem Seitenwechsel schließlich die Fehler der Liverpooler Defensive gnadenlos bestraften.
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Solly March (l./Brighton and Hove Albion) trifft gegen den FC Liveprool
Fotocredit: Getty Images
An dieser Stelle ist der herausragende Solomon March zu nennen, der unmittelbar nach Wiederanpfiff zunächst zur Führung traf und nur sechs Minuten später nach einem Ballverlust von Joel Matip im Aufbau auf 2:0 stellte. Für den Schlusspunkt sorgte Joker Danny Welbeck, der Joe Gomez mit einem Heber regelrecht vorführte.
"Es ist ein schwieriger Moment, aber wir müssen uns zusammenraufen, zusammenbleiben und versuchen, die Dinge schnell zu ändern. Wir müssen versuchen, daraus zu lernen und eine Reaktion zu zeigen", forderte Henderson daher von seinen Teamkollegen.
Klopp schlägt nach Debakel Alarm
Klopp nahm sich in diesem Zusammenhang auch selbst in die Pflicht und räumte ein, dass Verbesserungen "meine Verantwortung" seien: "Das zu verändern wird nicht allzu schwer sein."
Viel Zeit für etwaige Anpassungen bleiben dem ehemaligen Übungsleiter von Borussia Dortmund und seinem Trainerteam jedoch nicht. Schließlich muss Liverpool bereits am Dienstag im Wiederholungsspiel des FA Cups bei den Wolverhampton Wanderers (20:45 Uhr im Liveticker) wieder ran.
Nur vier Tage später kommt es in der Anfield Road dann zum Krisengipfel gegen den FC Chelsea (Samstag, 13:30 Uhr im Liveticker). Die Reds sind dabei fast schon zum Siegen verdammt, um die Resthoffnung auf die Königsklasse am Leben zu erhalten.
Auf die Reporterfrage, ob er aufgrund der aktuellen Situation besorgt sei, entgegnete Klopp: "Ja, wie kann man das nach so einem Spiel nicht sein? Ich kann hier nicht stehen und sagen, dass nichts passiert ist. Da müssen wir uns natürlich große Sorgen machen."
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Jürgen Klopp (FC Liverpool) während des Spiels in Brighton
Fotocredit: Getty Images
Klopp und Carragher legen Finger in die Wunde
Zumal die Mängelliste beim Meister von 2020 lang ist.
"Die Probleme sind die gleichen wie in der vergangenen Woche: Wir gewinnen auf dem Platz die entscheidenden Zweikämpfe nicht. Dies in Kombination mit einfachen Ballverlusten ist das Schlimmste, was dir im Fußball passieren kann. Es gibt keine Formation, die das lösen", legte Klopp den Finger in die Wunde.
Reds-Ikone Jamie Carragher knöpfte sich dagegen speziell die Abwehrarbeit seines Ex-Klubs vor. "Liverpool ist defensiv aktuell so schlecht wie jedes andere Team in der Premier League. Glücklicherweise haben sie den besten Torhüter (Alisson Becker; Anm. d. Red.), weshalb sie nicht weiter unten in der Tabelle stehen", polterte der 44-Jährige bei Twitter.
Aufgrund des verletzungsbedingten Ausfalls war Klopp im Vorfeld der Partie zu Umstellungen gezwungen - diese fruchteten allerdings überhaupt nicht. "Es ist meine Verantwortung, weil ich eine Idee mit einer anderen Formation hatte und das hat nicht funktioniert. Also, Entschuldigung", bat Klopp abschließend auch verbal um Verzeihung.
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