Manchester United - von wegen viertklassig: Marcel Sabitzer überzeugt bei Red Devils sofort
Marcel Sabitzer fasste beim FC Bayern nie wirklich Fuß. Machte der Saisonstart dem Österreicher noch Hoffnung auf mehr Spielzeit, fand er sich bereits im Herbst wieder vermehrt auf der Bank wieder. Am letzten Tag des Winter-Transferfensters zog es ihn auf Leihbasis zu Manchester United. Eine Arsenal-Legende ging wegen der Verpflichtung hart mit den Red Devils ins Gericht. Fälschlicherweise.
Ten Hag freut sich über Sabitzer-Transfer: "Wirklich glücklich"
Quelle: Perform
Plötzlich ging alles ganz schnell.
Kurz vor Schließung des Winter-Transferfensters, am 31. Januar, packte Marcel Sabitzer seine Siebensachen und machte sich auf gen Flughafen München. "Wir werden sehen, was wir heute noch zu vermelden haben. Aber gerade kann ich noch nichts sagen", erklärte der Österreicher im kurzen Gespräch mit "Sky". Auf die Nachfrage, ob sein Flieger denn nun nach London oder Manchester gehe, sagte der Österreicher: "Da müsst Ihr Euch überraschen lassen."
Zuvor hatten mehrere Medien übereinstimmend berichtet, dass Sabitzer auf die Insel wechseln würde, sowohl der kaufwütige FC Chelsea als auch Manchester United standen als mögliche Abnehmer im Raum. Noch am späten Abend herrschte schließlich Gewissheit: ManUnited hatte den Zuschlag erhalten, der englische Rekordmeister hatte sich mit seinem deutschen Pendant auf ein Leihgeschäft geeinigt.
Ein sinnvoller Transfer: ManUnited war aufgrund der langfristigen Ausfälle von Donny van de Beek und Christian Eriksen auf der Suche nach einem Mittelfeldmann, Sabitzer, der sich in München seit seinem Wechsel von RB Leipzig nur bedingt durchsetzen konnte, erhielt die Aussicht auf deutlich mehr Spielzeit.
Ten Hag schwärmt: "Hat fantastische Leistungen gezeigt"
"Wir sind sehr froh über diesen Transfer. Wir brauchen ihn, nachdem Donny van de Beek und Christian Eriksen raus sind", sagte United-Trainer Erik ten Hag und ergänzte: "Wir haben einen Mangel an Mittelfeldspielern. Es ist schwierig, am Deadline Day einen Qualitätsspieler zu verpflichten. Aber wir haben die Gelegenheit bekommen. Ich kenne den Spieler schon lange, vor allem von Leipzig. Er hat fantastische Leistungen gezeigt. Also erwarte ich, dass er das auch hier tun wird."
In England rief die Verpflichtung allerdings nicht nur positive Resonanz hervor. Der ehemalige Arsenal-Profi Paul Merson ging hart mit United und Sabitzer ins Gericht.
"Am 1. Januar bestand noch keinerlei Interesse an Sabitzer", sagte die Gunners-Legende bei "Sky Sports". Merson führte mit Blick auf Eriksens Verletzung aus: "Jetzt herrscht Panik und man holt einen viertklassigen Bayern-Spieler."
Merson kritisiert: "Wenn er wirklich gut wäre ..."
Klar seien Joshua Kimmich und Leon Goretzka beim FCB eine Bank. Aber "wenn Sabitzer wirklich gut wäre, würde er Druck machen", so Mersons abschließendes Urteil. Viertklassiger Bayern-Spieler? Tatsächlich zählte Sabitzer zu Beginn der Saison, in Goretzkas verletzungsbedingter Abwesenheit, zu den Stammkräften der Münchner und wusste nicht selten zu überzeugen. Im Herbst fand er sich zwar wieder vermehrt auf der Bank wieder, zu regelmäßigen Einsätzen kam er aber weiterhin. Eigentlich alles andere als viertklassig.
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Marcel Sabitzer - Manchester United
Fotocredit: Getty Images
So sah es auch Uniteds langjähriger Innenverteidiger Rio Ferdinand, der mittlerweile als TV-Experte tätig ist. "Ich bin absolut begeistert von der Verpflichtung", sagte Ferdinand auf seinem Youtube-Kanal. Er betonte: "Wenn ich auf die Schnelle einen kurzfristigen Ersatz für Eriksen suchen würde, wäre Sabitzer der Spieler, den ich holen würde."
Ferdinand attackiert Merson
Eigenen Angaben zufolge habe Ferdinand den österreichischen Nationalspieler schon länger beobachtet. "Ich habe viel von diesem Spieler gesehen, als er bei RB Leipzig war – er war sensationell. Er ist ein erfahrener Spieler, der in großen Spielen, in der Champions League, gespielt hat", schwärmte der 44-Jährige, der auch für Kritiker Merson noch einen Seitenhieb parat hatte. "Für mich stinkt das nach jemandem, der ihn nicht spielen gesehen hat. Dieser Typ weiß, wie man Fußball spielt."
Doch wie schlägt sich Sabitzer denn nun? Ist Mersons Kritik gerechtfertigt oder trifft Ferdinands gegenteilige Einschätzung zu? Den ersten Kurzeinsatz verbuchte der 28-Jährige Anfang Februar gegen Crystal Palace (2:1), nur vier Tage später feierte er im Nachholspiel gegen Leeds United (2:2) sein Startelf-Debüt – und wusste prompt zu überzeugen. Drei klärende Aktionen, drei Torschussvorlagen und zwei abgefangene Bälle bedeuteten Bestwerte aufseiten der Red Devils.
Die traditionell kritische Tageszeitung "The Sun" bewertete Sabitzers Leistung mit sieben von zehn möglichen Punkten und bezeichnete den gebürtigen Welser als "vielversprechende Verpflichtung, die sich zu einem wichtigen Puzzleteil entwickeln kann."
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Marcel Sabitzer (r.) fügt sich bei United gut ein
Fotocredit: Getty Images
Zuletzt durfte er im abermaligen Duell mit den Peacocks wieder von Beginn an ran, diesmal siegte United 2:0. Sabitzer gewann 60 Prozent seiner Zweikämpfe und glänzte mit drei abgefangenen Bällen erneut als Antizipationskünstler. Freilich lassen drei Spiele noch keine allzu umfangreiche Beurteilung zu. Was jedoch schon jetzt feststeht: Lange eingewöhnen musste sich Sabitzer in Manchester nicht.
Sabitzer fühlt sich bei United wohl
"Es waren ein paar anstrengende Tage. Ich musste mich schnell einarbeiten, aber ich genieße es. Bis jetzt gefällt es mir. Die Mannschaft hat mich sehr gut aufgenommen", wurde er jüngst vom "Mirror" zitiert. "Ich mag es hier, ich fühle mich sehr wohl, ich mag die Mannschaft, ich mag den Verein und die Atmosphäre im Old Trafford."
Auch sein Verhältnis zu Trainer ten Hag sei sehr gut. "Der Trainer spricht viel mit mir, sagt mir, was er von mir erwartet. Ich versuche, das zu erfüllen. Ich fühle mich wohl mit ihm und seiner Taktik." Der Blitzstart in Manchester macht eine Rückkehr zum FC Bayern indes unwahrscheinlich. Zumal mit Konrad Laimer aus Leipzig bereits der nächste potenzielle Konkurrent im Anflug auf die bayrische Landeshauptstadt ist.
Dem Vernehmen nach forcieren die Verantwortlichen der Münchner einen Verkauf im Sommer. Im Leihvertrag ist keine Kaufoption verankert. Nach "Bild"-Informationen dürften die Bayern sich bei einer Ablösesumme von 20 Millionen Euro gesprächsbereit zeigen. Bezüglich seiner Zukunft lässt sich Sabitzer noch nicht in die Karten schauen. "Im Moment ist es eine Leihe. Wir werden sehen, was im Sommer passiert."
Oder anders gesprochen: "Da müsst Ihr Euch überraschen lassen."
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