Bayern-Gegner FC Arsenal überzeugt gegen Manchester City in der Abwehr: Die Welt hat sich verändert
VonThomas Gaber
Publiziert 03/04/2024 um 11:20 GMT+2 Uhr
Der FC Arsenal stellt in dieser Saison mit 70 Treffern den besten Angriff der Premier League - und mit 24 Gegentoren auch die beste Defensive. Beim 0:0 gegen Manchester City brachte die Abwehr um das Innenverteidiger-Pärchen William Saliba und Gabriel Magalhães Erling Haaland & Co. zur Verzweiflung. Die Entdeckung einer neuen Defensiv-Taktik könnte die Gunners in diesem Jahr ganz groß rausbringen.
Arteta stolz: "Haben sehr gut dagegengehalten"
Quelle: Perform
Als Manchester City letztmalig in einem Premier-League-Heimspiel kein Tor erzielte, war Angela Merkel noch geschäftsführende Bundeskanzlerin und Impfverweigerer Joshua Kimmich löste eine Diskussion über die Sicherheit der verfügbaren Corona-Impfstoffe aus.
Vergangenen Sonntag war es wieder so weit: Bei den Cityzens stand gegen den FC Arsenal vorne die 0 - zum ersten Mal im Etihad Stadium seit Oktober 2021 (!) oder nach 47 Spielen mit mindestens einem Treffer.
Citys Offensive kam zu keinem Zeitpunkt ins Rollen, die Gunners-Abwehr warf der Guardiola-Maschine immer wieder kleine Steinchen ins Getriebe. Sobald City die Mittellinie überquerte, wurde aus Arsenals 4-3-3 ein 5-3-2.
"Egal ob mit Vierer- oder Fünferkette - sie haben sich ballorientiert perfekt verschoben, waren synchron und haben die Abstände gehalten. Bei Arsenal hat alles gestimmt in der Abwehr", stellte Englands Stürmerlegende Alan Shearer im Podcast "The Rest is Football" fest.
Arsenal entdeckt neue Defensiv-Taktik
Normalerweise spielt Arsenal aggressives Pressing tief in der gegnerischen Hälfte, doch wenn man gegen Manchester City antritt und das auch noch auswärts, ist es absurd, von Normalität auszugehen. "Wir machen das in der Regel nicht, aber so ein tiefer Abwehrblock war schon Teil unseres Plans", verriet Trainer Mikel Arteta nach der Partie, "aber gegen City ist das auch unvermeidlich."
"Zu den offensiven Spielern gesellen sie manchmal noch ein Außenverteidiger und ein Innenverteidiger. Dann greifen sie mit acht Feldspielern an. Wenn man da immer auf den Ball führenden Spieler drauf geht, steht Erling Haaland irgendwann alleine vor dem Tor. Also muss man sich eher zurückhalten und extrem kompakt stehen", ergänzte Arteta.
In der ersten Halbzeit ließ die Abwehr der Londoner ganze vier Ballkontakte von City im eigenen Strafraum zu. "Es ist extrem schwierig, das zu schaffen", sagte Arteta. "Das zeigt, wie engagiert und diszipliniert jeder Spieler war."
Bestnoten für Saliba und Gabriel
Insbesondere die beiden Innenverteidiger William Saliba und Gabriel Magalhães verdienten sich Bestnoten und sackten jede Menge Lob ein. "Die Jungs waren fantastisch", sagte TV-Experte Gary Lineker. "Ich denke, die beiden bilden derzeit die beste Innenverteidigung in der Premier League. Liverpool macht es auch extrem gut, da ist es egal, wer neben Virgil van Dijk spielt. Aber Saliba und Gabriel - wow!"
Saliba hat in dieser Saison noch keine Premier-League-Sekunde verpasst. Das Spiel im Etihad Stadium gegen City sei das schwerste gewesen. "Es ist vor allem für den Kopf sehr ermüdend", sagte der Franzose. "Wir wissen, dass es die beste Mannschaft der Welt ist, also müssen wir das ganze Spiel über konzentriert bleiben. Ein einziger Fehler kann entscheidend sein."
City-Coach Pep Guardiola war so verärgert über Arsenals defensiven Fleiß, dass er auf die Frage, wie man den niedrigen Block am besten auflösen könnte, scherzhaft mit den Schultern zuckte und vorschlug: "Jemanden töten?"
Das stark verbesserte Defensivverhalten unterscheidet Arsenal von der letzten Saison, als den Gunners hinten raus die Luft ausging. "Als wir letzte Saison hier 4:1 gegen sie gewannen, haben sie über das ganze Feld Mann gegen Mann gespielt. Dadurch entstanden immer wieder Lücken für uns", erinnerte sich City-Angreifer Bernardo Silva. "Das war diesmal ganz anders. Sie haben sehr tief verteidigt, ihre Flügelspieler waren fast wie Außenverteidiger in einer Sechserkette."
Arsenal kann Defensive: Die Welt hat sich verändert
Vierer-, Fünfer- oder gar Sechserkette - Arsenal ist in diesem Jahr in der Lage, jedem Gegner den Zahn zu ziehen. In drei Pflichtspielen gegen City kassierten die Londoner nur ein Gegentor, gegen Liverpool in zwei Partien zwei.
Mit zwei Punkten Rückstand auf Tabellenführer Liverpool und dem besseren Torverhältnis hat Arsenal noch alle Chancen auf den ersten Meistertitel seit 2004. Und auch in der Champions League gehört die Mannschaft spätestens seit der Abwehrschlacht vom letzten Sonntag zu den ganz heißen Titelanwärtern.
Am 9. und 17. April darf sich der FC Bayern München am Defensivbollwerk versuchen. Bislang waren die Gunners in dieser Saison vor allem als Tormaschine auffällig geworden. In den acht Ligaspielen vor dem 0:0 in Manchester erzielte Arsenal 33 Tore. Doch "die Welt hat sich verändert", schrieb "The Athletic" nach dem Auftritt bei City.
Harry Kane und Co. sollten gewarnt sein.
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Quelle: Perform
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