FC Arsenal - Kai Havertz polarisiert schon jetzt bei den Gunners: Belächelt, beschimpft, verteidigt

Kai Havertz wechselte erst vor wenigen Wochen vom FC Chelsea zum Stadtrivalen FC Arsenal. Im Rahmen der Vorbereitungstour, die die Gunners in die USA führte, musste der Nationalspieler bereits den ersten Gegenwind hinnehmen. Erst wurde er belächelt, dann von einem ehemaligen ManUnited-Profi beleidigt – und schließlich doch gefeiert. Warum Havertz bei seinem neuen Arbeitgeber die Gemüter spaltet.

Kai Havertz vom FC Arsenal

Fotocredit: Getty Images

US-Sport bedeutet traditionell Eventsport. Dies bekam Kai Havertz kürzlich hautnah zu spüren.
Im Rahmen der Vorbereitungstour, die den FC Arsenal nach Übersee führte, musste der Neuzugang vom FC Chelsea an einer – aus europäischer Fußball-Sicht – ungewohnten Challenge teilnehmen.
Bei der so genannten "Cross- und Volley-Challenge", die darauf abzielt möglichst schöne Tore nach Flanken zu erzielen, um das Publikum bei Laune zu halten, traf der ehemalige Leverkusen bei 14 Versuchen kein einziges Mal den Kasten. Laut "Daily Mail" habe noch kein Spieler vor Havertz dieses "Kunststück" vollbracht.
In den Sozialen Medien wurde Havertz in der Folge zum Gespött, sowohl Fans seines ehemaligen Arbeitgebers Chelsea als auch diejenigen, die es mit seinem neuen Klub Arsenal halten, ließen sich über Havertz' Fehlschuss-Festival aus. Die ersten Gunners-Anhänger zweifelten aufgrund der Eindrücke gar an den generellen Qualitäten des 75-Millionen-Einkaufs.
Doch Havertz ließ sich letztlich nicht aus der Ruhe bringen, steuerte kurz nach seiner Challenge-Blamage in einem Testkick gegen eine MLS-Auswahl sein erstes Tor für die Nordlondoner bei. Im Anschluss garnierte er ein Foto von sich bei Twitter selbstironisch mit dem Zielscheiben-Emoji. Die Botschaft: Seht her, ich kann es doch!
Die Freude sollte allerdings nicht allzu lange währen. Nur wenige Tage später traf Arsenal im MetLife Stadium, der Heimstätte der New York Giants und New York Jets, auf Liga-Konkurrent Manchester United. Havertz, der von Beginn an ran durfte, vermochte nicht zu überzeugen und hatte nach 71 Minuten Feierabend. Arsenal verlor 0:2 – und Havertz bekam einmal mehr sein Fett weg.

Kommentator beleidigt Havertz als "Müll"

Diesmal von Ex-United-Profi Ben Thornley, der die Partie auf dem vereinseigenen Sender kommentierte. Nachdem Arsenal-Trainer Mikel Arteta Havertz trotz einer schwachen ersten Hälfte weiterspielen ließ, sagte Thornley: "Also, ich hätte Kai Havertz einfach rausgenommen, weil er Müll ist."
Auf Nachfrage seines Co-Kommentators Stewart Gardner, was er denn gegen den gebürtigen Aachener habe, erklärte der 48-Jährige: "Ich habe nichts gegen ihn", dass Havertz im Laufe der zweiten Halbzeit noch eine gute Kopfballchance ausließ, fand Thornley indes aber auch "nicht überraschend."
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Kai Havertz

Fotocredit: Getty Images

Coach Arteta wollte es bei der Kritik an Havertz nicht belassen, der Spanier verteidigte seinen Schützling vehement. "Wir müssen das richtige Gleichgewicht finden, vor einem Jahr konnte Granit (Xhaka, d. Red.) auch noch nicht als offensiver Mittelfeldspieler spielen", sagte er auf einer Pressekonferenz und spielte damit auf den Wandel an, den der gelernte Sechser Xhaka in der Vorsaison unter ihm genommen hatte.
Arteta weiter: "Sie benutzen das Wort physisch. Wenn ich also Granit und Kai zusammenstelle und Sie frage, wer physischer ist, was würden Sie sagen? Kai ist 1,94 Meter groß, es kommt also darauf an, was Sie unter körperlich verstehen."

Lob vom Teamkollegen

Grundsätzlich scheinen sich öffentliche Wahrnehmung und Wertschätzung innerhalb der Mannschaft voneinander zu unterscheiden. Bei Torhüter Aaron Ramsdale hat Havertz nämlich bereits einen Stein im Brett.
Havertz sei "eine sehr gute Verpflichtung" lobte Ramsdale im Gespräch mit dem "kicker". Er ergänzte: "Havertz hat schon jetzt sehr viel Erfahrung, war Kapitän in Leverkusen, als er noch sehr jung war. Er ist Nationalspieler, hat die Champions League gewonnen, in wichtigen Spielen getroffen."
Besonders Havertz' Vielseitigkeit imponiere dem englischen Nationaltorwart: "Vor allem fällt auf, wie unterschiedlich er spielen kann. Er ist so gut mit dem Ball am Fuß, gleichzeitig kann er auch Zielspieler sein. Gegen ihn kann man sich nie ausruhen, weil er ständig auf der Suche nach freien Räumen ist."
Die Flexibilität des 24-Jährigen ist Fluch und Segen zugleich, Arteta muss für Havertz eigenen Angaben zufolge erst noch die perfekte Position finden. "Wir müssen sehen, wie er sich einfügt, mit den anderen zurechtkommt und Beziehungen aufbaut", analysierte der Übungsleiter jüngst. "Die Zeit wird zeigen, wo er am besten hinpasst."

Ein Tor gegen Barcelona zum Abschluss

Die Gunners-Tour, die zunächst schmachvoll bei der "Cross- und Volley-Challenge" für Havertz begann, fand dann doch noch einen versöhnlichen Abschluss. Beim spektakulären 5:3-Erfolg über den FC Barcelona markierte der DFB-Star den Treffer zum zwischenzeitlichen 2:2. Dabei agierte Havertz auf der Achter-Position, also in einer deutlich defensiveren Rolle als bei Chelsea.
"Mir gefällt diese Position sehr gut, ich habe häufiger den Ball und bin mehr ins Spiel integriert", sagte er im Nachgang. "Es ist offensichtlich, dass sich der Spielstil hier von dem bei Chelsea enorm unterscheidet. Aber dieser Stil passt sehr gut zu mir."
Auf Twitter wandte sich Havertz am Donnerstag an die Fans: "Die US-Tour endet mit einem starken Sieg", schrieb er. "Danke für die großartige Unterstützung überall."
Unterstützung kann er wahrlich gebrauchen. Schon nach wenigen Wochen scheint er bei Arsenal zu polarisieren.
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Quelle: Perform

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