FC Chelsea: Mauricio Pochettinos Mammutaufgabe - den Blues droht nach Ausverkauf die nächste Chaos-Saison
Der FC Chelsea blickt auf eine desolate Saison zurück. Vor zwei Jahren noch Champions-League-Sieger unter Trainer Thomas Tuchel, mussten sich die Blues mit einem zwölften Platz begnügen. Und das, obwohl der neue Klubbesitzer Todd Boehly reichlich Geld in die Hand genommen hatte. In den vergangenen Wochen suchten etliche Stars das Weite. Beim Neuaufbau kommt es nun auf Mauricio Pochettino an.
Mauricio Pochettino übernimmt den FC Chelsea
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Seit Todd Boehly die Zügel in der Hand hält, ist die Kutsche namens FC Chelsea auf besorgniserregende Art und Weise ins Schlingern geraten.
Im September vergangenen Jahres setzte der US-Amerikaner – zum Unverständnis der Fans – erst Erfolgstrainer Thomas Tuchel vor die Tür, holte im Anschluss den vergleichsweise unerfahrenen Graham Potter und suchte schließlich sein Heil im Ausgeben von viel Geld. Sehr viel Geld.
Alleine im Winter-Transferfenster steckte Boehly 330 Millionen Euro in Neuzugänge, 121 Millionen Euro machte er für Weltmeister Enzo Fernández locker. Der Argentinier avancierte somit zum neuen Rekordtransfer der Blues. Doch auf dem Platz spiegelten sich die massiven Investitionen nur selten wider. Chelsea verkam zu einem Individualisten-Stadl, eine Mannschaft wuchs nie zusammen.
Potter, der mit seiner Aufgabe heillos überfordert schien, musste im April seinen Hut nehmen, Interimslösung Frank Lampard holte in elf Pflichtspielen nur einen mickrigen Sieg.
Chelseas Scherbenhaufen
Am Ende stand der Klub, der vor zwei Jahren noch die Champions League, den prestigeträchtigsten Wettbewerb im Vereinsfußball, gewonnen hatte, vor einem Scherbenhaufen.
An eine Qualifikation für die europäischen war nicht zu denken, die Londoner beendeten die Spielzeit auf Rang zwölf – Der CFC war plötzlich aus sportlicher Sicht wieder die graue Maus, die er vor Roman Abramowitschs Kauf im Jahr 2003 war.
Doch wollen die Verantwortlichen die Wende einleiten, wie soll Chelsea auf der Insel wieder zu einer großen Nummer werden? Dieser Tage wirkt das Gebahren der Bosse so, als würden sie ihren Planlos-Kurs weiter fortführen.
Mount, Havertz und Co. wandern ab
Mit Mason Mount (Manchester United), Kai Havertz (FC Arsenal), Edouard Mendy (Al-Ahli), Mateo Kovacic (Manchester City), N'Golo Kanté (Al-Ittihad) und César Azpilicueta (Atlético Madrid) kehrten unlängst gleich sechs Akteure aus der Champions-League-Siegermannschaft der Stamford Bridge den Rücken. Zudem verließen Kalidou Koulibaly (Al-Hilal) sowie die beiden Leihgaben Joao Félix (Rückkehr zu Atlético) und Denis Zakaria (Rückkehr zu Juventus) den Verein.
Insgesamt spülten die Abgänge 220 Millionen Euro in die Kassen. Auf der Seite der Zugänge sieht es indes deutlich mauer aus. Christopher Nkunku kommt für 60 Millionen Euro von RB Leipzig, Nicolas Jackson für 37 Millionen Euro vom FC Villarreal, Romelu Lukaku kehrt nach seiner Leihe bei Inter Mailand – zumindest vorerst – zurück auf die Insel.
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Kai Havertz feiert den Champions-League-Titel mit Chelsea
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Immerhin konnte man einen namhaften Trainer für sich gewinnen: Mauricio Pochettino wird fortan die Geschicke an der Seitenlinie leiten. Bei seiner Vorstellung vor wenigen Tagen sagte der Argentinier, der zuletzt für Paris Saint-Germain tätig war: "Es ist für mich Freude und Ehre, mich nun beim FC Chelsea zu engagieren. Wir sind so aufgeregt, Chelsea ist einer der größten Vereine der Welt. Daher fiel uns die Entscheidung, hierher zu kommen, natürlich leicht."
Pochettino voll des Lobes für Chelsea
Im Anschluss adelte er seinen neuen Arbeitgeber als "größten Klub Englands" der vergangenen "zehn, zwölf, 15 Jahre." In Anbetracht dessen, dass Manchester City in ebenjenem Zeitraum siebenmal englischer Meister wurde und kürzlich den ersten Champions-League-Titel eingetütet hatte, eine mindestens fragwürdige Einschätzung.
Pochettino weiß, dass er vor einer Mammutaufgabe steht, dass er derjenige ist, der den Umbruch vollziehen soll. "Wir hoffen, dass wir ein wettbewerbsfähiges Team bilden können. Ich habe festgestellt, dass es hier gute Spieler mit einer guten Einstellung gibt", erklärte er und kündigte weitere Aktivitäten auf dem Transfermarkt an: "Der Kader ist noch nicht vollständig. Wir werden mehr Qualität einbringen."
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Romelu Lukaku beim Derby d'Italia
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Namen nannte der 51-Jährige nicht, allerdings buhlt Chelsea dem Vernehmen nach um einen neuen Stürmer. Vor allem, wenn Lukaku nicht bleiben sollte. "Er wird am 12. oder 13. Juli zurückkommen, um die Saisonvorbereitung aufzunehmen. Wenn er ankommt, wird er als erstes in mein Büro kommen und Hallo sagen", so Pochettino mit Blick auf den Belgier. Aktuell arbeitet Inter aber daran, Lukaku langfristig zu halten.
Als mögliche Kandidaten für die Spitze werden laut "Evening Standard" Dusan Vlahovic von Juventus und Elye Wahi vom HSC Montpellier gehandelt.
Nachlegen muss Chelsea definitiv. Im Vergleich zu den anderen englischen Schwergewichten kommen die Blues aktuell nur bedingt wettbewerbsfähig daher.
Pochettino mit martialischen Worten
Bei seinem Vorhaben, aus dem blauen Chaos wieder eine Einheit zu formen, setzt Pochettino auf martialische Worte. "Wir müssen von Anfang an hart arbeiten und den Fans das Gefühl vermitteln, dass die Spieler in den Partien alles hineinwerfen und quasi für den Klub sterben." Und weiter: "Die Geschichte von Chelsea ist, zu gewinnen und an der Spitze zu stehen. Und dafür müssen wir alle von Anfang an an einem Strang ziehen und in jedem Spiel wie die Tiere kämpfen."
Sprich: Pochettino appelliert an seine Jungs, zumindest die Grundtugenden des Fußballs abzurufen. Das wird freilich nicht ausreichen.
Aber bei Chelsea ist nicht nur Pochettino gefordert, vor allem Boehly sollte sich und seine Kompetenzen kritisch hinterfragen. Vielleicht wäre es an der Zeit, die Zügel mit Blick aufs Sportliche aus der Hand zu geben. Sonst droht die nächste Chaos-Saison.
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Quelle: Perform
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