Trent Alexander-Arnold überragt bei Liverpool in Hybrid-Rolle - und bereitet Jürgen Klopp Kopfzerbrechen
Der FC Liverpool surft in der Premier League auf der Erfolgswelle. Einer der Hauptgründe für den Erfolgslauf ist Trent Alexander-Arnold, der das Spiel der Reds in neuer Hybrid-Rolle auf ein anderes Level hebt und die Euphorie aus der Meistersaison neu entfacht. Während der gelernte Rechtsverteidiger sich immer mehr als Spielgestalter sieht, bremst Teammanager Jürgen Klopp diese Entwicklung. Noch.
Trent Alexander Arnold
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Es war DAS Bild, das am Mittwochabend durch die sozialen Netzwerke geisterte.
Darauf zu sehen: Trent Alexander-Arnold, der in der 37. Minute zu einer Ecke antritt. Zunächst einmal nichts Ungewöhnliches im Liverpool-Kosmos.
Ein pikantes Detail war jedoch anders als sonst.
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26/07/2025 um 21:12 Uhr
Der Rechtsverteidiger hatte die Hose so weit nach unten gezogen, dass ein großes Stück seines Hinterns - gut sichtbar für die Fernsehzuschauer - entblößt wurde.
Man kann sich ausmalen, zu welchen Wortspielen sich die englische Klatschpresse hätte hinreißen lassen, hätte der FC Liverpool das Spiel in Sheffield verloren.
So weit sollte es allerdings nicht kommen. Unter anderem, weil Alexander-Arnold besagte Ecke punktgenau auf den Fuß von Virgil van Dijk servierte, der zum wichtigen 1:0 traf.
"Trent hat gerade einen Assist gegeben, während seine Poritze rausschaute. Er kann wirklich alles", kommentierte ein User passend auf "X".
Alexander Arnold ruft Meisterschaft als Ziel aus
Tatsächlich scheint Alexander-Arnold derzeit fast alles zu gelingen. Seine Vorlage beim 2:0-Erfolg der Reds in Sheffield war bereits sein dritter Scorer-Punkt in Folge. Zuvor hatte er sowohl den Ausgleich im Spitzenspiel bei Manchester City (1:1) als auch das entscheidende 4:3 in der 88. Minute gegen den FC Fulham erzielt.
Dass sein Name in dieser Partie nicht zweimal auf dem Scoreboard auftauchte, lag einzig daran, dass sein Freistoß zum 1:0 noch an den Rücken von Bernd Leno sprang, bevor er hinter dem Fulham-Keeper im Netz einschlug.
"Er war ein wahrer Anführer auf dem Platz", lobte Jürgen Klopp nach dem wilden Heimspiel, das in Anfield die Euphorie aus der Meistersaison neu entfachte. In der Tabelle liegen die Reds nach 15 Spieltagen auf Rang zwei. Nur zwei Punkte hinter Spitzenreiter Arsenal – und vier vor dem großen Favoriten Man City.
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Alexander-Arnold
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"Unser Ziel als Mannschaft ist es, die Liga zu gewinnen - und das ist auch in dieser Saison unser Ziel", sagte Alexander-Arnold jüngst im Interview mit dem "Guardian": "Wenn ich mich in der Umkleidekabine umschaue, wenn ich die Spieler sehe, das Team, den Spirit und den Vibe in der Mannschaft, dann glaube ich, dass das möglich ist."
Ähnlich wie 2020, als der 25-Jährige beim historischen Titelgewinn der Reds zu den tragenden Säulen gehörte. Danach erlebte er, ähnlich wie sein Klub generell, einige Höhen und Tiefen. So auch in der Hinrunde der vergangenen Saison. Erst seitdem ihn Klopp im April mit einem taktischen Kniff entfesselte, läuft es Alexander-Arnold wieder.
Klopp entfesselt Alexander Arnold in neuer Rolle
In der Rückwärtsbewegung bekleidet der englische Nationalspieler zwar weiterhin die Rolle hinten rechts in der Viererkette, in eigenem Ballbesitz rückt er jedoch in die Zentrale und fungiert als zweiter Sechser.
"Es fühlt sich gut und natürlich an", schwärmte Alexander-Arnold im Interview mit "The Athletic" von seiner neuen Aufgabe: "Die Position öffnet das ganze Feld für mich. Ich bin in der Lage, den Spielfluss zu diktieren."
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Jürgen Klopp
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Eine Idee, die sofort fruchtete. In der Offensive präsentiert sich Liverpool durch einen zusätzlichen Aufbauspieler deutlich kreativer und weniger flügellastig als noch in den vergangenen Jahren.
Das spiegelt sich auch in den Zahlen wider: Seitdem Alexander-Arnold seine neue Hybrid-Rolle bekleidet, hat Liverpool nur eines von 25 Premier-League-Spielen verloren. Demgegenüber stehen 17 Siege.
Liverpool: Alexander Arnold sieht sich in der Zentrale
Gegen Fulham beorderte Klopp den Engländer in der letzten halben Stunde sogar gänzlich ins Mittelfeld und befreite ihn von seinen defensiven Aufgaben hinten rechts. Das Ergebnis kennen wir.
Auch Alexander-Arnold kann sich die fixe Rolle in der Zentrale durchaus vorstellen. "Wahrscheinlich kann ich mich in der Mitte besser entfalten", so der 25-Jährige, der sich mittlerweile mehr als Spielgestalter sieht, "der Spiel und Tempo kontrolliert, kreiert und den Ball nach vorne bringt".
Auch Englands Nationaltrainer Gareth Southgate weiß um diese Stärken und setzte Alexander Arnold 2023 häufig im zentralen Mittelfeld ein.
Klopp von TAA-Debatte genervt
Dieser Schritt geht Klopp (noch) etwas zu weit. Der Liverpool-Coach ist kein Freund dieser "unangenehmen" Debatte, die nur dazu da sei, "Headlines" zu generieren. "Er wird da spielen, wo es für uns am besten ist", kanzelte der Deutsche jüngst Nachfragen nach einer dauerhaften Versetzung von Alexander-Arnold ab.
Das dürfte auch mit der angespannten Personalsituation in Liverpools Defensive zusammenhängen. Mit Andrew Robertson (Schulter) und Joel Matip (Kreuzbandriss) fallen zwei Stammkräfte mittel beziehungsweise langfristig aus. Eine adäquate Alternative auf der Rechtsverteidigerposition findet sich im Kader aktuell nicht.
"Stur" will Klopp allerdings nicht sein. "Es ist nicht so, dass ich ihn auf keinen Fall in der Mitte spielen lassen will", so der 56-Jährige. Schlägt Liverpool im Winter oder kommenden Sommer auf dem Transfermarkt zu, könnte sich die Lage also schnell ändern.
So lange wird Alexander-Arnold wohl erst einmal in seiner Hybrid-Rolle bleiben. Nicht die schlechteste Lösung für die Reds, wie die vergangenen Wochen zeigen.
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Quelle: Perform
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