Drei Dinge, die bei Manchester City gegen Manchester United auffielen: Der Maschinenführer verliert die Kontrolle
Manchester City sah im Premier-League-Derby gegen ein über weite Strecken biederes United lange wie der sichere Sieger aus, am Ende standen die Skyblues allerdings - einmal mehr in dieser Saison - mit leeren Händen da. Beim 1:2 des Serienmeisters vor heimischer Kulisse wurden die aktuellen Unzulänglichkeiten der Mannschaft von Pep Guardiola schonungslos offengelegt. Drei Dinge, die auffielen.
Guardiola nach Derby-Pleite ehrlich: "Ich bin nicht gut genug"
Quelle: Perform
Der Mund weit geöffnet vor Schreck, die Hände in die Wangen gestemmt - Pep Guardiolas Antlitz erinnerte an diesem Sonntagabend ein wenig an Edvard Munchs expressionistisches Meisterwerk "der Schrei".
Dass der Katalane derart ungläubig dreinschaute, hatte einen triftigen Grund: Seine Mannschaft, die jahrelang so verlässlich abgeliefert hatte, ließ Guardiola einmal mehr in dieser Saison hängen.
Ausgerechnet im Derby gegen ManUnited gab Manchester City vor heimischer Kulisse eine 1:0-Führung spät aus der Hand - und verließ das Feld nach Toren von Bruno Fernandes (88.) und Amad Diallo (90.) noch als Verlierer.
Das 1:2 im Duell mit dem unliebsamen Rivalen war die achte Pleite in den vergangenen elf Pflichtspielen. Die stets bestens geölte himmelblaue Maschine ist überhitzt - und der Maschinenführer vollkommen ratlos.
Drei Dinge, die bei Manchester City - Manchester United auffielen.
1.) Kontrollverlust
Perpetuum mobile, also eine Maschine, die einmal in Gang gesetzt ohne weitere Energiezufuhr von selbst läuft, galt lange als unerreichbare Utopie.
Pep Guardiola bewies in den vergangenen Spielzeiten das Gegenteil - zumindest, wenn man ebenjene Utopie metaphorisch auf den Fußball anwendet. Jahr für Jahr lief das Team des spanischen Trainergenies wie von selbst, schnappte sich Meisterschaft um Meisterschaft und 2023 erstmals in der Vereinsgeschichte den prestigeträchtigen Champions-League-Pokal.
Doch seit geraumer Zeit ist alles anders. Guardiola, der brillante Maschinenführer, hat die Kontrolle verloren, die Rädchen greifen nicht mehr ineinander, zurück bleibt dieser Tage ein überhitztes beziehungsweise überspieltes Gebilde.
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Pep Guardiola musste erneut eine Niederlage hinnehmen
Fotocredit: Getty Images
Gegen einen vollkommen biederen, harmlosen Stadtrivalen verpasste es ManCity, der Partie den Spannungsstecker zu ziehen. Stattdessen säumten ungewöhnlich viele Fehler den Weg der Citizens, die sich kaum Torchancen herausspielten und im dauerhaften Verwaltungsmodus verweilten.
Guardiolas Worte im Nachgang sprachen Bände. "Ich bin der Boss, ich bin der Manager - und ich bin nicht gut genug", gestand er auf der Pressekonferenz. Er ergänzte: "So einfach ist das. Ich muss einen Draht zu meinen Spielern finden. Ich mache das aktuell nicht gut. So einfach ist das."
2.) Haaland auffällig unauffällig
Nach knapp einer Stunde wurde es Erling Haaland zu bunt - die norwegische Naturgewalt begab sich am eigenen Strafraum ins Getümmel und holte sich die Kugel ab. Ein Bild mit Seltenheitswert.
Haaland, der diese Saison mit zehn Toren in den ersten fünf Ligaspielen erneut fulminant eröffnet hatte, seit Wochen aber ebenfalls schwächelt, war im Duell mit den Red Devils zu keinem Zeitpunkt ein Faktor.
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Erling Haaland war gegen ManUnited abgemeldet
Fotocredit: Getty Images
Lediglich 21 Ballaktionen standen beim Goalgetter nach 90 Minuten zu Buche, sein einziger Torschuss wurde abgeblockt und versprühte keine Gefahr fürs gegnerische Tor.
Zudem wartete Haaland mit einer verheerenden Passquote auf, ganze sechs seiner zwölf Pässe fanden einen Mitspieler. Nur 44 Prozent seiner Zweikämpfe entschied er für sich.
Großen Anteil an Haalands schwacher Leistung hatte übrigens einer, der in der Vergangenheit regelmäßig als Tollpatsch-Meme herhalten musste: Harry Maguire.
3.) Amad Diallo wird zum Helden
Amad Diallo ist einer der großen Gewinner des Trainerwechsels beim englischen Rekordmeister. Seit Ruben Amorim das Zepter schwingt (24. November), ist der 22-Jährige gesetzt.
Das Vertrauen seines neuen Übungsleiters zahlt Amad in beeindruckender Manier zurück. Vier Vorlagen steuerte der Youngster bis zum Derby bei, gegen City war er lange Zeit der einzige kleine Lichtblick aufseiten Uniteds.
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Amad Diallo avancierte zum Helden des Abends
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Doch in der 88. Minute begann dieser kleine Lichtblick hell zu strahlen. Amad erlief einen missglückten Rückpass von Matheus Nunes und ließ sich in der Folge im Strafraum von dem Portugiesen über den Haufen laufen. Den fälligen Elfer verwandelte dessen Landsmann Fernandes letztlich eiskalt.
Zwei Minuten später spitzelte Amad einen langen Ball mit feiner Technik an City-Keeper Ederson vorbei und legte ihn mit dem zweiten Kontakt aus spitzem Winkel ins Netz.
Der Ivorer hatte sich endgültig zum Helden des Abends gekrönt.
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United-Coach Amorim: "Müssen vorsichtig mit Amad sein"
Quelle: Perform
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