Fabian Hürzeler und Brighton & Hove Albion mischen die Premier League auf: Das Möwen-Märchen nimmt Gestalt an

Mit zwei Siegen zum Premier-League-Start hat Fabian Hürzeler ein traumhaftes Debüt in England gegeben. Der neue Trainer von Brighton & Hove Albion, der jüngste Trainer der Liga-Geschichte, übernimmt ein intaktes Team und eine gefestigte Struktur, mit der sich der Klub seit Jahren nach oben arbeitet. Der frühe Erfolg ist damit keinesfalls ein Zufallsprodukt.

Hürzeler mit Lobeshymne auf Arsenal und Havertz

Quelle: Perform

"We are top of the league" sangen die Fans von Brighton & Hove Albion nach dem 2:1-Sieg gegen Manchester United. Dass die Aussage kurz später schon nicht mehr stimmte, interessierte sie natürlich nicht.
Die Fans von der südenglischen Küste sind vollkommen euphorisiert. Nach einem Auftakterfolg gegen Everton folgte der Sieg gegen Manchester United - nur Manchester City schob sich dank mehr geschossener Tore noch vorbei auf Platz eins.
"Ich habe nicht verstanden, was sie gesungen haben", sagte Trainer Fabian Hürzeler später auf der Pressekonferenz. Natürlich nahm ihm das niemand ab.
Natürlich wusste der Cheftrainer Brightons ganz genau, wie gut seine Mannschaft in die Saison gestartet ist.

Hürzeler: realistisch bleiben

Verfrühte Euphorie will er aber keine aufkommen lassen. "Ich bin realistisch, niemals euphorisch", erklärte der 31-Jährige: "Denn wenn du euphorisch bist, bedeutet das, dass du den Fokus für die realistischen Dinge verlierst."
Das dürfte so manchem im Verein schwerfallen, sollte es mit dem Höhenflug der "Seagulls" (deutsch: "Möwen") in der Premier League weitergehen - nun wartet am Samstag Arsenal (ab 13:30 Uhr im Livescoring) als neuer Härtetest.
Nur den neuen Trainer überrascht der neue Erfolg nicht, wie er sagte. Auch sei er nicht verwundert, wie schnell die Spieler von seinen Ideen überzeugt waren. "Es fühlt sich wie eine Familie an, nicht wie ein Fußballklub", sagte er: "Jeder ist voll dabei."

Brighton & Hove Albion will oben angreifen

Hürzeler kam im Sommer für neun Millionen Euro vom Bundesliga-Aufsteiger St. Pauli nach England. Noch nie bekam der Kiezklub eine derart hohe Summe - auch für keinen Spieler.
Es gab Fans, die ihm übel nehmen, dass er direkt nach dem großen Erfolg in Hamburg das Weite suchte und dem Ruf des Geldes folgte.
Mit gerade einmal 31 Jahren ist Hürzeler der jüngste Chefcoach der Premier-League-Geschichte. Und der junge Deutsche passt zu Brighton & Hove Albion, das unter Besitzer Tony Bloom seit Jahren einen ungewöhnlichen und innovativen Ansatz wählt.
"Es wird erwartet, dass man sich wieder in der oberen Hälfte der Premier League etabliert und vielleicht sogar in den Kampf um die europäische Qualifikation eingreift", meint James Hilsum von Eurosport UK.
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Fabian Hürzeler beim ersten Liga-Spiel gegen Everton.

Fotocredit: Getty Images

BHA investiert viel

Ein ambitioniertes Ziel des Tabellen-Elften der Vorsaison. Den Grundstein für Hürzelers erste Erfolge legten Graham Potter, der von 2019 bis 2022 Trainer war, und Roberto de Zerbi in den vergangenen beiden Jahren. Schritt für Schritt ging es für den Aufsteiger der Saison 2017/18 nach oben.
Die Führung des Klubs ist nach de Zerbis Abgang gleich geblieben, besteht weiter aus dem Vorstandsvorsitzenden Tony Bloom, Geschäftsführer Paul Barber und dem Technischen Direktor David Weir.
Was neu ist? "Die Menge an Geld, die Brighton in diesem Sommer ausgegeben hat“, sagt Eurosport-Redakteur Hilsum. Etwa 200 Millionen Euro - Investitionen, die die Ambitionen des Klubs eindeutig machen.

Groß weg - viele junge Neuzugänge

Hürzeler musste dabei aber auch den zum BVB abgewanderten deutschen Nationalspieler Pascal Groß ersetzen. Er war einer der wichtigsten Spieler der vergangenen Jahre.
Die Neuzugänge sind allesamt jünger als 25 Jahre: Georginio Rutter (22/47 Millionen Euro, von Leeds United), Yankuba Minteh (19/35 Mio., Newcastle United), Mats Wieffer (24/32 Mio., Feyenoord), Brajan Gruda (20/32 Mio., FSV Mainz 05), Ferdi Kadioglu (24/30 Mio., Fenerbahce), Matt O'Riley (23/30 Mio., Celtic), Ibrahim Osman (19/20 Mio., Nordsjaelland, Leihe zu Feyenoord) und Malick Yalcouyé (18/7 Mio., IFK Göteborg, Leihe zu Sturm Graz).
Keiner von ihnen spielte in den ersten beiden Spielen jedoch von Beginn an - die Grundstruktur der Mannschaft blieb dieselbe wie vergangene Saison.
Brightons Kader ist in der Breite und in der Tiefe gut besetzt. Hürzeler wird den großen Kader brauchen im Laufe der Saison. Sein Alter und seine lockere Art kommen ihm bei den Spielern zugute.

Hürzeler mit Spielern per Du

Danny Welbeck, der in beiden bisherigen Liga-Spielen traf, nannte er ein "Vorbild". Über den 33-Jährigen sagte Hürzeler: "Ich kann von ihm lernen, weil er die Erfahrung hat, die ich als Spieler nicht hatte."
Auch verletzungsbedingt schaffte er es als Spieler nicht über Spiele bei den zweiten Mannschaften vom FC Bayern München, dem TSV 1860 und der TSG Hoffenheim hinaus.
Nach zwei Jahren als Co-Trainer beim FC St. Pauli war er anderthalb Jahre Cheftrainer bei den Kiezkickern. Nun das Engagement in England.
Durch die Mischung von neuen und etablierten Spielern, seine unaufgeregte, lockere Art und die Innovationsfreude der Klubführung sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft gegeben.
"Ein achter oder neunter Platz scheint erreichbar zu sein - möglicherweise sogar noch besser, wenn die Schlüsselspieler fit bleiben", prognostiziert Hilsum.
Hürzeler wird die Mission auf jeden Fall realistisch angehen.
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Hürzeler mit Sonderlob: "Milner ist ein Vorbild für uns alle"

Quelle: Perform


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