Manchester United: Matthijs de Ligt steckt nach Wechsel vom FC Bayern München zu den Red Devils in Schwierigkeiten

Manchester United hat mit der Verpflichtung von Matthijs de Ligt die Innenverteidigung gestärkt - so weit der Plan. Tatsächlich aber tut sich der Neuzugang vom FC Bayern München extrem schwer, im englischen Nordwesten Fuß zu fassen. Mehr noch: Zuletzt hagelte es Kritik ob de Ligts Leistungen im Dress der Red Devils, im niederländischen Nationalteam läuft es kaum besser. Wie konnte das passieren?

De Ligt schwärmt: "United hat so viel Geschichte"

Quelle: Perform

Mitte September, an einem sonnigen Nachmittag im St. Mary's Stadium in Southampton, war die Fußballwelt von Matthijs de Ligt vollkommen in Ordnung.
Der Neuzugang von Manchester United hatte beim 3:0-Erfolg gegen die Saints sein erstes Tor für die Red Devils erzielt und die Auszeichnung zum Player of the Match eingeheimst.
Der Niederländer, so schien es, war am 4. Spieltag endgültig angekommen in der Premier League. "Für mich war es wichtig, Rhythmus zu bekommen und heute konnte ich mehr von dem zeigen, was ich kann", erklärte de Ligt gegenüber Eurosport-Partner TNT Sports.
Was der 25-Jährige zu diesem Zeitpunkt nicht wissen konnte: Die Galavorstellung in Southampton blieb (bislang) der berühmte Ausreißer nach oben. Zwei Wochen später bekam de Ligt bereits massiv Kritik ab. Bei der 0:3-Pleite zuhause gegen Tottenham sei de Ligt, "der für eine riesige Summe eingekauft wurde, die ganze Zeit komplett falsch" gestanden, monierte der ehemalige englische Nationalspieler Jamie Carragher in seiner Rolle als TV-Experte.

Hargreaves zählt de Ligt an: "Absolute Albträume"

Wenige Tage darauf verspielte United in der Europa League eine 2:0-Führung beim FC Porto (3:3) - und wieder entlud sich ein großer Teil der Kritik auf den Neuzugang, der zu Saisonbeginn für bis zu 50 Millionen Euro vom FC Bayern München kam. "De Ligt hat sich wirklich schwergetan", bemängelte Ex-Bayern-Profi Owen Hargreaves. Portos zweimaliger Torschütze Samu Omorodion habe dem Verteidiger "absolute Albträume" bereitet.
Doch damit nicht genug: Auch in der Nationalmannschaft hat de Ligt einen schweren Stand. Bei der EM in Deutschland bekam er nicht eine Minute Einsatzzeit, in der UEFA Nations League läuft es kaum besser. Gegen Bosnien-Herzegowina (5:2) spielte der Abwehrspezialist durch, beim Heimspiel gegen Deutschland (2:2) waren es 45 Minuten, gegen Ungarn (1:1) nur noch neun.

Koeman verzichtet auf de Ligt

Vor vier Tagen setzte ihn Bondscoach Ronald Koeman bei der 0:1-Niederlage gegen die DFB-Auswahl gar nicht ein - und das, obwohl Abwehrchef Virgil van Dijk ausfiel und die Partie in de Ligts einstiger Wirkungsstätte, der Allianz Arena in München, über die Bühne ging.
Er habe nicht "lange überlegen müssen, Micky van de Ven in der Zentrale spielen zu lassen", erläuterte Koeman. Dafür stellte er den erst 18-jährigen Jorrel Hato auf dessen eigentlicher Position in der Linksverteidigung auf. Van de Ven bildete indes zusammen mit Stefan de Vrij das Duo in der Innenverteidigung. Und de Ligt? War offenbar keine Option für die Elftal.

Harte Konkurrenz in der Manchester-Innenverteidigung

In Manchester steigt derweil der Druck - und zwar auf alle Beteiligten. In der Premier League belegt das Team von Coach Erik ten Hag mit nur zwei Siegen aus sieben Partie einen inakzeptablen 14. Rang, in der Europa League sind die Red Devils nach zwei Gruppenspielen noch sieglos.
Ten Hag, forderte Hargreaves, müsse in der Innenverteidigung "ein beständiges" Duo finden, das das volle Vertrauen genieße. Nominell stehen mit Harry Maguire, Lisandro Martínez, Victor Lindelöf, Jonny Evans, Leny Yoro (derzeit verletzt) und de Ligt sechs Kandidaten zur Verfügung.
Bislang setzte der Coach vor allem auf den Argentinier Martínez, den englischen Nationalspieler Maguire - und eben de Ligt. Auch Routinier Evans ist eine Option, am vergangenen Liga-Spieltag kam der 36-Jährige beim 0:0 gegen Aston Villa über 90 Minuten zum Einsatz. Eine harte Konkurrenz-Situation für de Ligt, die so nicht zu erwarten war.

De-Ligt-Petition in München, rauer Wind in Manchester

In München nämlich war der Oranje-Profi einer der Fan-Lieblinge. Als durchsickerte, dass er verkauft wird, startete die Anhängerschaft eine Petition. "Wir alle möchten, dass Matthijs de Ligt beim FC Bayern München bleibt! Er hat oft genug bewiesen, dass er ein Weltklasse-Verteidiger ist, wahrscheinlich der Beste in unserem Kader", hieß es im Text zur Petition.
2022 kam de Ligt für eine stattliche Ablöse von 67 Millionen Euro von Juventus Turin an die Säbener Straße und wurde in der ersten Saison Meister mit den Bayern. Dennoch entschieden die Verantwortlichen, den Defensivspieler aus einer Situation des Überangebots heraus abzugeben - Petition hin oder her.
Nun muss de Ligt allerdings schmerzhaft erfahren, dass der Wind beim englischen Rekordmeister ebenso rau daherweht wie beim deutschen ...
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Quelle: Perform


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