Benjamin Sesko floppt bislang als Stürmer bei Manchester United: 77-Millionen-Euro-Mann wirkt manchmal "wie ein Jugendspieler"

Manchester United schloss die Saison 2024/25 mit der viertschlechtesten Offensive der Premier League ab. Im Sommer war bei den Red Devils erneut Großreinemachen angesagt, diesmal im Angriff. Eine Viertelmilliarde Euro wurde in drei neue Angreifer investiert, 77 Millionen ließ sich United dabei die Dienste von Benjamin Sesko kosten. Doch der Sturmimport von RB Leipzig floppt bislang.

Ist Manchester United wieder auf Kurs?

Quelle: Perform

Benjamin Sesko hatte Glück im Unglück. Die befürchtete schwere Knieverletzung, die sich der Slowene im Ligaspiel bei Tottenham Hotspur (2:2) zuzog, bewahrheitete sich offenbar nicht.
Wie das Magazin "The Athletic" berichtet, muss Sesko bis Anfang Dezember pausieren, ehe er wieder ins Training einsteigen kann. Angesichts der zunächst auf drei Monate geschätzte Ausfallzeit ist das eine gute Nachricht für Sesko und United.
Davon gab es nicht allzu viele seit der Ankunft des 1,95 Meter großen Stürmers in Manchester. United hatte sich einem langen Bieterwettstreit um Sesko gegen Ligakonkurrent Newcastle United durchgesetzt.
Laut englischen Medien soll Sesko sogar auf Gehalt verzichtet haben, um zu seinem Traumverein wechseln zu können. Bereits 2018, als Sesko gerade mal 15 Jahre alt war, soll er den Scouts von ManUnited aufgefallen sein.

Bryan Mbeumo stiehlt Sesko die Show

Doch die späte Liaison war bislang nicht von Erfolg gekrönt. Als Fixpunkt im Sturmzentrum blieb Sesko in den seinen ersten sieben Ligaspielen ohne Scorerpunkt. Die neu formierte Angriffsreihe mit Sesko, Ex-Leipzig- und Ex-Hertha-Profi Matheus Cunha (75-Millionen-Neuzugang aus Wolverhampton) sowie Bryan Mbeumo (75-Millionen-Neuzugang aus Brentford) funktionierte anfangs nicht und der Niedergang der Red Devils schien sich auch in der neuen Saison fortzusetzen.
In den ersten sechs Spielen setzte es drei Niederlagen bei nur sechs erzielten Toren. Sesko musste bis zu seinem sechsten Ligaeinsatz warten, ehe ihm bei der 1:3-Niederlage in Brentford der erste Treffer gelang.
Bis zur Verletzung gegen Tottenham schoss er ein zweites Tor und gab zudem eine Vorlage. Mbeumo stahl indes Sesko die Show. Der Kameruner ist mit seinen fünf Saisontoren hauptverantwortlich dafür, dass sich Manchester United bis auf Tabellenplatz sieben der Premier League vorgearbeitet und sich allgemein stabilisiert hat.
Die Mannschaft verlor nur eines der letzten sieben Partien und landete Siege gegen den FC Chelsea (2:1) und beim FC Liverpool (2:1).
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Der eine Neuzugang sticht, der andere (noch) nicht: Bryan Mbeumo und Benjamin Sesko

Fotocredit: Getty Images

Englands Stürmerlegenden kritisieren Sesko

Sesko spielt dabei jedoch nur eine Nebenrolle. Ehemalige englische Sturmgrößen rechneten bereits mit dem 22-Jährigen ab. "Ich hoffe, das kommt nicht falsch rüber, aber im Vergleich mit Viktor Gyökeres (Neuzugang beim FC Arsenal, d. Red.) wirkt er manchmal wie ein Jugendspieler", sagte Liverpool-Legende Robbie Fowler.
Gyökeres sei deutlich besser für die Premier League geeignet. "Er versteht, was es hier an Geschwindigkeit, Energie und Einsatz braucht. Sesko weist hier von Zeit zu Zeit Defizite auf. Er ist ein guter Spieler, keine Frage. Aber er muss sich deutlich steigern, wenn er in dieser Liga eine Chance haben will", ergänzte Fowler.
Premier-League-Rekordtorschütze Alan Shearer (260 Treffer) geht sogar noch einen Schritt weiter. "Sie haben für ihn eine Menge Geld bezahlt. Ich weiß, dass der Markt hitzig ist, aber das war zu viel. Sein Start war schwierig und ehrlicherweise erwarte ich keine großen Dinge von ihm", sagte Shearer bei "betfair".
Selbst Trainer Ruben Amorim gab Probleme bei der Integration von Sesko zu: "Ich verstehe, wie es im Fußball läuft. Benjamin wird zu kämpfen haben. Das ist normal. Er hat hier keine Erfahrung."

Parallelen zu Simons und Wirtz

Seskos Eingewöhnungsschwierigkeiten spiegeln sich auch in dessen Einsatzzeiten wider: Nur vier Begegnungen absolvierte er über die vollen 90 Minuten.
Bei 618 Einsatzminuten kommt er auf drei Scorerpunkte - zu wenig für Shearer: "Ich halte ihn für einen guten Spieler - mehr aber wahrscheinlich nicht. Angesichts der Ablöse müsste er aus meiner Sicht schon ein paar Tore mehr auf dem Konto haben."
Seskos Start in der Premier League weist Parallelen zu seinem ehemaligen Leipziger Klubkollegen Xavi Simons und Florian Wirtz auf. Auch die beiden waren für viel Geld aus der Bundesliga auf die Insel gewechselt und konnten bislang nicht überzeugen.
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Quelle: SNTV



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