Xavi Simons floppt als 65-Millionen-Euro-Mann bei Tottenham Hotspur: Parallelen zu Florian Wirtz beim FC Liverpool
VonThomas Gaber
Update 04/11/2025 um 16:05 GMT+1 Uhr
Xavi Simons entschied sich im Sommer für die große, weite Welt der Premier League. Als einer der besten Offensivspieler der Bundesliga ließ sich der Niederländer auch von einem Flirt mit dem FC Bayern nicht von seinem Wechselwunsch nach England abbringen. Doch Simons ist bei Tottenham Hotspur hart gelandet und erlebte bei der Derby-Pleite gegen den FC Chelsea die ultimative Demütigung.
Guardiola über Haaland: "Haben Sie die Zahlen gesehen?"
Quelle: Perform
Lucas Bergvall kochte vor Wut. Der Mittelfeldspieler von Tottenham Hotspur war im Ligaspiel gegen den FC Chelsea (0:1) bereits in der 3. Spielminute nach einem Kopftreffer zu Boden gegangen und wirkte noch leicht benommen, als er wieder auf die Beine kam.
Der Teamarzt der Blues teilte Spurs-Trainer Thomas Frank daraufhin mit, dass Bergvall nicht weiterspielen könne. Das sah der Spieler anders. Bergvall wehrte sich wild gestikulierend gegen seine Auswechslung, doch Frank vertraute dem Mediziner.
So kam Xavi Simons zu einem unverhofft frühen Einsatz. Der 22-Jährige hatte nach mehreren dürftigen Auftritten seinen Platz in der Startelf der Spurs verloren und durfte sich im Derby neu beweisen.
Der Schuss ging allerdings nach hinten los. Simons war erneut kein Faktor im Offensivspiel der Londoner, leitete mit einem schludrigen Pass den entscheidenden Gegentreffer ein und wurde in der 73. Minute wieder ausgewechselt - die ultimative Demütigung.
Letztes Tor noch für Leipzig im Pokal gegen Sandhausen
Frank spielte die Auswechslung im Nachgang herunter und begründete sie mit einer "Belastungssteuerung". Tatsache ist aber, dass Simons bei Tottenham kaum ein Bein auf den Boden bekommt. "Verlorene Zweikämpfe, theatralisches Fallen und ein unsauberes Passspiel prägen bislang Simons Wirken für Tottenham. Es wird nicht viel über ihn geredet und wenn, dann negativ", urteile die "Daily Mail" gewohnt scharf.
Im Sommer als großer Hoffnungsträger für 65 Millionen Euro von RB Leipzig verpflichtet, fremdelt der Niederländer nach wie vor mit der Intensität der Premier League und Franks Spielidee. In 746 Minuten Spielzeit kommt Simons auf null Tore und eine Torvorlage. Im gegnerischen Strafraum hatte er bislang ganze sieben Ballkontakte. Das einzige Tor in dieser Saison erzielte er für Leipzig - in der Nachspielzeit beim Sieg in der ersten Runde des DFB-Pokals in Sandhausen.
Frank äußert sich in Bezug auf Simons' Leistungen weiterhin diplomatisch. "Ich achte auf Lichtblicke und bei Xavi habe ich ihn gebeten, mehr in den Strafraum zu kommen. Das hat er im nächsten Spiel getan und viel Energie und Frische gezeigt. Gab es einen besonders auffälligen Moment? Nein, aber es gab gute Ansätze. Es geht also ein wenig in die richtige Richtung", so der Däne.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/11/04/image-33f40c58-bd2e-48f4-b9e1-dfcacfba8bbe.jpeg)
Simons im Duell mit den Chelseaspielern Malo Gusto und Pedro Neto
Fotocredit: Getty Images
Parallelen zu Florian Wirtz in Liverpool
Frank vergleicht die Situation seines Spielers mit der von Florian Wirtz beim FC Liverpool: "Wirtz ist wie Simons ein sehr guter Spieler, muss sich aber erst an einige Dinge gewöhnen: neues Land, neuer Verein, neue Stadt. Man muss sich einfach einleben, das gehört dazu."
Auch TV-Experte und Ex-Profi Jamie Carragher fühlt sich bei Simons sofort an Wirtz erinnert. "Am Anfang ist es fantastisch, aber wenn man in der Premier League spielt, sind das Tempo und die Physis der Spieler, die auf einen zukommen, einfach unglaublich. Xavi Simons hat fantastische Fähigkeiten, aber dann denkt er, er hätte alle Zeit der Welt, um zu dribbeln, aber die hat man einfach nicht", beschrieb der 47-Jährige bei "Sky Sports" eine Szene aus dem Chelsea-Spiel. "Es ist wirklich interessant mit ihm und Florian Wirtz, sie haben einfach Schwierigkeiten, mit dem Tempo der Premier League mitzuhalten."
Auch wenn über Simons - zumindest von Expertenseite - noch nicht der Stab gebrochen wird, so ist die Lage für den hochveranlagten Offensivspieler doppelt bitter. Während er sich selbst in der Premier League schwertut, entpuppt sich die neue junge Garde von RB Leipzig in der Bundesliga nach einer 0:6-Klatsche zum Auftakt als einziger erntzunehmender Verfolger des FC Bayern.
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Simons Opfer schwieriger Umstände bei Tottenham ist. Infolge zahlreicher verletzter Spieler wie Randal Kolo Muani, James Maddison oder Dominic Solanke hat er im Angriffsspiel wenig Unterstützer. Das Lazarett lichtet sich allmählich und somit besteht auch bei Simons Hoffnung auf baldige Verbesserung.
Das könnte Dich auch interessieren:
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/11/03/image-e0cbd58f-d9f8-4df4-b787-32a6ad2d19e2-85-2560-1440.jpeg)
Neuer über Zukunft beim FC Bayern: "Lasse mir da Zeit"
Quelle: Perform
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung