FC Liverpool: Teenie Rio Ngumoha in aller Munde - Reds feiern ihr Wunderkind, FC Chelsea knirscht mit den Zähnen
Update 27/08/2025 um 12:13 GMT+2 Uhr
Der FC Liverpool hat am Montagabend einen späten Sieg gegen Newcastle United gefeiert. Tief in der Nachspielzeit stieg der 16-jährige Rio Ngumoha zum Helden auf und schrieb mit seinem Treffer Vereinsgeschichte. Während die Reds ihr Wunderkind feiern, knirscht der FC Chelsea aufgrund einer Transfer-Watschn mit den Zähnen. Und trotz namhafter Konkurrenz scheint die Zukunft Ngumoha zu gehören.
Slot lobt 16-jährigen Matchwinner: "Für ihn besonders"
Quelle: Perform
Rio Ngumoha hatte Zeit. Viel Zeit.
Als Dominik Szoboszlai den flachen Querpass von Mohamed Salah im Strafraum für ihn durchließ, musste sich der 16-jährige Linksaußen entscheiden: Nehme ich den Ball an? Schließe ich ab?
Im St. James' Park waren über 50.000 Augenpaare auf ihn gerichtet, vor den Bildschirmen waren es bedeutend mehr. Schließlich zog Ngumoha ab - und versenkte die Kugel halbhoch rechts im Kasten. Das entscheidende Tor in der zehnten Minute der Nachspielzeit, der dramatische Schlusspunkt einer Achterbahnfahrt gegen Newcastle United (3:2).
"Es war verrückt, als ich gehört habe, wie die Fans meinen Namen schreien. Das war ein sensationeller Moment", blickte Liverpools jüngster Torschütze der Klub-Historie auf jenen Moment zurück. "Ich bin sehr stolz."
Wunderkind Ngumoha: Liverpool feiert, Chelsea zürnt
Die englischen Medien überschlugen sich. Wunderkind hier, Jahrhunderttalent da - und jede erdenkliche Statistik wurde ausgepackt.
In der Geschichte der Premier League gab es lediglich einen Siegtorschützen, der jünger war. Wayne Rooney (16 Jahre, 11 Monate, 25 Tage) hatte unter ähnlich dramatischen Umständen bei seinem Treffer zum 2:1 in der 90. Minute gegen Arsenal im Oktober 2002 nur zwei Tage weniger auf dem Buckel als Ngumoha.
Abgesehen von Newcastle war aber auch im restlichen England nicht jedem zum Staunen zumute. Vor allem beim FC Chelsea wurde heftig mit den Zähnen geknirscht.
Vor ziemlich genau einem Jahr wechselte Ngumoha von den Blues nach Liverpool, nach dem er ein Vertragsangebot der Londoner nach dem anderen abgelehnt hatte. Wie die "Daily Maily" berichtete, schäumten die Verantwortlichen vor Wut und provozierten einen "Krieg der Akademien".
Kurzerhand wurde Scouts von Liverpool und Manchester United der Zutritt bei Spielen der Chelsea-Jugendteams verweigert, um weitere Abgänge zu den Rivalen zu verhindern. Drama pur - doch das brachte Ngumoha auch nicht mehr zurück.
Ngumoha "kann Spiele schon jetzt beeinflussen"
Vielmehr zieht der Youngster nun Anfield in seinen Bann. Trainer Arne Slot, der Ngumoha vier Minuten vor dessen Treffer für Cody Gakpo einwechselte, war begeistert.
"Wie hart und präzise sein Schuss war. So etwas sieht man bei einem 16-Jährigen nur sehr selten", resümierte der Niederländer auf der Pressekonferenz. "Ich habe in der Kabine danach jemanden sagen hören - ich verrate nicht, wer - dass er den Ball erst einmal angenommen und dann abgeschlossen hätte. Aber Rio ist so selbstbewusst."
Mutige Entscheidungen imponieren Slot. "Gleich beim ersten Ballkontakt hatte er keine Angst, ging sofort ins Dribbling. Beim zweiten Gegenspieler setzte er sich ebenfalls durch. Dass er dann dieses Tor erzielt, ist kein Zufall - denn für sein Alter ist er ein herausragender Vollstrecker."
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Rio Ngumoha bejubelt seinen Treffer zum 3:2-Endstand
Fotocredit: Getty Images
Vielversprechende Voraussetzungen, die das enorme Potenzial von Ngumoha erahnen lassen. "Er entwickelt sich natürlich noch als Spieler", erklärte Pete Sharland, Fußball-Experte bei TNT Sports UK. "Aber er kann Spiele schon jetzt beeinflussen, weil er das Toreschießen auf eine besondere Art versteht."
Großer Transfersommer schließt Nachwuchs nicht aus
Nun hat Ngumoha ein glorreiches Debüt in der Premier League hinter sich - doch wie sieht die Zukunft aus? Immerhin hat Liverpool über 330 Millionen Euro auf dem Transfermarkt investiert und die Konkurrenz in der Offensive könnte mit Florian Wirtz, Hugo Ekitiké, Cody Gakpo und Co. kaum größer sein.
"Wichtig ist, dass der Klub in dieser Saison zwar viel Geld ausgegeben hat, aber nicht über die gleiche finanzielle Schlagkraft wie Manchester City verfügt", merkte Sharland an. "Deshalb ist es entscheidend, den Kader mit jungen Spielern zu ergänzen."
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Rio Ngumoha hat dem FC Liverpool einen Sieg beschert
Fotocredit: Getty Images
Einen solchen Sommer könne Liverpool nicht jedes Jahr wiederholen. Eine nachhaltige Nachwuchsarbeit sei daher von großer Bedeutung - in zweierlei Hinsicht. "Entweder werden sie zu einer kostengünstigen Verstärkung des Teams oder zu Vermögenswerten, die man später mit reinem Gewinn verkaufen kann."
Dass sich Ngumoha in Liverpool in den kommenden Monaten noch häufiger zeigen wird, bezweifelt Sharland nicht.
"Wir haben in ganz Europa gesehen, dass junge Spieler trotz ihres Teenager-Alters bei den größten Vereinen der Welt sofort Wirkung entfalten können - das bekannteste Beispiel ist im Moment natürlich Lamine Yamal", zog er eine Parallele. "Für Ngumoha gilt jetzt: Er muss nichts anders machen, weiter gut trainieren und sicherstellen, dass er einen Einfluss hat, wenn Slot auf ihn setzt - den Rest erledigt die Zeit."
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