João Palhinha: Beim FC Bayern überflüssig, in England ein Star - warum der Portugiese bei den Tottenham Hotspur aufblüht

Kaum zurück auf der Insel, macht João Palhinha für die Tottenham Hotspur Schlagzeilen. In kürzester Zeit hat sich die Leihgabe des FC Bayern München zum Unterschiedsspieler aufgeschwungen und entscheidend zum perfekten Saisonstart der Spurs beigetragen. Warum der Portugiese im Gegensatz zur Bundesliga in der Premier League wieder funktioniert - und wie am Ende alle Seite profitieren könnten.

João Palhinha erzielte beim 2:0-Sieg der Spurs gegen Manchester City einen Treffer

Fotocredit: Getty Images

Vom vermeintlichen Transfer-Flop des FC Bayern München zum "Player of the match" in der Premier League in gerade einmal drei Wochen.
João Palhinha hat in seinen ersten drei Einsätzen für die Tottenham Hotspur mächtig Eindruck hinterlassen und maßgeblich zum perfekten Saisonstart (6 Punkte, 5:0 Tore nach zwei Spielen) beigetragen.
Beim überraschenden Auswärtssieg im Etihad Stadium gegen Pep Guardiolas Manchester City avancierte Palhinha nicht nur aufgrund seines Treffers zum 2:0-Endstand zum spielentscheidenden Akteur. Der 30-jährige Portugiese nahm als Kettenhund Citys Spielmacher Rayan Cherki 54 Minuten lang komplett aus dem Spiel, ehe Guardiola den entnervten Franzosen vom Feld nahm. Dazu kamen viele entscheidende Defensivaktionen.
"Er könnte sich als fantastischer Neuzugang für Tottenham erweisen", lobte Newcastle-Legende und "BBC"-Experte Alan Shearer: "So viele entscheidende Tacklings. Sein Timing war absolut perfekt."
Dass er mit seinem Treffer auch in der Offensive zum Sieg beitrug, brachte ihm neben der Auszeichnung für den Spieler des Spiels auch die für den Premier-League-Spieler der Woche ein. Zum Vergleich: In der vergangenen Saison war ihm in München in 25 Pflichtspieleinsätzen nicht eine Torbeteiligung geglückt.

Frank bekommt mit Palhinha seinen Wunschspieler

Palhinha fühlt sich sichtlich wohl in seinem neuen, alten Habitat auf der Insel. Bereits vor seiner Zeit in München hatte der Mittelfeldspieler zweieinhalb Jahre beim FC Fulham unter Vertrag gestanden, ehe er im Sommer 2024 für 51 Millionen Euro zum FC Bayern wechselte.
"Der Klub ist so großartig. Ich bin wirklich froh, wieder in der Premier League zu sein. Wie beim letzten Mal, als ich hier war, bin ich sehr glücklich", sagte Palhinha gegenüber "TNT Sports".
Dass sich der Portugiese so schnell ins Mannschaftsgefüge eingelebt hat, liegt auch an Spurs-Trainer Thomas Frank. "Der Coach hat mich gedrängt, hierherzukommen, und er hat mir das Projekt bei Tottenham gezeigt", so Palhinha, der wie die Faust aufs Auge zu Franks Spielstil zu passen scheint. Weniger Ballbesitz, dafür eine stabile Defensive, permanentes Pressing und schnelles Umschaltspiel.
Zudem könnte Palhinha die Antwort auf Tottenhams Probleme in der Konterabsicherung sein, die in der vergangenen Saison immer wieder zu Gegentoren führten.
"Bayern wollte ihn zwei Jahre lang unbedingt haben. Aus welchem Grund auch immer gab es dann plötzlich eine Gelegenheit für uns", zeigte sich Frank im Gespräch mit "football.london" überrascht, dass der FC Bayern seinen Wunschspieler überhaupt ziehen ließ: "Ich habe keine Ahnung, warum sie ihn nicht mehr wollten. Vielleicht war es der Trainer, vielleicht die Kultur, vielleicht der Klub an sich. Manchmal ist das nicht einfach zu sagen."

Palhinha: Zieht tottenham die Kaufoption?

Die Antwort dürfte irgendwo dazwischen liegen. Eine Palhinha-Verpflichtung forciert hatte in München vor allem der damalige Coach Thomas Tuchel, der bei der Ankunft des 30-Jährigen aber gar nicht mehr im Amt war.
Der neue Bayern-Trainer, Vincent Kompany, setzte in der vergangenen Saison stattdessen auf Joshua Kimmich als zentralen Baustein in der Mittelfeldzentrale. Dieser war unter Tuchel zeitweise wieder zum Rechtsverteidiger umfunktioniert worden. Daneben starteten meist Aleksandar Pavlović oder Leon Goretzka. Palhinha kam dagegen auf gerade einmal 986 Pflichtspielminuten.
Dass sich der deutsche Rekordmeister auf Leihbasis vom Portugiesen trennte, war also keine Überraschung – und trotz Palhinhas Traumstart in der Premier League sicher kein Fehler.
Ganz im Gegenteil: Überzeugt Palhinha auf der Insel weiter, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Spurs die im Leihvertrag verankerte Kaufoption über 30 Millionen Euro inklusive Boni ziehen werden.
Eine Lösung, die angesichts des Missverständnisses in München für alle Seiten attraktiv wäre.
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Quelle: Perform


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