Andoni Iraola wird neuer Liverpool-Trainer: Wie der Spanier den Reds um Florian Wirtz zu neuem Glanz verhelfen soll
Publiziert 05/06/2026 um 14:36 GMT+2 Uhr
Nach nur zwei Jahren ist Trainer Arne Slot Geschichte beim FC Liverpool. Im ersten Jahr holte er die Meisterschaft, die vergangene Spielzeit endete enttäuschend für die "Reds". Neuer Trainer wird Andoni Iraola, der zuvor den Premier-League-Konkurrenten AFC Bournemouth trainiert hat und dem Stil Jürgen Klopps näher sein soll. Wofür der Spanier steht und was sich Liverpool mit ihm erhofft.
Slots Nachfolger in Liverpool: Was Iraola so besonders macht
Quelle: Perform
Am Ende ging dann doch alles sehr schnell. Gerade einmal elf Tage sind seit dem letzten Spieltag vergangen, den der FC Liverpool mit einer 1:1-Punkteteilung gegen Brentford beendet hatte.
"Ich möchte einer von Euch werden", sagte Andoni Iraola auf dem Rasen des Stadions an der Anfield Road, einen Liverpool-Schal um den Hals, während die Kamera ihn kreiste. "Ich verstehe das als Privileg, aber auch als große Verantwortung."
Iraola ist neuer Trainer beim FC Liverpool - erst wenige Tage zuvor war Arne Slot entlassen worden. Noch vor einem Jahr waren die "Reds" mit dem Niederländer englischer Meister geworden. Ob er geht, stand lange nicht fest.
Nach einer verkorksten Saison strebt der LFC nun nach einem Neuanfang. Wer ist der Neue und was macht er anders?
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Warum Slot nicht funktioniert hat
Für Liverpool war die vergangene eine Saison zum Vergessen. Platz fünf in der Premier League, in den Pokal-Wettbewerben stand ein frühes Scheitern zu Buche.
Das Slot-System funktionierte die komplette Spielzeit über holprig. Nachdem der Niederländer in seiner ersten Saison auf ein stabiles Gerüst gesetzt hatte, war nun fast niemand mehr unantastbar - und die zuvor in Stein gemeißelte Rollen der jeweiligen Spieler verschwammen.
Dominik Szoboszlai musste auf nahezu jeder Position von Außenverteidigung bis Sturm agieren, Mohamed Salah durfte dafür nur noch selten ran und 120-Millionen-Transfer Florian Wirtz wunderte sich über fehlende Bälle der Kollegen und Anspielstationen gleichermaßen.
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Arne Slot, Mohamed Salah
Fotocredit: Getty Images
Der Disput mit Salah endete im Eklat. Bei einer Brandrede im Dezember vor Journalisten referierte der ägyptische Superstar über seine fehlende Beziehung zum Coach und dass er "unter den Bus geworfen" werde. Nach neun Jahren verließ der Stürmer die "Reds" zum Saisonende. Slot wurde schließlich mit etwas Verspätung vor die Türe gesetzt.
Was Iraola besser machen soll
Für Iraola ist es zweifelsohne die größte Trainerstation seiner Laufbahn. Mit Bayer Leverkusen soll sich der 43-Jährige schon einig gewesen sein, doch der Baske wollte unbedingt nach Liverpool. "Ich glaube, man braucht nicht viel, um sich von Liverpool angezogen zu fühlen. Liverpool ist Liverpool", sagte er im ersten Interview mit den Vereinsmedien und wirkte emotional angefasst.
Mit Umbrüchen kennt sich Iraola ebenso aus wie mit großen Erfolgen. In den drei Jahren bei AFC Bournemouth machte der Baske sein Team von Jahr zu Jahr besser. Zum Abschluss der Saison 2025/26 erreichten die "Cherries" erstmals einen Europa-League-Platz. Wohlgemerkt: Vor der vergangenen Saison waren Iraola bei Bournemouth die Abwehr und der etatmäßige Stürmer weggebrochen.
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Andoni Iraola mit seinem Spieler Amine Adli bei AFC Bournemouth.
Fotocredit: Imago
Mit Bournemouth schaffte es Iraola, einen schnellen, chaotischen und aggressiven Offensivfußball zu spielen, der die Gegner überrumpelt. Schnelles Gegenpressing gehört für ihn ebenso zum System wie aggressiver und laufintensiver Ballbesitzfußball. Ein wenig also wie das System Klopp. Laut "Opta" verbuchte Bournemouth vergangene Saison die drittmeisten Torschüsse pro Spiel (26,3) - hinter Manchester City und Liverpool (27,1).
Die größte Herausforderung für Iraola wird sein, eine stimmige Stammelf mit einer klaren Rollenverteilung auf den Platz zu zaubern. Neben Salah müssen auch Ibrahima Konaté (wechselt voraussichtlich zu Real Madrid) und Andrew Robertson (wechselt zu Tottenham Hotspur) ersetzt werden. Bei seinen bisherigen Stationen verstand er es, die Spieler individuell und als Team weiterzuentwickeln - eine Eigenschaft, die Slot bei Liverpool nicht zum Ausdruck bringen konnte.
Zwischen Bilbao und Bournemouth
518 Spiele absolvierte Iraola zu seiner aktiven Zeit für Athletic Bilbao. Der Baske blieb seiner Heimatregion 16 Jahre lang treu, spielte sogar achtmal für die inoffizielle baskische Nationalmannschaft. Erst kurz vor Ende seiner Laufbahn wechselte der Rechtsverteidiger für anderthalb Jahre zu New York City FC.
Was er heute von seinen Spielern verlangt, setzte der Spanier selbst lange um: Er spielte aggressiv, lief viel und war gefährlich bei Standards. Er erzielte 33 Tore als Verteidiger. Ab 2011 war er Kapitän von Athletic.
Schon kurz nach dem Ende seiner Zeit als Spieler begann Iraola als Trainer zu arbeiten, zuerst auf Zypern, später trainierte er den spanischen Zweitligisten CD Mirandés. In den drei Jahren bei Rayo Vallecano gelang ihm der Aufstieg in die erste Liga.
2023 übernahm er Bournemouth und führte sie ebenfalls in neue Sphären.
Nach früheren Erfolgen sehnt man sich auch in Liverpool. Unbekannt wird ihm dieses Gefühl nicht sein.
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Slots Nachfolger in Liverpool: Was Iraola so besonders macht
Quelle: Perform
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