Premier League: Neuer Glanz statt graue Maus - Glasner erfindet Crystal Palace neu und formt das Team der Stunde

Liverpool? Arsenal? Crystal Palace ist das Team der Stunde in der Premier League. Am Wochenende schlug die Mannschaft von Ex-Frankfurt-Trainer Oliver Glasner gar den amtierenden Meister und ist nun das einzige noch ungeschlagene Team in Englands Top-Liga. Unter dem österreichischen Coach ist die einstige "Graue Maus" zum ernsthaften Konkurrenten für die Top-Teams gereift. Der Blick geht nach oben.

18 Spiele ungeschlagen: Glasner erklärt den Crystal-Palace-Lauf

Quelle: Perform

Oliver Glasner musste sich selbst bremsen. Gerade hatte sein Team tief in der Nachspielzeit den 2:1-Siegtreffer gegen Meister Liverpool erzählt, da rannte der sonst so in sich gekehrte Österreicher wie von der Tarantel gestochen los.
Wenig später bremste er ab, kehrte zur Trainerbank zurück und jubelte ausgelassen mit seinem Betreuerstab.
"Als wir das letzte Mal im Elfmeterschießen gegen sie gewonnen haben, habe ich den Spielern gesagt, dass ich jetzt über 50 bin und sie auf mein Herz achten und es mir etwas leichter machen sollen", sagte Glasner auf der Pressekonferenz im Anschluss. "Andererseits ist das genau der Grund, warum wir Fußball lieben."
Und im Süden Londons haben sie aktuell einige Gründe, den Fußball zu lieben.

Glasner und Crystal Palace mit unglaublicher Serie

Denn Crystal Palace ist durch den Sieg gegen die Reds seit nunmehr 18 Spielen ungeschlagen, als einziges Team in der Premier League wurden die Eagles in der laufenden Saison noch nicht bezwungen.
Mit zwölf Punkten aus sechs Spielen liegt der Kristallpalast auf Rang drei. Hinzu kommt der Erfolg im FA-Cup zum Ende der vergangenen Saison, als man im Finale Manchester City bezwang und den ersten großen Titel der Vereinsgeschichte feierte.
Die Saison 2024/25 beendete die Mannschaft als Zwölfter mit dem bisherigen Vereinsrekord von 53 Punkten. Vor Saisonbeginn schlug man zudem einmal mehr den amtierenden Meister Liverpool und gewann den Community Shield, den englischen Supercup.
Unter dem früheren Trainer von Eintracht Frankfurt und dem VfL Wolfsburg hat sich der einstige Fahrstuhl-Verein, der lange Zeit zwischen der ersten und der zweiten englischen Spielklasse pendelte, zu einem ernsthaften Konkurrenten für die "Big Six" der Premier League entwickelt.
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Oliver Glasner behält einen kühlen Kopf, während um ihn herum sein Team über den Sieg gegen Liverpool jubelt

Fotocredit: Getty Images

Keine Kaufsucht: Crystal Palace mit Transfer-Plus

Umso erstaunlicher ist dieser Erfolg, als dass Glasner im Vergleich zu Liverpool, Manchester City und den anderen großen englischen Klubs keine Millioneninvestitionen in diesem Sommer tätigte.
Im Gegenteil: Crystal Palace hat in der zurückliegenden Transferperiode laut dem Portal "Transfermarkt.de" ein Plus von 18,85 Millionen Euro erwirtschaftet. Das liegt vor allem am Verkauf von Eberechi Eze, der für knapp 70 Millionen Euro zum Stadtrivalen Arsenal wechselte.
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18 Spiele ungeschlagen! Das sagt Glasner zur Serie

Quelle: Perform

Vor etwas mehr als einem Jahr musste man bereits den Abgang von Michael Olise verkraften, der inzwischen beim FC Bayern in der Bundesliga für Furore sorgt.
Dennoch scheinen der Klub und Trainer Glasner die prominenten Abgänge kompensieren zu können. Mehr noch: Das Kollektiv fängt das Fehlen der Superstars auf, Konstanz und ein klarer Matchplan gleichen die mangelnde individuelle Qualität aus.
"Ich bin der Überzeugung, dass Kontinuität eine entscheidende Voraussetzung für Erfolg ist, jedoch benötigt man auch sehr gute Spieler, welche wir glücklicherweise auch haben", sagte der Coach jüngst im Interview mit dem "kicker".
Die nächste Bühne wartet nun auf europäischer Ebene, wo Palace bislang nur im längst vergessenen UI-Cup vor fast 30 Jahren auftrat. Nun geht es in der Conference League zum Auftakt gegen Dynamo Kiew (ab 18:45 Uhr im Livescoring) - obwohl man als Pokalsieger eigentlich in der Europa League hätte spielen sollen.

Glasner weckt Begehrlichkeiten

In England hat der Erfolg längst Begehrlichkeiten geweckt. Beim ewigen Krisenklub Manchester United gilt Glasner als einer der potenziellen Nachfolger für den weitestgehend erfolglosen Ruben Amorim.
Darauf im "kicker"-Interview angesprochen, gab sich der 51-Jährige allerdings gelassen: "Ich verfolge sämtliche Gerüchte - und mehr sind es nicht - neutral und total entspannt, lege meinen Fokus auf die tägliche Arbeit mit meinen Spielern und Betreuern und versuche, dies bestmöglich zu genießen."
Schon jetzt steht schließlich fest: Der Kristallpalast glänzt im neuen Licht - nicht zuletzt dank Trainer Glasner.
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Quelle: Perform


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