Manchester City: Neustart nach der Ära Pep Guardiola - warum bei den Citizens schon jetzt die Alarmglocken schrillen
Eurosport bei GoogleManchester City droht ein holpriger Start in eine neue Ära. Im Jahr eins nach Pep Guardiola, der den Klub zehn Jahre geprägt hatte, liegt bei den Citizens wenige Tage vor Premier-League-Start noch vieles im Argen. Im Community Shield kassierte das Team von Enzo Maresca gegen den FC Arsenal (0:3) einen empfindlichen Dämpfer. Was von City unter dem neuen Coach zu erwarten ist - und was nicht.
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Quelle: SNTV
Es war ein Start, den du als neuer Coach um jeden Preis vermeiden willst: Manchester City ging im ersten Pflichtspiel unter Enzo Maresca am vergangenen Samstag gegen den FC Arsenal nicht nur als Verlierer vom Platz, sondern bekam beim 0:3 im Community Shield klar aufgezeigt, wer auch nächste Saison wieder der Top-Anwärter auf den Meistertitel sein wird: die Gunners, nicht die Citizens. "Keine Chance", meinte TV-Experte Roy Keane zu den Chancen der Skyblues.
Nur wenige Tage vor dem Start in die neue Premier-League-Saison gegen den AFC Bournemouth (So., 15:00 Uhr im Liveticker) stehen viele Fragezeichen über dem blauen Teil der Arbeiterstadt Manchester. Auf dem Transfermarkt dürfte bzw. muss sich sowohl auf der Zu- als auch Abgangsseite noch etwas tun.
Dazu verletzte sich gegen Arsenal mit Jeremy Doku ein Spieler, der in dieser Saison als absolute Stütze in der Offensive eingeplant ist. Wie Maresca am Freitag bekannt gab, wird der Belgier bis zu drei Wochen fehlen.
Es droht ein holpriger Aufgalopp in die Post-Pep-Guardiola-Ära.
Manchester City: Das ist neu
Zehn Jahre lang hatte Guardiola die Zügel in Manchester in der Hand, führte den Verein zu insgesamt 20 großen Trophäen, darunter sechs Meisterschaften und ein Henkelpott.
Die Fußstapfen des Spaniers sind riesig, für Maresca eine wahre Mammutaufgabe. Wie der perfekte Übergang gelingen kann, zeigte 2024 Arne Slot, der beim FC Liverpool nach dem Abgang von Erfolgscoach Jürgen Klopp direkt die Meisterschaft gewann.
Allerdings fand der Niederländer einen intakten Kern vor. Bei City dagegen verließen im Sommer mit Rodri, Bernardo Silva und John Stones drei Schlüsselspieler den Verein, die die Ära Guardiola mitgeprägt hatten. Diese Lücken gilt es zu schließen.
Die neue Hoffnung: Elliot Anderson
Einer, der beim neuen Manchester City eine prägende Rolle spielen soll, ist Elliot Anderson. Der 23-Jährige kam für umgerechnet 135 Millionen Euro von Nottingham Forest und avancierte damit zum teuersten englischen Spieler jemals.
Die Erwartungen sind nicht nur aufgrund der monströsen Transfersumme riesig. In Nottingham ragte der laufstarke Allrounder vergangene Saison in der Mittelfeldzentrale heraus. Auch bei der Weltmeisterschaft gehörte Anderson für die englische Nationalmannschaft zu den Leistungsträgern, startete bis auf das Spiel um Platz drei in jeder Partie.
Auf die Frage, ob er ein gleichwertiger Ersatz für Rodri ist, meinte er: "Ja, der kann ich sein. Ich kann verschiedene Dinge im Mittelfeld machen."
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Elliot Anderson stand gegen FC Arsenal zum ersten Mal für Manchester City auf dem Platz - Fußball
Fotocredit: Getty Images
Allerdings zeigten die 60 Minuten, die er gegen Arsenal auf dem Platz stand, dass von Anderson keine Wunderdinge im Mittelfeld zu erwarten sind und auch er Anlaufzeit benötigen wird.
Zu den neuen Hoffnungsträgern zählt zudem Antoine Semenyo, der sich bereits im vergangenen Winter den Citizens anschloss und in der Vorbereitung auf dem linken Flügel glänzte.
Das Fragezeichen: Der Saisonstart
Unter Guardiola konnte man sich auf eine Sache verlassen: Wenn es um Titel ging, war Manchester City immer da. Egal, ob es zu Beginn der Saison haperte (gerade in der Defensive war das nicht selten der Fall), im Frühjahr waren Pep-Teams immer in Topform.
Auf ähnliches hofft auch Maresca. Denn zu Saisonbeginn dürfte es schwierig werden, Spielrhythmus zu entwickeln. Erst vor wenigen Tagen verließ auch Tijjani Reijnders, der in den meisten Tests in der Startelf gestanden hatte, den Klub Richtung Saudi-Arabien.
Viele Leistungsträger wie Erling Haaland, Marc Guéhi oder Anderson stießen nach verlängerter WM-Pause erst kürzlich zum Team. Zudem könnten mit Savinho und Omar Marmoush zwei Offensivspieler den Klub noch kurzfristig verlassen. Es wird noch bis zum 1. September dauern, bis Maresca seinen endgültigen Kader beisammen hat.
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Hat bei Manchester City viel Arbeit vor sich: Enzo Maresca
Fotocredit: Getty Images
Hier ist noch Bedarf: Rodri-Nachfolger dringend gesucht
Denn auch auf der Zugangsseite hat City noch Arbeit vor sich. Besonders der Abgang von Taktgeber Rodri wiegt schwer. Was der Spanier regelmäßig mit und gegen den Ball leistete, ist 1:1 fast nicht zu ersetzen. Auch die Abgänge von Silva und Reijnders wurden bislang nicht aufgefangen.
Im Mittelfeldzentrum muss Man City also noch nachlegen. Die heißeste Spur führt schon seit Wochen zu Ayyoub Bouaddi. Der 18-jährige Marokkaner vom OSC Lille, der bei der WM für Furore sorgte, soll der Rodri-Nachfolger werden, würde City mit einer geforderten Ablöse von 100 Millionen Euro aber auch eine Stange Geld kosten.
Auch Vizeweltmeister Enzo Fernández, mit dem Maresca bereits beim FC Chelsea zusammenarbeitete, steht auf der Wunschliste. Das Problem: Die Blues wollen 140 Millionen Euro für den 25-Jährigen, was City bislang jedoch nicht zahlen will. Ausgang offen.
Das kommt auf Enzo Maresca zu
Viel Arbeit gepaart mit großen Erwartungen. Die Anforderungen sind klar: Maresca soll den ballbesitzorientierten, dominanten Fußball, der City von Guardiola über zehn Jahre eingeimpft wurde, fortsetzen, dabei aber seine eigene Note mit einfließen lassen. Und im Optimalfall natürlich nahtlos an Guardiolas Erfolge anknüpfen.
Alles andere wäre mit diesem Kader (knapp 1,4 Milliarden Euro Marktwert laut transfermarkt.de) vermessen.
Auf den bisherigen Pressekonferenzen betonte der italienische Coach immer wieder, dass es eine Ehre sei, Guardiolas Amt in Manchester zu übernehmen.
Ein Zuckerschlecken dürfte es angesichts der offenen Baustellen aber auch nicht werden.
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