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Ingolstadt abgestiegen: Wehen nach großem Kampf im Rückspiel zweitklassig

Ingolstadt abgestiegen: Wehen nach großem Kampf im Rückspiel zweitklassig

28/05/2019 um 20:37Aktualisiert 28/05/2019 um 23:52

Wehen Wiesbaden spielt in der kommenden Saison in der zweiten Bundesliga. Mit einem 3:2 (3:1)-Sieg im Relegations-Rückspiel beim FC Ingolstadt machten die Hessen trotz der 1:2-Niederlage im Hinspiel den Aufstieg perfekt. Daniel-kofi Kyereh (11.), Maximilian Dittgen (30.) und Björn Paulsen per Eigentor (43.) trafen für die Gäste, Konstantin Kerschbaumer (13.) und Paulsen (68.) für die Schanzer.

So lief das Spiel:

Nach der 1:2-Niederlage aus dem Hinspiel erwischte Drittligist Wehen Wiesbaden den erhofften Traumstart in die Partie. Nach Flanke von Maximilian Dittgen setzte sich Manuel Schäffler im Kopfballduell gegen Mergim Mavraj durch und bediente Daniel Kyereh, der den Ball aus kurzer Distanz nur noch über die Linie drücken musste (11.).

Doch die kurzzeitige Freude der Gäste sollte zunächst nur vor kurzer Dauer sein, keine zwei Minuten später stellte Ingolstadt den direkten Ausgleich her. Einen Distanzschuss von Marcel Gaus ließ SVW-Schlussmann Markus Kolke unglücklich nach vorne abprallen, Konstantin Kerschbaumer verwertete den Abstauber per Schlenzer ins lange Eck (13.).

Da der Drittligist aber ohnehin mindestens zwei Tore hätte schießen müssen, veränderte sich an der offensiven Herangehensweise der Gäste wenig. Im Gegenteil: Wehen Wiesbaden ließ nach dem Ausgleich und wie schon im Hinspiel keinen echten Klassenunterschied erkennen und suchte sein Heil unentwegt mutig in der Offensive.

Nach einer Balleroberung am eigenen Strafraum trieb Moritz Kuhn den Ball bis zu Mittellinie, um dann mit einen perfekten Pass Maximilian Dittgen zu bedienen. Der lief alleine aufs Ingolstädter Tor zu und egalisierte das Hinspielergebnis mit einem überlegten Abschluss in die kurze Ecke (30.).

Ingolstadt verfiel danach in eine Art Schockstarre und musste noch vor der Pause das dritte Gegentor schlucken. Jeremias Lorchs eigentlich harmlosen Fernschuss fälschte Abwehrspieler Björn Paulsen unhaltbar zum 3:1 für Wehen ins eigene Netz ab (43.).

Die Schanzer kamen angesichts des drohenden Abstiegs mit deutlich mehr Offensivdrang aus der Kabine. Kapitän Dario Lezcano fand allerdings seinen Meister gleich zweimal im stark reagierenden Kolke (51./53.).

Nach dem Gökhan Gül mit einem krachenden Schuss ans Lattenkreuz die endgültig Entscheidung verpasste (61.), schenkte Eigentorschütze Poulsen den Hausherren nochmal Hoffnung. Auf Vorarbeit von Innenverteidiger-Kollege Mergim Mavraj köpfte der Däne aus kurzer Distanz zum Anschlusstreffer ein (68.). Doch das Anlaufen der Schanzer in der Schlussphase brachte schlussendlich nichts mehr, Wehen verteidigte den knappen Vorsprung leidenschaftlich über die Zeit und steigt in der Summe beider Relegationsduelle verdient in Liga zwei auf.

Die Stimmen:

Thomas Oral (Trainer FC Ingolstadt): "Die Wehener haben richtig gut angefangen und haben in der ersten Halbzeit schon stark gespielt. Uns hat in einigen Szenen auch das Quäntchen Glück gefehlt. Wehen hat aufgrund der drei Tore dann auch verdient gewonnen."

Rüdiger Rehm (Trainer SV Wehen Wiesbaden): "Was meine Mannschaft heute geleistet hat, da muss ich einfach den Hut vor ziehen. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass es für die andere Seite gerade extrem hart ist."

Manuel Schäffler (SV Wehen Wiesbaden): "Mir fehlen immer noch die Worte. Ich freue mich so unglaublich für alle. Es gibt einfach nichts geileres, dieses Gefühl gönne ich einfach allen im Team. Wir werden heute so richtig die Sau raus lassen."

Daniel Kofi-Kyereh (SV Wehen Wiesbaden): "Ich kann mich in meinem Leben an keinen Moment erinnern, der so emotional war wie dieser Aufstieg. Es ist einfach ein Traum."

Der Tweet zum Spiel:

Nach Abpiff stürmten die 700 mitgereisten Wehen-Fans friedlich den Rasen.

Das fiel auf: Endspiel mit leeren Plätzen

Im entscheidenden Spiel um den Aufstieg blieben im Stadion der Schanzer trotz der großen Bedeutung der Partie einige hundert Sitzplätze leer. FCI-Sportdirektor Thomas Linke rechtfertigte den Umstand mit der frühen Anstoßzeit um 18.15 Uhr. Dennoch hätte sich der Verein in einer derart richtungsweisenden Partie sicherlich ein volles Haus gewünscht.

Die Statistik: 2

Nach der Saison 2007/08 steigt der SV Wehen Wiesbaden zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte in die 2. Bundesliga auf.

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