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Bundesliga-Relegation: VfL Wolfsburg siegt auch in Kiel und verhindert Abstieg

"Mein schwierigster Job": Wolfsburg siegt auch in Kiel und verhindert Abstieg

21/05/2018 um 22:24Aktualisiert 22/05/2018 um 09:07

Der VfL Wolfsburg hat auch das Rückspiel der Relegation beim Zweitliga-Dritten Holstein Kiel für sich entschieden und damit den drohenden Abstieg verhindert. Verteidiger Robin Knoche erzielte in einem ausgeglichenen Partie das entscheidende Tor (75.). Im Hinspiel hatte sich der Bundesligist mit 3:1 durchgesetzt. Damit bleibt der VfL Bundesligist. Kiel spielt weiterhin in Liga zwei.

So lief das Spiel:

Die Partie bot Tempo und Intensität von der ersten Minute. Nach aktiverer Anfangsphase des VfL Wolfsburg übernahmen die Gastgeber schnell das Zepter der Partie. Kiel dominierte, verbuchte zeitweise bis zu 70 Prozent Ballbesitz, ließ bei aller Einsatzfreude aber die Durchschlagskraft rund um den Sechzehner vermissen.

Zu selten kam das Team von Markus Anfang gefährlich ins Angriffsdrittel und in gute Abschlusspositionen. Ein Schuss von Aaron Seydel in der 14. Minute, der nur um Zentimeter den langen Pfosten verfehlte, war die beste Aktion im 1.Durchgang. Den Kielern fehlte in Dominick Drexler (Oberschenkelprobleme) einer der entscheidenden Offensivspieler der abgelaufenen Zweitliga-Saison, in vielen Aktionen war das zu merken.

Wolfsburg hingegen agierte zeitweise bemerkenswert passiv, in der Defensive jedoch insgesamt stabil und konsequent. Pech hatten die Gäste bei einem nicht gegebenen Treffer durch Yunus Malli in der 17. Minute: Bei seinem Abschluss aus zwölf Metern stand Divock Origi im Abseits und behinderte die Sicht von Torhüter Kenneth Kronholm. Der Videoassistent griff ein, eine korrekte Entscheidung.

Den 2. Durchgang begann Kiel druckvoll. Keine zwei Minuten waren gespielt, da verbuchten die "Störche" durch Marvin Ducksch und Seydel zwei guten Tormöglichkeiten. In der Folge hielt Wolfsburg den Gegner aber wieder größtenteils vom Tor fern. Einsatz und Wille stimmten, doch Kiel agierte zu hastig, ungenau und nicht zwingend genug im Angriffsdrittel. Es fehlten die Abschlüsse. Ab der 70. Minute wurde die Partie zudem zerfahrender. Die Gäste spielten es clever und abgeklärt, nahmen diverse Fouleinladungen an und forcierten Diskussionen und Spielunterbrechungen. Offensivaktionen der Kieler blieben über weite Strecken zu jener Phase aus.

In der 75. Minute fiel der Führungstreffer der Wolfsburger: Nach einer Ecke von Maximilian Arnold lief sich Robin Knoche am Fünfer frei und nickte wuchtig ein. Der K.-o. für Kiel. Der Zweitligist warf in der Schlussphase alles nach vorne, einen Ausgleichstreffer durch Rafael Czichos nach einer Ecke erkannte der Videoassistent ab (88). Ein Treffer wollte Kiel an diesem Abend nicht mehr gelingen, die defensiven Qualitäten des Gegners waren nicht zu überwinden. Damit rettete sich Wolfsburg seinen Platz in der Bundesliga.

Die Stimmen:

Bruno Labbadia (VfL Wolfsburg): "Das war der schwierigste Job, den ich bis jetzt im Fußball hatte. Es kamen so viele Dinge zusammen, ich wurde auch angefeindet, aber es war wichtig, immer die Ruhe zu bewahren. Das war die einzige Chance, die Mannschaft zu schützen, und die Jungs haben es super gemacht. In diesem Moment bin ich leer, aber sehr, sehr zufrieden. Kiel hat uns sehr gefordert. Kompliment an sie. Meine Erfahrung hat mir geholfen, mit den Anfeindungen klarzukommen."

Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg): "Das ganze Team hat sich in den letzen drei Spielen gesteigert und ist zusammengerückt. Den Sieg haben wir heute verdient, nicht nur wegen mir oder Robin."

Das fiel auf: Demütige Freude

Die Freude war direkt nach Schlusspfiff verhalten bei den Wolfsburgern. Ein Abklatschen, eine Umarmung, große Feierstimmung wollte nicht aufkommen. Die Erleichterung überwog. Und die Erkenntnis, dass zum zweiten Mal in Folge ein Klassenerhalt per Relegation für einen Verein mit den Ansprüchen eines VfL Wolfsburg kein Ruhmesblatt ist. Das wussten alle Beteiligte nach Schlusspfiff realistisch einzuordnen.

Der Tweet zum Spiel:

Abschied für Trainer Markus Anfang bei Kiel. Der Trainer setzt seinen Weg kommende Saison beim 1. FC Köln fort. Für zwei erfolgreiche und turbulente Jahre mit Aufstieg in die 2. Bundesliga und Relegation gab es nach Abpfiff eine emotionale und lautstarke Verabschiedung durch die Fans.

Die Statistik: 15

Die Relegation ist und bleibt ein erfolgreicher Rettungsanker für die Bundesligisten. In 15 von 20 Duellen setzte sich der Erstligist in der Relegation gegen den Zweitligisten durch.

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