Bundesliga-Relegation: Hamburger SV schlägt Hertha BSC im Hinspiel und darf von Rückkehr ins Oberhaus träumen

Der Hamburger SV hat das Hinspiel der Bundesliga-Relegation bei Hertha BSC gewonnen und sich damit eine sehr gute Ausgangsposition für das Rückspiel am Montag zuhause verschafft. In Berlin setzte sich die Elf vom Tim Walter knapp 1:0 (0:0) durch. Den goldenen Treffer des Abends, der den HSV vom Wiederaufstieg ins deutsche Oberhaus träumen lässt, erzielte Ludovit Reis (57.).

Der Hamburger SV feiert die Führung gegen die Hertha

Fotocredit: Getty Images

In einer von Vorsicht und Taktik geprägten Anfangsphase waren beide Mannschaften in erster Linie auf defensive Kompaktheit und Fehlerminimierung aus. Dementsprechend dauerte es bis zur 23. Minute, ehe HSV-Verteidiger Miro Muheim mit dem ersten Abschluss des Spiels aus der Distanz ansatzweise für Torgefahr sorgte (23.).
Nach 40 Minuten kamen die Gäste dem Torerfolg schon etwas näher, als Robert Glatzel mit seinem Kopfball aus spitzem Winkel das Außennetz traf (40.).
Auf der Gegenseite verbuchte die offensiv biedere Hertha durch Lucas Tousart Sekunden vor dem Pausenpfiff ihren ersten Torschuss – Torwart Daniel Heuer Fernandes bedankte sich beim Franzosen für die Aufwärmübung (45.+3).
Nach der Pause ließ der eingewechselte Stefan Jovetic aus neun Metern zunächst eine gute Hertha-Chance liegen (56.), im Gegenzug sorgte Ludovit Reis für die in der Entstehung glückliche Gästeführung.
Eine ursprünglich als hohe Flanke angedachte Hereingabe des Niederländers mutierte per Bogenlampe zum gefährlichen Torschuss, der sich hinter dem vergeblich fliegenden Hertha-Schlussmann Oliver Chirstensen an den Innenpfosten senkte und von dort zum 1:0 für den HSV ins Tor sprang (57.).
Die Magath-Elf war um eine schnelle Antwort bemüht, der agile Belfodil scheiterte nach starker Einzelleistung aber an Heuer Fernandes im kurzen Eck (61.).
Von einer Schlussoffensive war bei den Berlinern dann nichts mehr zu sehen. Vielmehr zeigte sich der HSV durch Sonny Kittel (75./78.) noch zwei Mal gefährlich vor dem Berliner Tor und geht mit einem 1:0-Hinspielsieg sowie mächtig Selbstvertrauen ins Relegations-Rückspiel am Montag.

Die Stimmen:

Felix Magath (Trainer Hertha BSC): "Wir sind aufgetreten wie ein Bundesligist, aber der HSV auch. Das Spiel war offen und eigentlich ein Spiel, das unentschieden ausgehen musste. Dann ist eben ein Ball abgerutscht und es steht 0:1."
Niklas Stark (Hertha BSC): "Natürlich müssen wir es positiv sehen, dass es nur 0:1 steht. Es ist noch alles drin und wir versuchen, alles rauszuholen. Aber natürlich war es zu dünn, wir wollten heute vorlegen."
Tim Walter (Trainer Hamburger SV): "Wir genießen das Ganze, weil wir es uns verdient haben. Das ist das Schöne, die Euphorie nehmen wir mit. Wir sind die jüngste Mannschaft der zweiten Liga, hier so zu bestehen, ist aller Ehren wert."
Jonas Boldt (Sportvorstand Hamburger SV): "Es war eine super Leistung von unserer Truppe. Wir haben wenig zugelassen und haben auf den einen Moment gewartet."
Jonas Meffert (Hamburger SV): "Es war gefühlt ein Heimspiel für uns mit so vielen Fans von uns im Stadion. Wir haben heute verdient gewonnen."
Ludovit Reis (Hamburger SV): "Es ist egal, wer trifft und wie das Tor fällt. Wir können glücklich sein, aber am Montag geht's weiter. Bei meinem Tor wollte ich eigentlich flanken, aber es ist egal, wie er reingeht."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Hertha offensiv mutlos

Die Hertha bot ihren Fans im Olympiastadion über fast die komplette Spielzeit offensive Magerkost an. Im Spiel mit Ball war bis auf einige gelungene Szenen auf dem Flügel keine Struktur zu erkennen, Torgefahr entstand fast ausschließlich nach Einzelaktionen. Am Ende standen für das Magath-Team sechs Torschüsse in 90 Minuten zu Buche. Der HSV agierte als Auswärtsteam deutlich mutiger und schoss doppelt so oft auf das gegnerische Tor.
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Quelle: Perform

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