Getty Images

Robert Lewandowski: So tickt sein neuer Berater Pini Zahavi

Der Mann für die Big Deals: Das ist Lewandowski-Berater Pini Zahavi

22/08/2018 um 06:00Aktualisiert 22/08/2018 um 08:59

Bayern Münchens Mittelstürmer Robert Lewandowski befindet sich im Zenit seines Schaffens. Geschätzter Marktwert: 80 Millionen Euro. Der 29-jährige Pole wittert die Chance auf den letzten großen Vertrag. Helfen soll ihm dabei sein neuer Berater. Pini Zahavi fädelte zuletzt Neymars Rekordwechsel ein.

Der Israeli Pini Zahavi ist so etwas wie eine "Graue Eminenz" innerhalb der Berater-Branche. Weltweit besser vernetzt zu sein als der 74-Jährige, ist schwer möglich.

Der frühere Fußball-Journalist verlegte sich vor 20 Jahren komplett darauf, Spieler zu vermarkten. Dass er dabei die Grenzen des Erlaubten regelmäßig überschreitet, ficht Zahavi nicht an. Den Kopf haben noch immer andere für ihn hinhalten müssen, wenn es ans Bestrafen ging. Zahavi zieht die Fäden stets gekonnt, doch stets aus dem Hintergrund.

Auf den Geschmack brachte ihn sein erster Deal. 1979 vermittelte der Schulabbrecher den damaligen israelischen Nationalspieler Avi Cohen von Maccabi Tel Aviv zum FC Liverpool. Cohen, der aufgrund eines Motorradunfalls vom 20. Dezember 2010 nur 54 Jahre alt wurde, kam in zwei Jahren bei den Reds 18 Mal in der Liga zum Einsatz und traf ein Mal ins Tor. Zahavi kassierte dafür, Cohen seinem Lieblingsklub empfohlen zu haben, eine so beeindruckende Provision, dass Zahavis Weg ins Beraterbusiness vorgezeichnet war.

Zahavi macht Ferdinand zum teuersten Verteidiger der Welt

In der 1992 installierten Premier League Englands dreht spätestens seit 2002 Zahavi das ganz große Rad. Damals machte er mit dem Wechsel von Leeds United zu Manchester United seinen "Ziehsohn" Rio Ferdinand zum seinerzeit teuersten Verteidiger der Welt. Die Ablösesumme lag bei 46 Millionen Euro.

Ein Jahr später toppte Zahavi dieses Geschäft noch um ein Vielfaches. Er riet seinem russischen Freund Roman Abramowitsch dazu, in den FC Chelsea zu investieren. Die Geschichte ist bekannt. Der Multimilliardär gab Millionen für prominente Neuzugänge aus – Zahavi soll bei Transfers wie z.B. Petr Cech oder Didier Drogba kräftig mitverdient haben. Laut "Observer" etwa 6,4 Millionen Euro. Zahavi sagt selbst über sein Engagement auf der Insel:

"In England bin ich groß herausgekommen. Dort gab es Manager, die nichts über die Spieler in Europa wussten. Man konnte nicht einmal die Ergebnisse der europäischen Ligen in den Zeitungen finden. Es war eine einsame Insel und sie hätten sich nicht weniger für den Weltsport interessieren können. Ich konnte diese Einstellung ändern."

Zahavi aber bleibt berüchtigt für nebulöse Methoden. 2005 führte Arsenals Linksverteidiger Ashley Cole frühzeitig unerlaubte Verhandlungen mit dem FC Chelsea. Coles offizieller Berater wurde für ein Jahr gesperrt, Zahavi im Hintergrund nicht. Cole wechselte dennoch zu den "Blues".

Im Steuerparadies Gibraltar gründete Zahavi mit argentinischen Geschäftsleuten eine Sportagentur, die den Schweizer Zweitligisten FC Locarno aufkaufte. Im Anschluss wurden Spieler aus Südamerika über den Umweg Locarno in europäische Topligen transferiert. So auch heutige Juve-Star und ehemalige Madrilene Gonzalo Higuaín.

Bestens vernetzt in La Liga

Der Neymar-Deal sorgte im Sommer 2017 für großes Aufsehen, PSG überwies die Rekordsumme von 222 Millionen Euro nach Barcelona. Auch hier hatte Zahavi seine Finger entscheidend im Spiel. Mit Neymars offiziellem Berater Wagner Ribeiro fädelte der 74-Jährige den Verkauf ein. Laut spanischen Medien soll Zahavi um die 38 Millionen Euro mitverdient haben. Auch an Ronaldinhos Wechsel von PSG zu Barcelona im Jahre 2003 oder Xavis Engagement in Katar war der Israeli beteiligt.

Fakt ist: Die ganz großen Stars der Fußballwelt vertrauen Pini Zahavi. Nun auch Robert Lewandowki. Zaha­vi über die zukünftige Arbeit mit dem Polen:

"Ihn wollen die besten Vereine der Welt haben. Real Madrid? Wir werden sehen. Jetzt muss ich meine Arbeit machen."

Ob Robert Lewandowski sein nächster Millionen-Transfer wird? Gerade hat sein Klient den Vertrag mit ihm über die aktuelle Transferperiode hinaus verlängert.

0
0