Rückrundenauftakt: Der Hamburger SV steht vor einer Monsteraufgabe gegen den FC Bayern München

Schwache Vorbereitung, viele Wehwehchen, keine Kohle für Verstärkungen - Bruno Labbadia ist kein Schwätzer. Die Aufgabe zum Rückrundenauftakt gegen den FC Bayern? Wird hart, verdammt hart. "Wir brauchen einen Sahnetag, um die Bayern zu schlagen", sagte der 49-Jährige vor dem Nord-Süd-Klassiker am Freitag.

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Labbadia zerbricht sich seit Tagen den Kopf, wie die maladen Hamburger das Starensemble um Thomas Müller, Robert Lewandowski und Co. stoppen sollen. "Es geht nur über die Mannschaft", sagte Labbadia: "Wir müssen top organisiert sein, eine sehr gute Ordnung und Aggressivität zeigen und eine hohe Laufbereitschaft gegen den Ball haben."

Vorbereitung "nicht optimal" verlaufen

Nach einer schwachen Vorbereitung mit drei Pleiten in drei Tests und vielen Wehwehchen rechnen sich die Hamburger gegen die Mannschaft von Pep Guardiola kaum etwas aus. "Jeder hat mitbekommen, dass die Vorbereitung nicht optimal verlaufen ist", sagte Labbadia. Unter den vielen Verletzten habe das Trainingsniveau in den vergangenen Wochen ein Stück weit gelitten. Nach dem Ausfall von Emir Spahic (Einriss in der Bauchmuskulatur) wackelt mit Kapitän Johan Djourou (Knieprobleme) auch der zweite etatmäßige Innenverteidiger, außerdem ist Mittelfeldspieler Gojko Kacar noch "nicht so spielfähig, wie wir es gern hätten", sagte Labbadia.

Hoffnungsträger Lasogga

Zentrale Frage für den Chefcoach, der in der Winterpause seinen auslaufenden Vertrag um ein Jahr bis Sommer 2017 verlängerte, ist kurz vor dem Start aber die Fitness von Topstürmer Pierre-Michel Lasogga. Nach einem Sturz auf die angeschlagene Schulter musste der 24-Jährige zuletzt kürzer treten. Er würde "keine Wette auf einen Einsatz" seines bulligen Stoßstürmers abschließen, meinte Labbadia: "Aber es ist Hoffnung da."
Und diese ist wohl sogar größer als die Hoffnung auf Punkte gegen die Münchner. Bayern ist seit zwölf Bundesliga-Spielen gegen den HSV ungeschlagen (neun Siege, drei Unentschieden), die Hanseaten gewannen in der Hinrunde nur zwei ihrer acht Heimspiele. Kein Wunder, dass Klub-Idol Uwe Seeler wenig optimistisch ist. Eine Überraschung gegen den Branchenprimus aus München hält er für nahezu ausgeschlossen. "Diese Hoffnung besteht ganz bestimmt nicht", sagte Seeler der Hamburger Morgenpost: "Ich hoffe nur, dass das einigermaßen über die Runden geht und der HSV zumindest ein bisschen dagegenhalten kann."

Hamburg vor "kräftezehrender" Rückrunde

In Hamburg macht man sich schon jetzt bereit für eine "schwere und kräftezehrende" Rückrunde, wie Vorstands-Boss Dietmar Beiersdorfer unlängst sagte - trotz Platz zehn und sieben Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz. "Ich bin kein Träumer", sagte Beiersdorfer, der Labbadia wegen des jüngsten Rekord-Defizits von 16,9 Millionen Euro keine echten Verstärkungen in diesem Winter kaufen kann. "Wir können unsere Stärke derzeit nicht aus Zehn-Millionen-Transfers gewinnen, die Stärke muss aus uns selber kommen", sagte Beiersdorfer der Bild-Zeitung und rief zu erhöhter Wachsamkeit auf:
Schon gegen Bayern wartet eine harte, verdammt harte Aufgabe. Aber Panik will man in Hamburg deshalb auch nicht aufkommen lassen. "Natürlich ist es etwas Besonderes, gegen die Bayern zu spielen", sagte Innenverteidiger Cléber: "Aber Angst? Die habe ich nur vor meinen Eltern."
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