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Russland-Frage: UEFA macht Rückzieher trotz ECA-Beschluss - Boykott-Drohungen sorgen für Einlenken von Verband
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Publiziert 10/10/2023 um 14:32 GMT+2 Uhr
In der Frage, ob russische Mannschaften wieder für den europäischen Spielbetrieb zugelassen werden, hat die UEFA nach heftiger Kritik einen Rückzieher gemacht. Zuvor hatte mehrere nationale Verbände angekündigt Spiele gegen russische Teams zu boykottieren. Eine Entscheidung über die Wiederaufnahme von Nachwuchsmannschaften aus dem Land steht dagegen noch aus.
UEFA-Präsident Aleksander Čeferin muss einlenken.
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Erst prasselte massive Kritik auf die UEFA ein, nun sind die Verantwortlichen offenbar zu einer Kehrtwende in der Russland-Frage gezwungen.
Die umstrittene Entscheidung zur Wiederzulassung russischer Nachwuchsteams liegt aufgrund des großen Widerstands vorerst auf Eis und spaltet weiter den europäischen Fußball. UEFA-Boss Aleksander Ceferin droht eine herbe Niederlage.
Bei der Sitzung des Exekutivkomitees am Dienstag in Nyon sei der Tagesordnungspunkt zurückgezogen worden, "da keine technische Lösung gefunden werden konnte, um russischen Mannschaften den Spielbetrieb zu ermöglichen", hieß es aus Kreisen der Europäischen Fußball-Union (UEFA).
Eine endgültige Entscheidung über die Wiederzulassung steht nach "SID"-Informationen aber noch aus - das Thema ist noch nicht vom Tisch.
ECA beschließt Wiederaufnahme von Jugendteams
Eigentlich hatte das Gremium, dem DFB-Vize Hans-Joachim Watzke und Karl-Heinz Rummenigge als Vertreter der europäischen Klubvereinigung ECA angehören, in einer Sitzung am 26. September beschlossen, dass russische Jugendmannschaften trotz des Angriffskrieges gegen die Ukraine unter bestimmten Bestimmungen wieder am Spielbetrieb teilnehmen dürfen.
Die Umsetzung dieses Vorhabens gestaltet sich aber offenbar deutlich schwieriger als gedacht - auch aufgrund des Widerstands einiger Europäer.
Das Unverständnis ist groß, einige Verbände sollen sich laut Medienberichten von dem Vorgehen Ceferins überrumpelt gefühlt haben, demnach sei die Abstimmung ohne vorherige Absprache vollzogen worden.
So kündigten England, Schweden, Dänemark, Finnland, Norwegen, Lettland, Litauen und Polen sowie die Ukraine an, ihre Teams nicht gegen russische antreten zu lassen.
UEFA-Vize muss Posten räumen
Aufgrund des Drucks aus der Heimat musste UEFA-Vize Karl-Erik Nilsson nach seinen Votum pro Russland seinen Posten als Chef des schwedischen Sportverbandes aufgeben.
Nun könnte der Kontinentalverband sein Vorhaben aber wieder kippen. Problematisch ist zudem, dass etwa die EM-Qualifikationsgruppen für die U17-Frauen ohne Russland ausgelost wurden, im Männerbereich läuft die Quali bereits.
Wann die UEFA über das weitere Vorgehen berät, ist offen. Der ukrainische Fußball-Verband dankte am Montagnachmittag der UEFA und "unseren europäischen Partnern für die Unterstützung der Ukraine", hieß es in einem Statement.
"Ich interpretiere die Kehrtwende der UEFA als ein Eingeständnis, dass der Zeitpunkt der Bemühungen zur Wiedereingliederung russischer Mannschaften in das Jugendturnier völlig falsch war", sagte Norwegens Verbandschefin Lise Klaveness der "Sportschau". Der Fall zeige, "dass es sträflich ist, solche Abläufe fehlerhaft durchzuführen". Sie hoffe, dass sich "die Art und Weise" ändere, "wie Entscheidungsträger im europäischen Fußball mit wichtigen politischen und ethischen Fragen umgehen".
Ukraine stellt sich gegen FIFA und UEFA
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte sich der umstrittenen Entscheidung des UEFA-Exkos, in dem auch Russlands Verbandschef Alexander Djukow ein Stimmrecht besitzt, vor zwei Wochen zunächst angeschlossen.
Erst in der vergangenen Woche war auch der Weltverband FIFA der UEFA gefolgt und hatte russische Jugendteams wieder zum Spielbetrieb zugelassen.
Das beschloss das FIFA-Council, dem DFB-Boss Bernd Neuendorf angehört. Watzke und Rummenigge stimmten für den Vorschlag und folgten der Argumentation, nach der Kinder nicht für die Taten Erwachsener bestraft werden sollten.
Das ukrainische Sportministerium wies dies jedoch zurück. Vielmehr würden durch die Beschlüsse die Rechte der ukrainischen Kinder verletzt, teilte die Behörde in der Vorwoche mit.
Faeser gegen Wiederaufnahme
Auch aus der deutschen Politik gab es Kritik. Es sei "der völlig falsche Weg, Russland und Belarus die Tür zu internationalen Sportwettbewerben zu öffnen", teilte das Bundesinnenministerium auf Anfrage des "WDR" mit.
Innenministerin Nancy Faeser (SPD) habe sich wiederholt gegen eine Teilnahme russischer und belarussischer Athletinnen und Athleten ausgesprochen, "auch gegenüber der UEFA".
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(SID)
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Quelle: Perform
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