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Wie Juventus Turin mit Paul Pogba und Gonzalo Higuaín an Europas Spitze will
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Publiziert 17/07/2016 um 18:53 GMT+2 Uhr
Bei Paul Pogba wird erwartet, dass sein Transfer zu Manchester United für eine noch nie dagewesene Summe vonstattengeht. 126 Millionen Euro sollen die "Red Devils" bieten, das wäre historischer Rekord - und Geld, das Pogbas Arbeitgeber Juventus Turin in Stürmer Gonzalo Higuaín reinvestieren könnte. Dabei verfolgt Juve den Plan, Higuaín zu holen und Pogba zu halten. Alles für die Champions League.
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Die Irrationalität des Fußballs lässt sich an zwei Aussagen von Paul Pogba bemessen. Dieser Franzose ist angeblich so spektakulär gut, dass sich die Elite des Kontinents um ihn balgen soll, Juventus Turin, Manchester United, Real Madrid, er kann es sich aussuchen. Heißt es. Seit Wochen. Mit der immer gleichen Fakten- bzw. Gerüchtelage.
In einer originellen Methode, zur Abwechslung etwas Nährhaltiges von Pogba zu erhalten, legten ihm "ESPN"-Reporter nun Trikots auf den Tisch: von Juve, United, Real. Ob er sich bitte entscheiden möge? Pogba gelangte schnell zur Erkenntnis, sich nicht entscheiden zu wollen, und was er mitzuteilen hatte, war von überschaubarem Erkenntnisgewinn.
Juventus, sein aktueller Arbeitgeber? "Mein Team, meine Familie. Hier bin ich glücklich."
United, von 2009 bis 2012 eine Art Ausbildungsverein? "Mein erster Klub, meine erste Familie."
Danke fürs Gespräch.
Pjanic, Alves, Benatia - und 94-Millionen-Mann Higuaín
Womöglich ist das Theater um den zur Inszenierung neigenden 23-Jährigen bald vorbei, in England behaupten sie, dass United astronomische 126 Millionen Euro bezahle. Die Summe überrascht kaum in diesen wilden Transfer-Zeiten, andererseits aber schon, weil Pogba bei der EM keinen Beitrag zur persönlichen Wertsteigerung leistete. Mit Frankreich kam er ins Finale, ohne zu überzeugen, erst recht nicht in einem Rahmen, der ihn zum teuersten Fußballer überhaupt katapultieren würde. 126 Millionen! Abstrus.
Nicht ganz billig wird's wohl auch bei Juve, Italiens Abonnementmeister plant den Großangriff in "neuer Dimension", wie die hiesige Medienlandschaft schnappatmet. Gonzalo Higuaín, 36-facher Torschütze in 35 Partien für den SSC Neapel, ist fest als Verpflichtung einkalkuliert, Juve soll gewillt sein, die Ausstiegsklausel in seinem bis 2018 datierten Vertrag zu aktivieren. Diese liegt bei 94,7 Millionen Euro. Stattlich.
Logisch erschiene, das Investment mit dem mutmaßlichen Pogba-Erlös zu verrechnen und dabei noch Gewinn zu machen (zumal Roberto Pereyra, Stefano Sturaro und Rolando Mandragora von Juve zu Neapel wechseln könnten, um den Preis zu drücken). Tatsächlich aber verfährt Turin nach einer anderen Leitschnur: Millionen spendieren statt Millionen kassieren.
Zaza zu Wolfsburg? Lemina nach Leipzig?
Pogba und der von Manchester City umworbene Leonardo Bonucci haben gefälligst zu bleiben, Higuaín soll trotzdem kommen, nach den Verpflichtungen von Miralem Pjanic (AS Rom), Dani Alves (FC Barcelona) und Medhi Benatia (FC Bayern München). Neue Dimension halt.
Fünf Titel am Stück schaffte die Bianconeri in der Serie A, famos, jetzt aber darf es die Champions League sein - Turin drängt unter die Top Vier Europas. Einem Zwang, Transferüberschüsse zu generieren, um Einkäufe à la Higuaín refinanzieren zu können, sehen sie sich dabei nicht ausgesetzt.
Álvaro Moratas Rückkehr zu Real bescherte 30 Millionen, für Simone Zaza (Italiens Trippel-Elferschütze gegen Deutschland) soll der VfL Wolfsburg rund 25 Millionen bieten, und wenn nichts mehr hilft, ist da noch Mario Lemina, der 15 Millionen einbringen könnte.
Potentieller Interessent: RB Leipzig.
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