Medhi Benatia: Was macht eigentlich der Ex-Bayern-Innenverteidiger?

Medhi Benatia galt als eine Bank in jeder Innenverteidigung. Erbarmungslos im Zweikampf, groß gewachsen und körperlich robust machte er sich beim AS Rom einen Namen. Ein Torriecher war zusätzlich im Paket enthalten. Der FC Bayern sicherte sich seine Dienste, in München wurde der Marokkaner aber nie wirklich glücklich. Mittlerweile ist er zurück in Italien. Die Frage ist, wie lange noch.

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Medhi Benatia erfüllt alle Ansprüche, die ein Innenverteidiger mitbringen muss: Groß gewachsen, eine stoische Ruhe und erbarmungslos im Zweikampf.
Der Marokkaner galt um das Jahr 2014 als einer der besten Innenverteidiger Europas. Diesen Ruf erarbeitete sich Benatia beim AS Rom - bei einem Klub mit viel Tradition und geballter Emotion.
An der Seite der Roma-Legende Francesco Totti lieferte Benatia sagenhafte Spiele. Allein in der Saison 13/14 steuerte er in 33 Spielen fünf Tore bei.
In der italienischen Hauptstadt machte der 29-Jährige einen richtig guten Job. Ließ hinten nichts zu und stieß des Öfteren mit in den gegnerischen Strafraum. Natürlich blieb solch eine Performance nicht unbeobachtet - das alte Lied. Europäische Top-Klubs buhlten um die Gunst des 1,90-Meter-Riesen. Den Zuschlag erhielt ein gewisser FC Bayern München.
28 Millionen Euro legten die Bayern auf den Tisch - ein Angebot, das die Römer nicht ablehnen konnten. Unterhaltung, überschwängliche Reden und ein Party-Biest durften die Bayern-Fans aber nicht erwarten.
Benatia ist von eher ruhiger Natur. Ein Analytiker. Einer, der nie ein Wort zu viel verliert. So zumindest präsentierte er sich in seiner Zeit in der Bundesliga.
Aber macht nichts, dafür wurde er auch nicht an die Isar geholt. Sondern, um gemeinsam mit Jérôme Boateng und Co. die Abwehrreihe zusammenzuhalten.

Kein Start nach Maß

Mit der bayrischen Mentalität, der deutschen Sprache und der spanischen Philosophie des damaligen Bayern-Trainers Pep Guardiola tat sich der Mann aus Courcouronnes in Frankreich allerdings schwer.
Vor allem die Distanz zwischen Guardiola und den Spielern schien ihm nicht gut zu tun: "Er hat es mir einmal erklärt: Er war enttäuscht von der Beziehung mit einigen Spielern in Barcelona, also hat er mir gesagt: 'Ich mache einfach meine Arbeit - die des Trainers", erklärte Benatia der italienischen "Gazzetta dello Sport".
Während seiner Zeit in München plagten den Marokkaner zudem immer wieder Verletzungen. In seiner ersten Saison kam er auf 15 Einsätze, erzielte dabei zwei Tore. Doch in den wichtigen Phasen der Champions League fehlte er. Das Achtel- und Viertelfinale fanden ohne ihn statt.
Auch in der darauffolgenden Saison lief es nicht besser: Zehn Spieltage fehlte er wegen Oberschenkelproblemen, ein Muskelbündelriss kostete ihn ganze zwei Monate. Die erhoffte Sicherheit in der Bayern-Abwehr und seine Torgefahr ließ er in der bayrischen Hauptstadt vermissen.
Trotz seiner stoischen Ruhe vermisste Benatia die Emotionen im Klub. Genau deshalb fühlte er sich in Italien so wohl. Die fanatischen Fans, bei denen der "Calcio" beinahe Religion ist. Von denen du als Held gefeiert oder als Verräter beschimpft wirst.

Wechsel in die alte Heimat

Ein Wechsel zu Beginn der vergangenen Saison war die logische Konsequenz. Es zog in wieder in Richtung Italien. Zu Juventus Turin. Eine Leihe für ein Jahr mit einer Kaufoption für den italienischen Rekordmeister wurde vereinbart.
Benatia freute sich auf das italienische Flair und die etwas andere Art, den Tag zu beginnen - "La dolce vita" eben:
Glück sollte ihm der Wechsel aber nicht bringen. Wieder machte ihm sein Körper einen Strich durch die Rechnung. Ganze zehn Spiele absolvierte er bis Dezember vergangenen Jahres - von möglichen 24.
Seit dem Jahreswechsel absolvierte der Heimgekehrte lediglich ein Spiel für Juve. Am 17. Februar gegen US Palermo. Nicht die erhoffte Besserung. Auch wenn fairerweise erwähnt werden muss, dass der Abwehrmann in dieser Zeit mit Marokko beim Africa Cup im Einsatz war.

Blick in eine ungewisse Zukunft

Seine Zukunft für die kommende Saison ist ungewiss. Die Bayern werden ihn nicht mehr zurückholen und bei seiner derzeitigen Verfassung wird die "Alte Dame" die Kaufoption nicht ziehen.
Dass der ruhige Zeitgenosse das Zeug zu einem starken Verteidiger hat steht außer Frage. Das hat Benatia auch bewiesen. Wo er in den restlichen Jahren seines Fußballer-Lebens seinen Cappuccino schlürfen wird, steht derzeit allerdings in den Sternen.
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